Forschungsbohrung Nördlingen

Lage

  • TK25-Blatt: 7129 Deiningen
  • Koordinaten: r: 4390880 h: 5418000
  • Ansatzhöhe: 427 m über NN
  • Endteufe: 1.206 m
  • Bohrzeit: Juli 1973 bis Januar 1974

Zweck

Querschnitt des Nördlinger Reis mit Forschungsbohrung Bild vergrössern Querschnitt des Nördlinger Reis mit Forschungsbohrung

Erkundung der Riesstruktur im Bereich einer negativen Anomalie des Erdmagnetfeldes und nahe einer seismischen Profillinie. Um die Bohrung in jeder Beziehung geowissenschaftlich optimal auswerten zu können, wurden durchgehend Bohrkerne gewonnen. In der Bohrung wurden die elektrische Leitfähigkeit, die seismische Geschwindigkeit, die Dichte, die natürliche Gammastrahlung und die Temperatur der Gesteine gemessen, sowie die Wasserführung untersucht.

Die Bohrung löste einen regelrechten Boom der Riesforschung aus. Die Ergebnisse wurden u.a. in den Bänden 72 (1974) und 75 (1977) der Schriftenreihe GEOLOGICA BAVARICA (Bayerisches Geologisches Landesamt) publiziert.

Schichtenfolge der Forschungsbohrung

Schichtenfolge der Forschungsbohrung, wird im nachfolgenden Text erläutert Bild vergrössern Schichtenfolge der Forschungsbohrung (die Vergrößerung zeigt die gesamte Schichtenfolge)

0 - 314,3 m

Subaquatische See-Sedimente, nach dem Impakt im entstandenen Ries-See abgelagert.

314,3 - 605,7 m

Durch den Impakt ausgeschleudertes und dann wieder zurückgefallenes Gesteinsmaterial, ganz überwiegend dem kristallinen Grundgebirge entstammend, polymikt; unterhalb 505,7 m überwiegend großblockig, oberhalb 505,7 m überwiegend als Fein- und Feinstbrekzie: Suevit.

605,7 - 1.206 m

Unterschiedlich stark zertrümmertes Kristallingestein, durchsetzt von Kluft-, Spalten- und Zwickelfüllungen aus Fein- und Feinstbrekzie (suevitisch) auch aus höheren Bereichen.

Bis zur Endteufe von 1.206 m war keine Abnahme der Gesteinszertrümmerung festzustellen. Von der Bohrstelle von damals ist heute nichts mehr zu sehen.