Gefährdung von Seen

Vergehen

Seen haben von ihrem Stoffhaushalt die typische Tendenz zu vergehen. Zuläufe bringen Sediment ein, das sich im strömungsarmen See allmählich absetzt und somit zur Verlandung eines Sees, oder zuerst nur einer Seite bzw. Bucht, führt. Aber auch von Bergen langsam herunterkommender Schutt, Lawinen und Muren tragen zum Verfüllen eines Sees bei. Schon eingetragener Staub, Pollen, Blätter und Pflanzenteilen sinken zu einem großen Teil im Wasser ab. Sinkt Material mit organischem Kohlenstoff in tiefe, sauerstoffarme Schichten, wird es dort nicht oxidiert und abgebaut, sondern setzt sich als kohlenstoffreicher Schlamm ab. In trockenen Gebieten oder Zeiten können Seen ohne ausreichenden Zufluss einfach austrocknen. Auch rasche Ereignisse können zum Verschwinden von Seen führen, wie etwa durch Verschütten seiner Mulde oder Verschwinden seines Damms.

Stoffeintrag

Dadurch, dass das Wasser sich in Seen im Gegensatz zu Fließgewässern meist nur sehr langsam austauscht, kommt es bei erhöhtem Nährstoffeintrag zu einer Eutrophierung. Die dadurch vermehrte Pflanzen- und Algenproduktion wirkt sich negativ auf die Wasserqualität aus. Sie behindert die ausreichende Versorgung der übrigen Organismen mit Licht und nach Absterben der Pflanzen und Algen entziehen sie dem Wasser Sauerstoff.

Neben den natürlichen Nährstoffeinträgen, kommen Nähr- und Schadstoffeinträge aus Siedlungsgebieten und der Flächennutzung (zum Beispiel Landwirtschaft) aus den Einzugsgebieten dazu.

Klimawandel

In heißen trockenen Sommern besteht bei niedrigen Wasserständen die Gefahr, dass wasserabhängige Lebensräume am Seeufer austrockenen und vom Seeufer abgeschnitten werden. Sie stehen für die Lebewesen im See wie Fische und Insektenlarven dann nicht mehr als Rückzugsgebiet oder zur Eiablage zur Verfügung. Auch können Lebensräume ganz trockenfallen und für das Wachstum von Wasserpflanzen verloren gehen.

In längeren heißen Sommern werden Seen stärker erwärmt und können sich dadurch in ihrem Schichtungsverhalten verändern. In kürzeren milderen Wintern ist die ausreichende Abkühlung eines großen warmen Wasservolumens schwieriger. Somit kann der wichtige Sauerstofftransport in tiefe Wasserschichten in manchen Jahren reduziert sein oder ganz ausfallen.

Weitere Gefährdungen

Eine weitere Belastung stellt eine dichte Besiedelung der ufernahen Bereiche dar, womit eine Flächenversiegelung, Uferverbau und die starke Beeinträchtigung von Flachwasserzonen verbunden sind. Auch die zunehmende Intensivierung von Schifffahrt und Freizeitnutzung führt zu Störungen der Biozönose und massiven Uferveränderungen durch Rückgang des Schilfgürtels, Abfallablagerungen und technischen Verbau.

See mit Steg, Kran und Dampfer Hafen am Starnberger See

Ausblick

Um diesen Gefährdungen entgegen zu wirken ist eine regelmäßige Beobachtung und Bewertung der Wasserqualität (Monitoring) als Grundlage für Maßnahmenprogramme erforderlich. Die EU-Gesetzgebung fordert in der Wasserrahmenrichtlinie die Bewertung der ökologischen Gewässerqualität und die Aufstellung von Bewirtschaftungsplänen. Ziel dabei ist europaweit die Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustands bis zum Jahr 2015 spätestens aber bis 2027.