Struktur

Für die Wasserversorgung in Bayern sorgen 2.232 (in 2016, Quelle: Umweltstatistik, erfasst sind öffentliche Wasserversorger ab einer Abgabe über 1.000 m3 pro Jahr) Wasserversorgungsunternehmen (WVU), auf dem Gebiet der BRD sind es insgesamt 5.845 (Statistisches Bundesamt 2016). Eigene Wassergewinnungsanlagen betreiben in Bayern 1.727 bayerische Wasserversorgungsunternehmen (WVU), die übrigen 505 WVU reichen ausschließlich bezogenes Wasser an ihre Kunden weiter.
Andererseits beliefert die Mehrzahl der Fernwasserversorgungsunternehmen (s.u.) in Bayern nur WVU, keine Endverbraucher. 896 WVU, das sind rd. 40% der WVU in Bayern, geben weniger als 100.000 m3 pro Jahr ab und verteilen gemeinsam lediglich rd. 4% der gesamten Wasserabgabe von ca. 1.066 Mio.m3. Im Vergleich mit anderen Bundesländern weist Bayern somit eine kleinräumige Versorgungsstruktur auf.

Balkendiagramm mit den Größenklassen der Wasserversorgungsunternehmen in Bayern nach Anzahl und Wasseraufkommen. Größenklassen Wasserversorgungsunternehmen in Bayern nach Wasseraufkommen

Der Anschlussgrad an öffentliche Wasserversorgungsanlagen liegt (2016) in Bayern bei 99,2%, mit regionalen Unterschieden die sich insbesondere aus der Siedlungsstruktur ergeben.

Balkendiagramm mit Prozentsatz der 2016 an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossenen Bevölkerung in den Regierungsbezirken Bayerns im Vergleich mit Deutschland. Oberbayern 99,6%, Niederbayern 95,9%, Oberpfalz 99,6%, Oberfranken 99,6%, Mittelfranken 99,5%, Unterfranken 99,8%, Schwaben 99,2%, Bayern gesamt 99,2%, Deutschland 99,4%. Prozentsatz der an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossenen Bevölkerung in den Regierungsbezirken Bayerns
Bayernkarte mit vereinfachter Darstellung der Fernwasserleitungen Bayernkarte mit einer vereinfachten Darstellung der Fernwasserleitungen

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und hydrogeologischen Situationen gibt es im Land Bereiche, in denen der Wasserbedarf nicht aus den örtlichen Vorkommen gedeckt werden kann. Dort sichern 12 Großraum- und Fernwasserversorgungen – als Rückgrat für Nordschwaben und die drei fränkischen Regierungsbezirke das sog. "Ausgleich- und Verbundsystem der Wasserversorgung in Nordbayern" – den Bedarf. In diesem System wird über die verknüpften Leitungsnetze von sechs im fränkischen und schwäbischen Raum tätigen Fernwasserversorgungsunternehmen Wasser aus Südbayern in den wasserärmeren nordbayerischen Raum geleitet. Die Leitungsnetze der weiteren Fernwasserversorger stehen miteinander nicht in Verbindung.

Nach der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Art. 57, Abs. 2) zählt die Trinkwasserversorgung zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden, und dies unabhängig von der jeweils vorliegenden Betriebsform (Regie-, Eigenbetrieb, Eigengesellschaft) oder auch einer evtl. erfolgten Privatisierung (Betreiber-, Beteiligungsmodell). Häufig schlossen sich Gemeinden für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu Kommunalen Zweckverbänden zusammen.

Der Preis für einen Kubikmeter (m3) – das sind 1.000 Liter – Trinkwasser liegt in Deutschland durchschnittlich bei 2,00 Euro, in Bayern bei 1,82 Euro (BDEW, Stand Januar 2018, erfasst wurden hier die BDEW-Mitgliedsunternehmen). Gemessen an den jeweils fünf größten Städten der bayerischen Regierungsbezirke reicht die Bandbreite von 1,04 Euro bis 3,18 Euro je Kubikmeter (Erhebung LfStat, Stand Januar 2016, Auswertung LfU). Für seine Wasserrechnung zahlt ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr 2016 im Bundesdurchschnitt 233,34 Euro. Bayern liegt dabei mit 205,27 Euro unter dem Durchschnitt. Die hier angegebenen Preise ermitteln sich aus dem verbrauchsabhängigen Wasserpreis (je m3) und der zusätzlich für den Verbraucher anfallenden Grund- bzw. Zählergebühr und berücksichtigen für Deutschland und Bayern sowohl den jeweiligen Pro-Kopf-Verbrauch pro Einwohner und Jahr als auch die Haushaltsgröße (Personen pro Haushalt).

Nur ein geringer Anteil der in einem Wasserversorgungsunternehmen entstehenden Kosten sind verbrauchsabhängig (z. B. Pumpkosten, Betriebsmittelkosten für die Wasseraufbereitung, etc.), dagegen sind etwa mehr als drei Viertel Fixkosten.

Entwicklung Trinkwasserkosten Haushalte.gif | Kosten für die Trinkwasserversorgung privater Haushalte in Deutschland und Bayern | Kosten in Euro/Haushalt und Jahr Deutschland 2014: 225,25; Bayern 2014: 192,35; Deutschland 2015: 229,64; Bayern 2015: 198,84; Deutschland 2016: 233,34; Bayern 2016: 205,27Entwicklung Trinkwasserkosten Haushalte.gif | Kosten für die Trinkwasserversorgung privater Haushalte in Deutschland und Bayern | Kosten in Euro/Haushalt und Jahr Deutschland 2014: 225,25; Bayern 2014: 192,35; Deutschland 2015: 229,64; Bayern 2015: 198,84; Deutschland 2016: 233,34; Bayern 2016: 205,27 Kosten für die Trinkwasserversorgung privater Haushalte in Deutschland und Bayern

Bei größeren Investitionen in die Wasserversorgungsanlage sind insbesondere kleinere Wasserversorgungsunternehmen darauf angewiesen, die hierfür anfallenden Kosten zumindest teilweise in Form von Herstellungs- oder Verbesserungsbeiträgen auf die Abnehmer umzulegen. Insgesamt gilt für kommunale Wasserversorgungsunternehmen das Prinzip der Kostendeckung, so sind einerseits die Einnahmen aus Wasserabgabe und evtl. Beiträgen an den Ausgaben auszurichten, andererseits ist die Erzielung eines "Gewinns" (im Gegensatz zu privaten Unternehmen) nicht vorgesehen.

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