Wasserwirtschaftlich bedeutende Grundwasserleiter

Talschotter und Schotterflächen (Quartär)

Schnittbild: Schotterflächen und Flusstalfüllungen | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Schotterflächen und Flusstalfüllungen

Erläuterungen Talschotter

Kiesig-sandige Talfüllungen der größeren Flüsse in Nord- und Südbayern; wegen häufig geringer Flurabstände, großer Durchlässigkeit und Ergiebigkeit besonders günstige Voraussetzungen für die Grundwassererschließung; bei geringem Flurabstand auch ökologisch bedeutsam; erkennbarer Einfluss der Flusswasserstände auf die Grundwasserstände.

Erläuterungen Schotterflächen

Vor allem in Südbayern vorhandene große Schotterkörper im Moränengebiet und in breiten Fluss- oder Trockentälern; Grundwasserstände vor allem vom Niederschlag geprägt.

Kiese und Schotter im Süddeutschen Moränenland (Quartär)

Schnittbild: Kiese und Schotter | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Voralpiner Moränengürtel

Erläuterungen

Kleinräumiger Wechsel von fluviatilen Kiesen und Sanden, Moränenablagerungen und Seeablagerungen; Grundwasservorkommen im Porenraum der sandigen Kiese und Schotter; Grundwasservorkommen von lokaler bis regionaler Bedeutung, durch die Überdeckung von gering durchlässigen Moränenablagerungen teilweise gut geschützt; hohe Neubildungsrate des Grundwassers aufgrund der zum Gebirge hin zunehmenden Niederschläge.

Obere Süßwassermolasse (Tertiär)

Schnittbild: Tertiärhügelland | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Tertiärhügelland

Erläuterungen

Südlich der Donau gelegene tertiäre Ablagerungen mit hohem Sand- und Kiesanteil; von wasserwirtschaftlicher Bedeutung für die regionale Wasserversorgung nördlich der Linie Memmingen-Landsberg-München-Burghausen; meist gespanntes Grundwasser.

Das Grundwasser im Hauptstockwerk (oberstes weiträumig verbreitetes Grundwasserstockwerk) ist in der Regel als Tiefengrundwasser einzustufen, da es nur sehr langsam zirkuliert und die Grundwasserneubildungsrate relativ niedrig ist. Oberhalb des Hauptstockwerkes kommen gebietsweise schwebende Grundwasserstockwerke mit begrenzter Ausdehnung vor.

Kreide-Sandsteine (Kreide)

Schnittbild: Ostbayerisches Trias-Kreide-Bruchschollenland | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Ostbayerisches Trias-Kreide-Bruchschollenland

Erläuterungen

Für die Grundwassererschließung von regionaler Bedeutung geeignete sandige Ablagerungen der Ober- und Unterkreide in Ostbayern (insbes. Vilsecker Mulde und Bodenwöhrer Senke); meist Kluftgrundwasserleiter.

Weißer Jura / Malmkarst (Jura)

Schnittbild: Schwäbischer Jura Fränkischer Jura | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Schwäbischer Jura Fränkischer Jura

Erläuterungen

Geschichtete bis massig ausbildete Kalksteine und Dolomitsteine des Malms (Oberer Jura) mit regionaler Bedeutung für die Grundwassererschließung; im Bereich nördlich der Donau überwiegend offener Karst der Schwäbisch/Fränkischen Alb, im Donautalraum (bis rd. 200 m Überdeckung) überdeckter Karst.

Der überdeckte Karst stellt einen großräumigen Tiefengrundwasserleiter mit unterschiedlicher Verkarstung und entsprechend stark variierender Durchlässigkeit dar. Die tiefliegenden (200 - 1.500 m) Gesteine des Jura südlich der Donau sind vor allem für die Erschließung von Thermal- und Heilwasser von Bedeutung. Der Malm wird dort von der Vorlandmolasse, teilweise auch von Kreideschichten überlagert. Die Überdeckung des Malms nimmt nach Süden hin an Mächtigkeit zu, die Grundwasserverhältnisse sind bereichsweise artesisch gespannt.

Burg- und Blasensandstein, Benker Sandstein (Trias)

Schnittbild: Fränkischer Sandsteinkeuper | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Fränkischer Sandsteinkeuper

Erläuterungen

Innerhalb der aus einer Wechsellagerung von Sandsteinen und Tonsteinen bestehenden Schichtenfolge des Keupers (Trias) sind die nachfolgend beschriebenen Grundwasserleiter bedeutsam.

Burg- und Blasensandstein

Schichten des Sandsteinkeupers mit regionaler Bedeutung für die Grundwassererschließung, vor allem in Mittelfranken; Kluftgrundwasserleiter.

Die Schichten des Sandsteinkeupers tauchen Richtung Südwesten einfallend unter die Gesteinseinheiten des Jura ab und bilden dort den überdeckten Sandsteinkeuper. Die Feuerletten stellen die obere Begrenzung des Sandsteinkeuper-Grundwasserstockwerks dar. Das Grundwasser ist gespannt. Es handelt sich um ein Tiefengrundwasservorkommen in einem Kluft-(Poren)-Grundwasserleiter.

Benker Sandstein

Sandsteine des Gipskeupers mit regionaler Bedeutung für die Grundwassererschließung; besonders im Raum südwestlich von Nürnberg (Ansbach-Erlangen-Roth-Gunzenhausen).

Der Benker Sandstein bildet ein Tiefengrundwasserstockwerk und ist durch die Überdeckung von Lehrbergschichten, Schilfsandstein und Estherienschichten vom hangenden Grundwasserstockwerk des Sandsteinkeupers getrennt.

Muschelkalk (Trias)

Schnittbild: Mainfränkische Muschelkalkplatten | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Mainfränkische Muschelkalkplatten

Erläuterungen

Kluft- und Karstgrundwasserleiter mit regionaler bis überregionaler Bedeutung für die Grundwassererschließung in Franken; Hauptverbreitungsgebiet Unterfranken.

Buntsandstein (Trias)

Schnittbild: Buntsandstein | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Buntsandstein

Erläuterungen

Für Grundwassererschließung geeignete Abschnitte der Trias im Spessart, Odenwald, in der Vorrhön und im obermainisch-oberpfälzischen Bruchschollenland; Kluftgrundwasserleiter von regionaler bis überregionaler Bedeutung.

Talfüllungen sowie Karst- und Kluftgrundwasserleiter im Alpenraum

Schnittbild: Alpiner Raum | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Alpiner Raum

Erläuterungen

In den Tälern bilden mächtige Kies- und Schottersedimente ergiebige Grundwasserleiter mit hohem wasserwirtschaftlichen Stellenwert. Feinkörnige Lagen können innerhalb der Talfüllungen zu einem Grundwasserstockwerksbau führen (Loisachtal, Oberau). Die Grundwasservorkommen in den alpinen Festgesteinen sind im Gegensatz dazu in der Regel nur von lokaler wasserwirtschaftliche Bedeutung. In den Kalk- und Dolomitsteinfolgen (zum Beispiel Wettersteinkalk, Hauptdolomit) gibt es kleinräumige, schnell entwässernde Karst- und Kluftwasservorkommen.

Festgesteinsgrundwasserleiter des Grundgebirges

Schnittbild: Alpiner Raum | LfU | © Pro Natur GmbH, Frankfurt/M. Bild vergrößernSchnittbild: Kristallines Grundgebirge

Erläuterungen

Granite, Gneise und Schiefer gehören zu den charakteristischen Gesteinen des Grundgebirges, das in weiten Bereichen Ost- und Nordostbayerns entlang der Grenze zu Tschechien sowie im Nordwestteil des Spessarts an der Oberfläche ansteht. Prinzipiell handelt es sich aufgrund der niedrigen Speicherfähigkeit und der meist geringen Gesteinsdurchlässigkeit der Festgesteine um ein Grundwassermangelgebiet. Der Grundwasserumsatz findet, außer in größeren Kluftzonen, im Wesentlichen in der teilweise tiefgründigen Verwitterungszone statt. Es besteht eine hohe Quelldichte, wobei die Quellen überwiegend geringe Schüttungen aufweisen. Für die Wasserversorgung sind die Quellwassergewinnungen von örtlicher Bedeutung.

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