Wie arbeitet die Bodenkundliche Landesaufnahme?

Bayerische Böden - die kartieren und bewerten Bodenkundlerinnen und Bodenkundler der Bodenkundlichen Landesaufnahme. Dabei entstehen Karten, die Sie zum Beispiel im UmweltAtlas Bayern online recherchieren können. Zu den Arbeitsschritten gehören die Bodenkartierung, Profilaufnahme und Erstellung von Lack- und Klebeprofilen.

Mitarbeiter bedient den Aufbau für Rammkernbohrungen an einem Bohrwagen. Bild vergrößern Bohrwagen für tiefe Rammkernbohrungen

Welche Böden gibt es im Kartenblatt Coburg oder Passau? Vor einer Bodenkartierung im Gelände stellen Bodenkundlerinnen und Bodenkundler vorhandene Karten, Punktdaten und Flächendaten zu einem Kartenentwurf zusammen. In den Kartenentwurf fließen zum Beispiel geologische Karten, Luftbilder, amtliche Bodenschätzungen oder bereits vorhandene Bodenprofile ein. Meist geschieht das am Bildschirm mit einem Geographischen Informationssystem (GIS).

Im Gelände wird der Kartenentwurf geprüft und korrigiert. Dazu nehmen Bodenkundlerinnen und Bodenkundler Bohrstockprofile, graben Bodenprofile auf oder legen Rammkernbohrungen an. So entsteht dann in jedem Kartenblatt ein Netz aus Bodenprofilen.

Profilaufnahme

An jedem Bodenprofil findet im Gelände eine Profilaufnahme statt. Dazu erfassen Bodenkundlerinnen und Bodenkundler Kennwerte nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung wie:

  • Bodenhorizonte,
  • Bodenarten,
  • Ausgangsgesteine,
  • Humusgehalte und Carbonatgehalte,
  • Bodenfarben,
  • Intensitäten der Durchwurzelung,
  • Bodentypen und Bodenformen,
  • Daten zum Standort wie Vegetation, Nutzung und Koordinaten.

Analysen im Labor

Tiegel mit Bodenproben: Bei 550 Grad Celsius wird die organische Bodensubstanz verbrannt und der Glühverlust gewogen. Bild vergrößern Tiegel mit Bodenproben: Bei 550 Grad Celsius wird die organische Bodensubstanz verbrannt und der Glühverlust gewogen

Die Mehrheit der Bodenprofile wird beprobt. Im Labor bestimmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann zum Beispiel die Korngrößen, pH-Werte und Basensättigungsgrade (BS).

Alle Ergebnisse aus dem Labor werden im behördeninternen Bodeninformationssystem (BIS) gespeichert. Das BIS nutzen die Bodenkundlerinnen und Bodenkundler der Bodenkundlichen Landesaufnahme zur Recherche.

Wie viel steht im BIS?

Die Bodenkundliche Landesaufnahme hat etwa 38.800 Bodenprofile in Bayern aufgegraben. Davon stehen mehr als 34.400 im BIS. Dazu kommen noch einmal etwa 87.800 bodenkundliche Kartierpunkte (Bohrstockprofile), Stationen zur Bodendauerbeobachtung und flächenrepräsentative Bodenprofile (Stand: Juli 2019).