Obwohl der Einsatz von HBCD, PBDE und DecaBDE in der EU durch die POP-Verordnung in neuen Erzeugnissen verboten ist, werden viele Produkte, wie z.B. HBCD-belastete Dämmmaterialien oder mit DecaBDE versehene Fahrzeugbestandteile, noch jahrzehntelang in Benutzung sein und für die kontinuierliche Freisetzung dieser Stoffe in unsere Umwelt sorgen.
Für uns ergibt sich daraus eine langfristige Überwachungsaufgabe. Auch gesetzlich wurde dieses Monitoring verankert; mit HBCD, PBDE und SCCP haben drei Flammschutzmittel Einzug in die EU-Wasserrahmenrichtlinie gefunden. Ihr Vorkommen in Oberflächengewässern muss von den Ländern überwacht werden und eine Überschreitung der Umweltqualitätsnorm gemeldet werden.
Dechloran Plus ist in der REACH-Verordnung vPvB-Stoff auf der Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Substanzen gelistet und wurde im Jahr 2023 in die Stockholm-Konvention aufgenommen. In unserem Ultraspurenlabor haben wir die beiden Isomere syn- und anti-Dechloran Plus, sowie die Abbauprodukte anti-Cl10DP und anti-Cl11DP in unser Messrepertoire aufgenommen.
DBDPE, der Ersatzstoff für DecaBDE, wurde 2025 als vPvB-Stoff in die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Substanzen aufgenommen. Aufgrund der weiten Verbreitung in unserer Umwelt und der weltweit anhaltend hohen Produktionsmengen sehen wir uns in der Verantwortung diesen Stoff weiter zu beobachten.
In unserem Projekt OPTIMON haben wir Immissionsmessungen an einem urbanen Standort durchgeführt, um bekannte und neue besorgniserregende Stoffe, unter anderem auch Flammschutzmittel, dort nachzuweisen, wo sie als Erstes auftauchen – in unserer Atmosphäre.

