Fischotter; Foto: Astrid Brillen - piclease

Rote Liste der Moose (Bryophyta) Bayerns

MoosBild vergrössern Reboulia hemisphaerica (Halbkugeliges Reboulmoos) ist ein seltenes Lebermoos, das auf basenreicher, neutraler bis kalkhaltiger Erde an halbschattigen bis schattigen Stellen mit mindestens zeitweilig guter Wasserversorgung wächst. Es wurde in der aktuellen Roten Liste als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft; Foto: Oliver Dürhammer

Seit Januar 2019 liegt die Rote Liste der Moose Bayerns vor, die 985 Arten sowie Unterarten (inklusive vier Neophyten) umfasst.

Bayern – als größtes deutsches Bundesland – bietet Dank verschiedenster Landschaften und seiner großen Vielfalt an geologischen Formationen und Gesteinen zahlreiche Moos-Lebensräume (beispielsweise die nordbayerischen Trockengebiete, die Frankenalb, den Bayerischen Wald, die Rhön, das Voralpenland und die Alpen). Das macht Bayern zum artenreichsten Bundesland in dem über 80 % der in Deutschland nachgewiesenen Arten wachsen. Diese Vielfalt und deren aktuelle Benennung (Nomenklatur) werden mittels der Checkliste dokumentiert.

38 % der Moose Bayerns sind als Rote Liste-Arten der Kategorien 0, 1, 2, 3, G und R gefährdet (in der Alpenregion sind nur 13 %, in der kontinentalen Region Bayerns 40 % auf der Roten Liste aufgeführt). Das zeigt deutlich, dass die Arten in intensiver genutzten Regionen stärker gefährdet sind. Dabei ist der Anteil der R-Arten (extrem seltene Arten) unter den Moosen besonders hoch. Da zahlreiche Moose seltene Sonder-Lebensräume (Felsen, Moore, Quellen) oder nur Teilräume (wie vor allem die Alpen) besiedeln sind sie vielfach selten bis extrem selten. Nur wenige Moose sind wirklich häufig bis sehr häufig in Bayern zu finden.

Alpenlandschaft aus dem AllgäuBild vergrössern Standortvielfalt und extensive Nutzung wie hier im Allgäu, ermöglichen zahlreichen Moosen das Überleben. Felsen, Solitärbäume und nährstoffarme Wiesen bieten selbst seltenen Moosen Wuchsmöglichkeiten; Foto: Oliver Dürhammer

Im Vergleich mit der letzten Roten Liste vor zirka 20 Jahren sind 50 % der Arten in der gleichen Gefährdungskategorie geblieben. 21 % der Moose konnten als weniger gefährdet eingestuft werden, da sich die lufthygienischen Bedingungen in Bayern verbessert haben und Dank des besseren Wissensstandes einige Einschätzungen der Vorgängerliste angepasst werden konnten. Die Verbesserung der Statistik ist demnach nur zu Teilen auf eine Verbesserung der Lebensmöglichkeiten für Moose zurückzuführen. 11 % der Arten musste ein höher Gefährdungsgrad zugewiesen werden, da ihre Wuchsorte (beispielsweise Moore, Trockenrasen, alte Bäume) stark abgenommen haben.

Der Schutz der Moose ist vor allem über Biotop- und Substratschutz möglich, da Moose bislang weder verpflanzt noch kultiviert werden können. Felsen, alte Bäume, unverbaute Bachschluchten oder Brachäcker sind genauso zu schützen, wie Moore oder Magerrasen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die reiche Moosflora Bayerns zu erhalten, was nicht ohne zentrale Mithilfe der Land- und Forstwirtschaft (und eine nachhaltige Freizeitgestaltung) gelingen kann.