Kataster nach Art. 3 BayBodSchG ("Altlastenkataster")

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) führt nach Art. 3 Abs. 1 Bayerisches Bodenschutzgesetz (BayBodSchG) die katastermäßige Erfassung bestimmter schädlicher Bodenveränderungen und altlastverdächtiger Flächen durch. Hierzu hat das LfU das sog. Altlasten-, Bodenschutz- und Deponieinformationssystem (ABuDIS 2.0) als zentrale internetfähige Datenbank im Oktober 2003 in Betrieb genommen.

Erläuterung zur Grafik in nachfolgender TXT-Datei Bild vergrößern Altlasten und Altlastverdachtsflächen in Bayern 2020

Im Juli 2018 wurde die nach heutigen Standards neu programmierte Fachanwendung als "Altlasten-, Bodenschutz- und Dateninformationssystem" (ABuDIS 3.0) in Betrieb genommen.
ABuDIS ist ein behördeninternes, strukturiertes Dateninformationssystem zur Erhebung und Bearbeitung von Altlasten, Altlastenverdachtsflächen sowie stofflichen schädlichen Bodenveränderungen in Bayern.
Außerdem dient ABuDIS 3.0 zur Dokumentation und Abwicklung der dazugehörigen Verfahrensschritte zur Erhebung, Erfassung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung der o.g. Flächen. Hierbei wird auf der Grundlage der von den verschiedenen Fachbehörden zusammengeführten Informationen eine sachgerechte Priorisierung für die erforderlichen Schritte vorgenommen.

Für den Vollzug des Bodenschutzrechts sind die Kreisverwaltungsbehörden zuständig.

Derzeit sind in Bayern 16.736 Altlasten und altlastverdächtige Flächen registriert. Dabei handelt es sich um 10.726 Altablagerungen und 6.010 Altstandorte.

Übersicht der Verteilung von Altlasten und Altlastverdachtsflächen auf die einzelnen Regierungsbezirke für das Jahr 2020 enthält die nachfolgende PDF-Datei:

Übersicht der sanierten und aus dem Verdacht entlassenen Flächen in Bayern:

Bundesweite Kennzahlen zur Altlastenstatistik

Jährlich werden bundesweite Kennzahlen ermittelt, die von der Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) in einem Bericht veröffentlicht werden.

Für das Jahr 2020 werden folgende Kennzahlen übermittelt. Die Kennzahl 2 "Gefahrenverdacht abzuklären" entspricht in Bayern der Kennzahl "Altlastverdächtige Flächen".

Übersicht LABO-ALA-Bund
Lfd. Nr. Flächentyp / Sanierung Anzahl und Summen
1 Altlasten 915
2 Gefahrenverdacht abzuklären 15.821
3 Gefahrenverdacht ausgeräumt 5.720
4 Sanierung abgeschlossen 2.944

Altlasten

Als Altlasten werden alle Flächen gemäß § 2 Abs. 5 BBodSchG gezählt, bei denen nach der Bewertung durch die zuständige Behörde grundsätzlich Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind, diese noch nicht abgeschlossen sind.

Gefahrenverdacht abzuklären

Es handelt sich um Flächen, für die eine Ermittlung des Sachverhalts bei Vorliegen von Anhaltspunkten gemäß § 9 BBodSchG erforderlich ist (Flächen mit Erfordernis oder in den Bearbeitungsstufen Erhebung, Historische Erkundung (HE), Orientierende Untersuchung (OU) oder Detailuntersuchung (DU)). Die Zählung beginnt ab Erfordernis der laufenden Bearbeitungsstufe, ohne dass vorherige Bearbeitungsstufen mitgezählt werden. Bayern versteht darunter die altlast-verdächtigen Flächen.

Gefahrenverdacht ausgeräumt

Es handelt sich um Flächen, bei denen der Gefahrenverdacht in den Bearbeitungsstufen Historische Erkundung (HE), Orientierende Untersuchung (OU) oder Detailuntersuchung (DU) ausgeräumt werden konnte. Gemäß abschließender Bewertung durch die Behörde geht von der Fläche keine Gefahr für ein Schutzgut bei der aktuellen oder planungsrechtlich zulässigen Nutzung aus. Die Bearbeitung durch die Behörde ist insoweit für diese Nutzung abgeschlossen. Bei Änderung der Nutzung kann eine Neubewertung erforderlich werden.

Sanierung abgeschlossen

Dieser Kennzahl sind alle Flächen zuzuordnen, bei denen nach der Bewertung durch die zuständige Behörde alle erforderlichen Sanierungsmaßnahmen nach § 2 Abs. 7 BBodSchG durchgeführt worden sind. Die Gefahr wurde abgewehrt. In Bayern fallen darunter sowohl vollständig dekontaminierte als auch gesichert oder teilweise dekontaminierte Flächen, die beispielsweise für eine bestimmte Nutzung saniert wurden.