Einsatz von Drohnen im Natur- und Artenschutz und bei der Wildtierrettung

Drohnen sind unbemannte Luftfahrzeuge, die mittels Fernbedienung oder Computer vom Boden aus gesteuert werden. Im zivilen Einsatz handelt es sich bei diesen UAVs (unmanned aerial vehicles), wie Drohnen in der Fachsprache bezeichnet werden, zumeist um kleine bis mittelgroße Multicopter mit Elektromotor und integrierter Kamera. Sie sind üblicherweise mit vier bis acht Propellern ausgestattet und werden je nachdem als Quadro-, Hexa- oder Octocopter bezeichnet.

Fliegende schwarze Matrice 200-Drohne mit vier Propellern und montierter Wärmebildkamera in Bildmitte, umgeben von sommerlicher Parklandschaft bei blauem Himmel. Zur Suche nach verborgenen Wärmequellen arbeiten wir mit einem Matrice 200 Quadrocopter und einer daran montierten Wärmebildkamera; Foto: Maximilian Mitterbacher

In den vergangenen Jahren erfreuten sich Drohnen sowohl im privaten als auch im industriellen Bereich zunehmender Beliebtheit. So wurden die Vorteile dieser neuen Technik beispielsweise zu Kontrollzwecken in der Fernerkundung, der Wasserwirtschaft, der Bauindustrie oder von Betreibern von Windenergieanlagen bereits recht früh erkannt. Aber vor allem werden die Copter von Privatpersonen zur Aufnahme spektakulärer Fotos und Videos genutzt. Aktuell fliegen bereits knapp eine halbe Million privat genutzte Drohnen im deutschen Luftraum umher.

Im Zuge eines mehrjährigen Projektes wird nun an der Staatlichen Vogelschutzwarte der Einsatz von Drohnen im Natur- und Artenschutz und bei der Wildtierrettung erprobt und optimiert. Dabei sollen bisherige Erfahrungen zusammengetragen und neue Anwendungsmöglichkeiten getestet werden, um ein Konzept für einen effektiven und störungsfreien Einsatz von Drohnen im Natur- und Artenschutz zu entwickeln. Die Ergebnisse des Projektes sollen abschließend in einem Leitfaden zusammengefasst werden und damit der Naturschutzarbeit und Monitoringaufgaben zugutekommen. Zudem sollen Hobby-Drohnenpiloten durch den Leitfaden sensibilisiert und auf mögliche Störwirkungen von Drohnen in der Natur aufmerksam gemacht werden. Die Öffentlichkeitsarbeit und die Weitergabe des Fachwissens ist daher ein wichtiger Teil des Projekts.

Ausgestattet mit unterschiedlichen Drohnenmodellen und Kamerasystemen werden von uns verschiedene Fragestellungen behandelt wie die

  • Detektion von Bodenbrütern und deren Gelegen in landwirtschaftlich genutzten Flächen mittels Wärmebildkamera,
  • Zählung von Vogelkolonien (Monitoring),
  • gezielte Horstkontrolle bei Greifvögeln,
  • Suche nach Säugetieren und Feldvögeln (v. a. Rebhühner) in Brachflächen,
  • Dokumentation von Schutzgebieten und Renaturierungsflächen,
  • Erfolgskontrollen und Vegetationserkennung in Mooren.
In der Bildmitte eine von Wasser umgebene Insel aus großen Steinblöcken. Auf der Insel selbst sind grüner Bewuchs und zahlreiche weiße Lachmöwen, die zum Teil umherfliegen. Blick auf eine Lachmöwenkolonie. Drohnen können die Zählung von größeren Vogelkolonien erleichtern; Foto: Maximilian Mitterbacher

Die Drohnenflüge werden nach einem einheitlichen Schema protokolliert und bewertet, um am Ende des Projektes die Effizienz und störökologische Wirkung der Einsätze miteinander vergleichen zu können.

Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Naturschutzbehörden, Gebietsbetreuungen, Jägerschaft und vielen mehr, um deren Naturschutzarbeit zu unterstützen, weitere Ideen für Einsatzvorschläge zu sammeln und damit Drohneneinsätze im Natur- und Artenschutz und bei der Wildtierrettung so vielseitig wie möglich erproben zu können.

Jahresrundbrief 2020

Der Jahresrundbrief gibt einen kurzen Rückblick über die Tätigkeiten im Projektjahr 2020 und zeigt erste Erfahrungen auf.

Ansprechpartner und Projektkoordinator am LfU ist:
E-Mail-Kontakt Maximilian Mitterbacher,
Tel.: 08821/94301-28.