GeoParks

"Nationale GeoParks" werden in Deutschland seit dem Jahr 2002 zertifiziert. Die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung führt die Zertifizierung und Evaluierung durch, seit 2018 mit Zertifizierungskommission. Das Gütesiegel "Nationaler GeoPark in Deutschland" ist keine rechtsverbindliche Schutzkategorie vergleichbar den Natur- oder Nationalparken, sondern dient einer Qualitätssicherung.

In den Nationalen GeoParks verbinden sich die Ziele des Natur- und Umweltschutzes mit der Förderung der regionalen Wirtschaftsentwicklung (vor allem Tourismus). Geoparks dienen aus geowissenschaftlicher Sicht insbesondere dazu,

  • das geologische Erbe der Region zu wahren,
  • die inneren Zusammenhänge des "Systems Erde" darzustellen sowie
  • die Beziehung zwischen der Verteilung natürlicher Ressourcen und der Wirtschafts- und Kulturgeschichte in der Region herauszustellen.
Bayernkarte mit eingezeichneten Grenzen der GeoParks Bild vergrössern Die GeoParks in und um Bayern

Als "GeoPark" werden hier nur die Angebote vorgestellt, die diesen Anforderungen entsprechen. Daneben gibt es noch weitere geologisch interessante Angebote, die den Namen GeoPark führen. Diese sind im UmweltAtlas Bayern unter "Geo- und BodenLehrpfade" zu recherchieren. In Bayern gibt es vier Nationale Geoparks.

GeoPark Ries

Im Vordergrund liegt der Ort am Hang, im Hindergrund die Ebene mit Feldern und dahinter Hügel. Blick vom Kraterrand ins Nördlinger Ries

Der Nationale GeoPark Ries präsentiert einen der besterhaltenen Asteroidenkrater der Erde und liegt zum größten Teil in Bayern. Vor 14,5 Millionen Jahren raste ein etwa ein Kilometer großer kosmischer Körper (Asteroid), begleitet von einem 150 Meter großen Trabanten, auf die Erde zu. Beide schlugen mit einer Geschwindigkeit von über 70.000 km/h auf der Albhochfläche ein und erzeugten zwei Krater mit Durchmessern von 25 und 4 Kilometern: das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken.

GeoPark Bayern-Böhmen

Ruine auf dem Felsen aus großen Granitfelsblöcken. Der Schlossberg Flossenbürg im GeoPark Bayern-Böhmen ist als eines von Bayerns schönsten Geotopen und als "Nationaler Geotop" ausgezeichnet

Der GeoPark in Nordostbayern und der angrenzenden Region in der Tschechischen Republik steht unter dem Motto "Aufbruch ins Erdinnere". 500 Millionen Jahre Erdgeschichte sind hier zu entdecken: Steinerne Zeugnisse (Geotope) vom Granit zum Basalt, Bergbaugeschichte sowie junge tektonische und vulkanogene Prozesse. Im Zentrum liegt die Kontinentale Tiefbohrung.

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Wanderweg teilweise entlang des Bachs mit rotbraunen teils überhängenden Felswänden zu beiden Seiten. In der Seltenbachschlucht bei Klingenberg am Main wandert man durch verschiedene Schichten des Buntsandsteins

Der Nationale und UNESCO-zertifizierte Geo-Naturpark reicht im Raum Miltenberg nach Bayern herein. "Erdgeschichte, Natur, Mensch und Kultur erleben" – dazu lädt auch der Geopark ein. Geowissenschaftliche Themen sind vor allem das Variszische Gebirge, die Trias (Buntsandstein und Muschelkalk) sowie der Oberrheingraben.

GeoPark Schieferland

yy Abbruchwand des Geotops "Schallersbruch" mit Aussichtsplattform

Das "Abenteuer Blaues Gold" verbindet den bayerisch-thüringischen Geopark: Alles um den Schiefer - vom historischen Steinbrüchen über die Schiefer- und Dachdeckerkunst bis zum antiken Klassenzimmer – kann entdeckt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die variszische Gebirgsbildung im Erdalterum: Südlich von Saalfeld präsentiert sich die charakteristische Gesteinsabfolge der "Thüringischen Fazies". Viele Gesteine der "Bayerischen Fazies" im Frankenwald sind dagegen einzigartig, da sie in unterschiedlichsten Regionen in der Welt des Erdaltertums entstanden.

GeoParks im UmweltAtlas Bayern

Bildschirmausschnitt aus dem UmweltAtlas Bayern, eingeblendet sind Geo- und Bodenlehrpfade, GeoUntertage, sowie GeoMuseen. Geologie erleben im UmweltAtlas Bayern

Die Lage und Ausdehnung der GeoParks können Sie im UmweltAtlas Bayern anschauen. Auch sind Boden- und GeoLehrpfade, GeoUntertage-Schauobjekte, und GeoMussen sichtbar eingestellt.

Weitere Themen können Sie unter "Inhalt" (zum Beispiel Geotope) oder "Inhalt wechseln" (zum Beispiel Geologie > Geologische Karten) hinzufügen.

Hinweis: Die Flächendaten sind nur ungenau und für eine Übersicht zu verwenden. Genauere Daten sind bei den GeoParks zu erfragen.

Weiterführende Informationen

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