Die Saatkrähenbestände sind seit Mitte der 1950er- Jahre von nicht einmal mehr 1.000 Brutpaaren in Bayern auf aktuell etwa 21.400 Brutpaare angewachsen.

Leider freut sich nicht jeder über die Rettung dieser damals gefährdeten Art. In den vergangenen 70 Jahren hat sich die Saatkrähe von ihren ursprünglichen Brutplätzen in Feldgehölzen der Agrarlandschaft in Siedlungsbereiche der Dörfer und Städte zurückgezogen. Als Gründe hierfür können vor allem Störungen durch den Menschen, gezielte Vergrämung und früher auch die Bejagung vermutet werden – Letztere war bis 1976 erlaubt. Außerhalb von Siedlungen, also in mehr als 100 Metern Distanz zu Ortsrändern, brüten nur noch etwa 6 % der Population (rund 8 % der Kolonien).

Mit dieser Umorientierung der Saatkrähen in Richtung Dorf und Stadt und mit der deutlichen Zunahme ihrer Brutbestände wachsen Konflikte im Umfeld des Menschen. Lärmbelästigung, Verschmutzung und Schäden an landwirtschaftlichen Anbaufrüchten werden angeführt.

Auf Grundlage eines Landtagsbeschlusses (Drs. 18/6358) startete das Bayerische Landesamt für Umwelt im Jahr 2020 im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums ein "Modellprojekt zum Management von Saatkrähen", um Handlungsmöglichkeiten zur Konfliktreduktion herauszuarbeiten. Das dreijährige Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftsverwaltung und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT, Lehrstuhl für Zoologie und Tierökologie) durchgeführt.

Ein erster Zwischenbericht mit umfassenden Analysen zur Bestandssituation und Bestandsentwicklung in Bayern und zu den von vielen Seiten innerhalb und außerhalb Bayerns vorliegenden Erfahrungen im Management von Kolonien und zur Prävention landwirtschaftlicher Schäden wurde Anfang 2021 erarbeitet und steht auf dieser Seite zum Herunterladen zur Verfügung.

Zur Dokumentation von Schäden an landwirtschaftlichen Anbaufrüchten wurde im Modellgebiet um die Kolonie in Asbach-Bäumenheim (Landkreis Donau-Ries) eine Meldekette installiert, damit ein vom Landwirt erkannter und von Saatkrähen verursachter Schaden zeitnah begutachtet werden kann. Das Ziel ist es, diese Schäden zu analysieren, Landwirte zu beraten und angepasste Bewirtschaftungsformen zu entwickeln. Weiterhin wurde die Raumnutzung der Saatkrähe wissenschaftlich untersucht. Dazu bekamen die Vögel einen kleinen Rucksack mit einem Satellitensender auf den Rücken gebunden. Sie sendeten im 15-Minuten-Takt den aktuellen Standort an die Computer von LfU und HSWT, so dass man das Verhalten der besenderten Vögel in Echtzeit verfolgen und im Nachhinein auswerten konnte.

1. Zwischenbericht zum Landtagsbeschluss „Projekt zum Management von Saatkrähen“

Der erste Zwischenbericht im Rahmen dieses Landtagsauftrages enthält eine umfassende Analyse bisheriger Managementmaßnahmen zur Vermeidung von Schäden auf Äckern durch Saatkrähen anhand der Literatur sowie zu Vergrämungsmaßnahmen an Kolonien in einigen bayerischen Gemeinden.

2. Zwischenbericht zum Landtagsbeschluss „Projekt zum Management von Saatkrähen

Im zweiten Zwischenbericht fassen wir die Ergebnisse des ersten Projektjahres zusammen und geben einen Ausblick auf die folgenden Jahre. Die Projektlaufzeit war von 2021 bis 2024.

3. Zwischenbericht zum Landtagsbeschluss „Projekt zum Management von Saatkrähen“

Der 3. Zwischenbericht fasst den aktuellen Stand des Projekts zusammen, das sich in sieben Module gliedert. Die Schwerpunkte des Berichts liegen bei dem Modul 3 - Ermittlung der Raumnutzung durch Saatkrähen, dem Modul 4 - Bewertung landwirtschaftlicher Schäden und dem Modul 5 - Vergrämung von landwirtschaftlichen Flächen. Zu Letzterem wurden mit einem Pflanzenstärkungsmittel Feldversuche zur Verringerung landwirtschaftlicher Schäden durch Saatkrähen zusammen mit Landwirten in drei Regionen Bayerns durchgeführt. In einem eigenen Kapitel werden verschiedene invasive Managementmaßnahmen bewertet und Ergebnisse, die konzeptionelle Ansätze zur Schadensminderung bieten können, aufgezählt.

4. Zwischenbericht zum Landtagsbeschluss „Projekt zum Management von Saatkrähen“

Der 4. Zwischenbericht fasst den aktuellen Stand des Projekts zusammen. Die Schwerpunkte des Berichts liegen erneut bei dem Modul 3 - Ermittlung der Raumnutzung durch Saatkrähen, dem Modul 4 - Bewertung landwirtschaftlicher Schäden und dem Modul 5 - Vergrämung von landwirtschaftlichen Flächen. Zu Letzterem wurden mit einem Pflanzenstärkungsmittel Feldversuche zur Verringerung landwirtschaftlicher Schäden durch Saatkrähen zusammen mit Landwirten in der Modellregion Asbach-Bäumenheim / Mertingen wiederholt. Trotz ausbleibender Resultate in den Feldversuchen stehen Landwirtinnen und Landwirten eine Vielzahl von pflanzenbaulichen Maßnahmen und Vergrämungsmaßnahmen zur Reduktion von Fraßschäden zur Verfügung (siehe 2. Zwischenbericht zum Landtagsbeschluss „Projekt zum Management von Saatkrähen“).