Bodenschutz auf Wurfscheibenschießanlagen

Wurfscheibenschießanlagen (WSSA) sind Schießanlagen, die über Schießstände für den Schrotschuss verfügen. Auf ihnen wird in verschiedenen jagdlichen und/oder sportlichen Disziplinen mit Schrotflinten auf Wurfscheiben (früher auch Tontauben genannt) geschossen. 82 solcher Anlagen werden aktuell in Bayern betrieben, zudem sind 94 stillgelegte Anlagen (Altstandorte) bekannt.

Wegen der Verwendung schadstoffhaltiger Materialien wie Bleischrote und PAK-haltige Wurfscheiben (bis ca. 1995) besteht auf diesen Anlagen i.d.R. der Verdacht auf das Vorliegen einer schädliche Bodenveränderung oder Altlast nach Bundes-Bodenschutz-Gesetz (BBodSchG).

Wurfscheibenschießanlagen sind genehmigungsbedürftige Anlagen nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG). Die Anlagen sind demnach so zu betreiben, dass insgesamt ein hohes Schutzniveau für die Umwelt gewährleistet wird; § 5 des BImSchG formuliert hier konkrete Pflichten, die die Betreiber solcher Anlagen zu erfüllen haben. Für den Bodenschutz sind dabei insbesondere die Pflichten nach Punkt 1 und 2 relevant:

  1. Schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft dürfen nicht hervorgerufen werden.

Der Eintrag bleihaltiger Schrote bzw. PAK-haltiger Wurfscheiben(reste) auf oder in den Boden stellt eine "sonstige Gefahr" i.S. des BImSchG dar und begründet den Anfangsverdacht auf das Vorliegen einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast nach BBodSchG.

  1. Es ist Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen zu treffen, insbesondere durch die dem Stand der Technik entsprechenden Maßnahmen.

Auf Wurfscheibenschießanlagen ist dementsprechend der Eintrag von Bleischroten in den Boden zu vermeiden (z.B. durch Begrenzung der Schrotflugweiten) oder diese sind durch nicht bodenschutzrelevante Schrotmaterialien zu ersetzen (z.B. Eisenschrote).

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