Stoßwellenmetamorphose

Forschung

Die moderne Phase der Riesforschung begann 1961 mit der Entdeckung einer neuen Hochdruckmodifikation des Quarzes (Coesit) im Rieskrater durch E. M. Shoemaker & E.T.C. Chao. Bald wurden noch weitere Mineralumwandlungen entdeckt, die ausschließlich unter sehr hohen Drücken und Temperaturen entstanden sein können. Derartige Bedingungen treten nur beim Einschlag von großen Meteoriten auf.

Nachweis

Der Nachweis, dass das Nördlinger Ries durch einen Meteoriteneinschlag (Impakt) entstanden ist, kann nach Chao (Chao et.al. 1978) anhand der Stoßwellenwirkung in den Gesteinen geführt werden. Hierzu ist eine Lupe (Vergrößerung 7- bis 10-fach, besser bis 20-fach) erforderlich.

Stufen der Stoßwellenmetamorphose

Stufen der Stoßwellenmetamorphose
Stufe Veränderungen
0 Ungeschockt
1 Mikrobrüche. Gesteine, die sehr stark von diesen engständigen, feinen Brüchen durchsetzt sind, haben oft eine milchig-weiße Farbe, sie sind leicht zerreiblich. Biotit und Muskovit sind leicht geknickt (mit der Lupe: runzelige Basisflächen).
2 Schocklamellen (Deformationslamellen) in Quarz und Feldspat. Eine Unzahl intergranularer Mikrobrüche in Quarz und Feldspat verleihen diesen einen seidigen Glanz und ein durchscheinendes Aussehen (durch Drehen von Bruchflächen erkennbar).
3 Gesteinsfarbe weiß gebleicht. Blasenfreies Feldspatglas, Quarz teilweise verglast (="diaplektisches Glas"); Glimmer geknickt.
4 Feldspäte werden blasig entlang Korngrenzen und Brüchen (Lupe). Quarz nicht blasig; geknickter Glimmer ist oxidiert, daher ohne Glanz und pulverig.
5 Feldspäte stark blasig, Quarzkörner blasig. Biotit ist stark oxidiert, grau und opak; Kristallingesteinsgefüge noch erhalten.
6 Gestein wie ein Schwamm von Blasen durchsetzt, war bröckelig, weitgehend aufgeschmolzen. Ursprüngliches Gefüge ausgelöscht.
7 Schmelzgestein mit Blasen und Fließstrukturen (Schlieren).