Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

NATURA 2000 Bayern - FFH-Richtlinie

Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen - zuletzt geändert durch die Richtlinie 2013/17/EU des Rates vom 13. Mai 2013 anlässlich des Beitritts Kroatiens zur Europäischen Union.

Die Fauna-Flora-Habitat- oder FFH-Richtlinie 92/43/EWG ist - zusammen mit der Vogelschutz-Richtlinie 2009/147/EG – Grundlage für die Errichtung des zusammenhängenden europäischen ökologischen Netzes mit der Bezeichnung "NATURA 2000". Dieses Netz zielt darauf ab, die biologische Vielfalt durch Schutz der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu erhalten.

Die FFH-Gebiete erhalten mit der Ausweisung der von Bayern erlassenen Verordnung "Bayerische Verordnung über die Natura 2000-Gebiete (Bayerische Natura 2000-Verordnung – BayNat2000V)" vom 19.02.2016 den Status der "Special Areas of Conservation" (SAC), in der deutschen Übersetzung als "Besondere Erhaltungsgebiete" (BEG) bezeichnet. Diese Unterschutzstellung nach Landesrecht ist zum 01.04.2016 in Kraft getreten und ist eine Notwendigkeit, die sich aus der FFH-Richtlinie ableitet.

Wesentliche Bestandteile der FFH-Richtlinie sind die Anhänge. In Anhang I (natürliche Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse) und Anhang II (Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse), sind die Schutzgüter aufgeführt, für deren Erhaltung –die FFH-Gebiete ausgewiesen werden müssen. Anhang IV enthält darüber hinaus eine Aufzählung besonders streng zu schützender Tier- und Pflanzenarten; deren Schutz ist auch außerhalb der FFH-Gebiete zu gewährleisten. In Anhang V werden solche Arten aufgelistet, deren Entnahme aus der Natur und mögliche Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können (z.B. Medizinischer Blutegel, Torfmoose, Weinbergschnecke), um einen günstigen Erhaltungszustand zu gewährleisten.

Anhang III schließlich regelt die Ausweisung von FFH-Gebieten in drei Phasen: Zuerst schlägt jeder Mitgliedstaat eine Liste von Gebieten mit einer Auswahl von Lebensraumtypen des Anhangs I und Tier- und Pflanzenarten des Anhangs II vor. Aus dieser Liste und im Einvernehmen mit dem Mitgliedstaat erstellt die Europäische Kommission eine Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) und veröffentlicht diese im Amtsblatt der Europäischen Union. Nachdem ein GGB in die Gemeinschaftsliste aufgenommen wurde, weist der betreffende Mitgliedstaat dieses Gebiet binnen sechs Jahren als BEG aus.

In den BEG treffen die Mitgliedstaaten alle erforderlichen Maßnahmen, um einen günstigen Erhaltungszustand der benannten Schutzgüter zu erhalten oder wieder herzustellen. Für die in einem FFH-Gebiet vorliegenden Erhaltungszustände der relevanten Lebensraumtypen und Arten gilt das Verschlechterungsverbot. Es wurden Erhaltungsziele für die FFH-Gebiete formuliert, die der Maßstab für die Beurteilung sind, ob Handlungen mit Auswirkungen auf das FFH-Gebiet als erhebliche Beeinträchtigung für die benannten Arten und Lebensraumtypen einzustufen sind.Um den Status der Erhaltungszustände der Arten und Lebensraumtypen im Mitgliedsstaat zu ermitteln ist es erforderlich, im Abstand von sechs Jahren, einen umfassenden Bericht zu erstellen. Dieser FFH-Bericht schließt die Lebensraumtypen nach Anhang I und die Arten nach Anhang II in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet des Mitgliedsstaats respektive der Bundesländer ein. D.h., bei der Bewertung der Erhaltungszustände werden die Bestände innerhalb und außerhalb von Natura 2000 betrachtet. Der FFH-Bericht umfasst analog auch die Arten der Anhänge IV und V. Die Schutzgüter der Anhänge der FFH-Richtlinie sind im Rahmen der Überwachung (FFH-Monitoring) zu untersuchen. Hintergrund ist der Art. 2 der FFH-Richtlinie, der als Ziel die Erhaltung der natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse in einem günstigen Erhaltungszustand fordert.

Die Bewertungsergebnisse Bayerns und der anderen Bundesländer werden für den FFH-Bericht unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem FFH-Monitoring für den nationalen FFH-Bericht zur Verfügung gestellt. Diese Daten werden vom Bund im Einvernehmen mit den Bundesländern zu einem FFH-Bericht für die Bundesrepublik Deutschland verrechnet. Der nationale FFH-Bericht wird der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt.