Allgemeine Angaben zum Projekt

  • Projektname: Mineralische Lagerstätten Niederbayern (MiLaN)
  • Projektträger: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)
  • Projektkoordination: LfU, Referat 105 "Wirtschaftsgeologie, Bodenschätze"
  • Projektdauer: 01.10.2025 bis 31.12.2026.

Finanzierung

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

In Niederbayern stehen geeignete Flächen für die Rohstoffgewinnung zunehmend in Konkurrenz zu anderen Nutzungen, etwa für Wind-, Solar- und Wasserprojekte. Besonders betroffen sind die engen Flussräume von Donau, Isar und Inn sowie die Talräume des Bayerischen Waldes und des niederbayerischen Hügellandes. In diesen Gebieten begrenzen topografische Gegebenheiten und bestehende Infrastruktur die Flächenverfügbarkeit zusätzlich.

Aufgrund ihrer rohstoffgeologischen Wertigkeit können Rohstoffsicherungsflächen nicht beliebig ausgewiesen werden, sodass konkurrierende Nutzungsansprüche eine sorgfältige, fachlich fundierte Abwägung erfordern. Ziel des Projekts ist es, die rohstoffgeologische Qualität dieser Flächen systematisch zu erfassen und darzustellen. Dadurch soll ihre Bedeutung für die Region sichtbar gemacht und eine langfristige Sicherung geeigneter Rohstoffsicherungsflächen in Niederbayern unterstützt werden.

In den vergangenen Jahren haben sich die Anforderungen an (Bau-)Rohstoffe deutlich verändert und erweitert, sodass eine Neubewertung der Rohstoffsituation erforderlich ist. Eine zeitgemäße Erhebung aktueller Qualitätsanforderungen berücksichtigt unter anderem:

  • Tone – als Ausgangsstoff für die Herstellung CO2-ärmerer Zemente
  • Lehme – relevant für moderne und nachhaltige Lehmbauweisen
  • Quarze und Quarzsande – insbesondere für die Quarzindustrie, etwa für Anwendungen in der Solartechnik
  • Naturwerksteine wie Granit und Diorit - als gebrochene Bau- und Zuschlagstoffe.

Neben den oben genannten Rohstoffen werden zudem Sande und Kiese sowie die Industrieminerale Bentonit und Graphit erfasst.

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen und nachhaltigen Sicherung der Rohstoffversorgung in Niederbayern.

Projektgebiet

Das MiLaN-Projektgebiet umfasst die beiden Planungsregionen Donau-Wald (12) und Landshut (13) im Regierungsbezirk Niederbayern.

Kartenausschnitt des südöstlichen Bayerns mit den Planungsregionen Donau-Wald (12) und Landshut (13) in der Projektregion Niederbayern. Donau, Isar und Inn sind als wichtigste Flüsse zu nennen. Das MiLaN-Projektgebiet im Südosten Bayerns

Das Projekt umfasst folgende Kernziele

  • Erfassung der aktuellen Rohstoffsituation in den Planungsregionen Donau-Wald (12) und Landshut (13) im Regierungsbezirk Niederbayern
  • Bewertung vorhandener Rohstoffsicherungsgebiete und Qualitätsprüfung lokaler Rohstoffe.

Thematische Schwerpunkte und Aktivitäten

  • Erfassung der aktuellen Abbausituation Niederbayern und Pflege der Daten in der Primärdatenbank RohstoffAtlas Bayern
  • Identifizierung bereits abgebauter, aufgefüllter oder nicht-höffiger Flächen als Nicht-Lagerstätten
  • Befragung der Betreiber von Rohstoffgewinnungsstellen zu lagerstättenbezogenen Informationen mittels digitalem Fragebogen
  • Veröffentlichung der Ergebnisse über digitale Datendienste (z. B. UmweltAtlas Bayern, WMS-Dienste, RISBy) sowie in Form standardisierter Steckbriefe.

Projektleitung

Carolin Podlech, Markus Kügler, Abteilung 10, Referat 105, Bayerisches Landesamt für Umwelt.