Baubegleitender Bodenschutz

Bei jeder Baumaßnahme wird in den Untergrund und damit in den Boden eingegriffen. Also müssen alle, die auf den Boden einwirken, Vorsorge gegen schädliche Bodenveränderungen treffen. Um das Schutzgut Boden bei allen Eingriffen und Maßnahmen so bodenschonend wie möglich zu behandeln, sind folgende Regelungen zu beachten:

  • Eingriffe in den Boden sind zu minimieren (Bundesnaturschutzgesetz),
  • Beeinträchtigungen der natürlichen Funktionen sowie die Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie möglich zu vermeiden (Bundesbodenschutzgesetz),
  • Einhalten der DIN 19731 und DIN 18915, die die Anforderungen an den Ausbau und die Zwischenlagerung von Bodenaushub beschreiben, wie zum Beispiel die separate Lagerung von Mutterboden, Vermeidung von Verdichtung, Vernässung und Veränderungen im Gefüge.
  • Verdichtung

Die DIN 19639 "Bodenschutz bei Planung und Durchführung von Bauvorhaben" findet Anwendung bei Böden und Bodenmaterialien, die nach Bauabschluss wieder natürliche Bodenfunktionen erfüllen sollen. Baubegleitender Bodenschutz wird hierbei mit einem Bodenschutzkonzept und einer Bodenkundlichen Baubegleitung (BBB) in den Phasen der Planung, Projektierung, Ausschreibung, Ausführung und Zwischenbewirtschaftung geleistet.

Auf einer Fläche wurde Oberboden zu Mieten zusammengeschoben. Mieten aus abgeschobenem Oberboden oder "Mutterboden"; Foto: BLOCKHELDEN Boulderhallen

Bodenkundliche Baubegleitung (BBB)

Eine BBB ist eine fachliche Beratung durch bodenkundlich ausgebildetes Personal. Diese stellt einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der Qualität und Transparenz bei Bauvorhaben dar. Die frühzeitige Einbindung der BBB, also bereits in der Planung, bietet Rechtssicherheit und vermeidet im Vorfeld unerwartete Kosten als auch Konflikte oder Bauwiderstände während der Bauphase. Die BBB liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Verfahrenssicherheit bei Bauvorhaben.

Der Bundesverband Boden e.V. bietet in Kooperation mit der Universität Osnabrück die Weiterbildung "Bodenkundliche Baubegleitung" an. Die Zertifizierung ermöglicht den Teilnehmenden baubedingte Schäden der natürlichen Bodenfunktionen zu vermeiden, zu erfassen und zu bewerten. Der Lehrgang richtet sich an Personen, die bereits über grundlegende Kenntnisse in der Feldbodenkunde verfügen und im vorsorgenden Bodenschutz arbeiten sowie in ihrer Funktion als Gutachterin oder Gutachter in einem Büro oder als Angestellte oder Angestellter einer Bodenschutzbehörde im Rahmen von Bauprojekten Aussagen zu Bodenbeeinträchtigungen treffen müssen:

Sie können sich bei Vorhaben auch an bereits zertifizierte Bodenkundliche Baubegleiter/Bodenkundliche Baubegleiterinnen wenden: