FolgekostenSchätzer: die Zukunft im Blick

Neue Wohngebiete kosten Geld – Straßen müssen gebaut, Grünflächen angelegt, Abwasserkanäle und Stromleitungen verlegt werden. Aber auch auf lange Sicht belasten neu erschlossene Baugebiete die Haushalte von Städten und Gemeinden. Die erheblichen Folgekosten, die für den Unterhalt der neuen Infrastrukturen anfallen, werden allerdings in den Planungen oft nicht ausreichend berücksichtigt. Stagniert oder sinkt außerdem die Einwohnerzahl einer Kommune, während neue Baugebiete am Ortstrand entstehen, steigen die Pro-Kopf-Kosten: Die einzelnen Bürgerinnen und Bürger müssen dann zum Beispiel für Trinkwasser oder Müllabfuhr mehr bezahlen.

In vielen Fällen zeigt sich bei einer genauen Kalkulation der Kosten, dass es günstiger ist, bereits vorhandene, brachliegende Flächen im Ortsinnern neu zu nutzen, statt neue Baugebiete auszuweisen. Ist das Potenzial für die Innenentwicklung eines Ortes ausgeschöpft, gilt es, den günstigsten Standort für eine neue Siedlung zu finden.

Startmaske des FolgekostenSchätzersBild vergrössern Startmaske des FolgekostenSchätzers

Praktische Hilfe bei der Entscheidungsfindung bietet der FolgekostenSchätzer. Mit dem kostenlosen Tool lässt sich schon zu Beginn der Planungen abschätzen, wann welche Infrastrukturkosten durch neue Wohnbaugebiete entstehen. Kommunen können verschiedene Planungsvarianten durchspielen und vergleichen, und so die nachhaltig wie wirtschaftlich sinnvollste Lösung finden. Die konkrete Kostenschätzung bietet außerdem eine gute Grundlage, um das geplante Vorhaben innerhalb der Kommune zu diskutieren.

Im Praxistext erprobt

Die neuste Version des Programms ist aus einem umfangreichen Modellprojekt hervorgegangen: Von 2011 bis 2012 führten das Bayerische Landesamt für Umwelt und die Oberste Baubehörde im Bayerischen Innenministerium gemeinsam das Projekt "Infrastruktur-Folgekosten von geplanten Wohnbaugebieten" durch. Dafür wurden acht Kommunen ausgewählt: Bischofsheim, Deggendorf, Fürstenfeldbruck, Neu-Ulm, Nördlingen, Peiting, Penzberg und Treuchtlingen. Dort wurden bestehende Bauplanungen untersucht und mithilfe des FolgekostenSchätzers überprüft. Ein unabhängiges Expertenteam begleitete und evaluierte den Prozess. Nach diesem erfolgreichen Praxistest wurde das Programm basierend auf den Anregungen der Modellkommunen überarbeitet und unterstützt seitdem Städte und Gemeinden im Freistaat bei ihren Planungsvorhaben.

Den FolgekostenSchätzer können Sie unter folgendem Link herunterladen:

Hinweise zur Installation und Bedienung

  1. Laden Sie die gezippte Datei herunter.
  2. Entpacken Sie die ZIP-Datei in das Verzeichnis, in dem der FolgekostenSchätzer installiert werden soll.
  3. Sie können die Datei "FolgekostenSchätzer Version 4.0.9.xls" direkt mit dem Microsoft-Programm Excel starten.
  4. Weitere Informationen zur Bedienung des Tools finden Sie in den PDF-Dokumenten, die ebenfalls im ZIP-Ordner enthalten sind.