Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Rote Liste der Gefäßpflanzen Bayerns

Rote Listen dokumentieren den Rückgang von Arten und machen damit auf die Gefährdung der biologischen Vielfalt in Bayern aufmerksam. Sie sind damit unverzichtbare Instrumente des Naturschutzes und Grundlage für Planungen und wissenschaftliche Arbeiten. Sie bieten unter anderem:

  • Argumentations- und Entscheidungshilfen für umwelt- und raumrelevante Planungen
  • Hinweise auf den notwendigen Handlungsbedarf im Naturschutz (z.B. für Biotopschutz und Artenhilfsprogramme)
  • einen Gradmesser für den Erfolg des Naturschutzes
  • Anregungen für künftige Forschungsfragen
  • Informationen für Behörden, Verbände und die Öffentlichkeit.
Die Gewöhnliche KüchenschelleBild vergrössern Die Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) ist eine Art ungedüngter Wiesen und daher trotz einer vergleichsweise weiten Verbreitung gefährdet; Foto: Andreas Zehm

Anhand der ersten Aktualisierung – erschienen im Jahr 2003 – gelang eine wegweisende Revision und Neubewertung, die auch eine detaillierte Regionalisierung der Gefährdung umfasste.

Damit wurde die Rote Liste noch wirkungsvoller als Beurteilungsgrundlage und Entscheidungshilfe für den Schutz von Gebieten, bei Eingriffen sowie bei Biotoppflege und Entwicklungsmaßnahmen.
Erstmals wurden zudem Arten mit besonderer Erhaltungsverantwortung definiert und eine tiefgehende Nomenklatur entsprechend den taxonomischen Kenntnissen eingeführt, die bis heute Grundlage der floristischen Bearbeitung Bayerns ist.

Weitergehend wurden neben den angestammten und alteingebürgerten Arten erstmals Neophyten in einer eigenen Liste bewertet. Damit wurde Anstoß gegeben, diesen Neubürgern verstärkt wissenschaftliche und naturschutzfachliche Aufmerksamkeit zu widmen. Neuankömmlinge von heute sind oftmals schon bald die Eingesessenen von morgen. Die derzeit gültige "Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Bayerns mit regionalisierter Florenliste" wurde 2003 als Heft 165 der Schriftenreihe des LfU publiziert. Sie enthält neben ausführlichen Texten, weiteren Listen und zahlreichen Abbildungen auch eine Gesamtliste aller in Bayern vorkommenden Gefäßpflanzen mit zahlreichen Anmerkungen.

Derzeit ist eine Neubearbeitung der Gefäßpflanzen und Flechten in Arbeit. Die Flechten werden planmäßig 2019, die Gefäßpflanzen 2020 vollständig aktualisiert sein.

Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Bayerns mit regionalisierter Florenliste (Stand 2003)

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