Der "Daniel" in Nördlingen

Der Glockenturm der St. Georgskirche in Nördlingen Bild vergrössern Der "Daniel"

Der 89,9 m hohe Glockenturm der St. Georgskirche in Nördlingen wurde 1451 -1490 errichtet und der Turmhelm in einer zweiten Bauphase von 1537 bis 1539 fertig gestellt. Kirche und Turm sind Musterbeispiele für die Verwendung von Suevit als Baumaterial, sie zeigen aber auch seine Anfälligkeit für die Verwitterung: Im Mauerwerk sind zahlreiche offene und bereits reparierte Ausbrüche zu finden.
Hat man die 350 Stufen bis zur Turmspitze erklommen, bietet er eine hervorragende Aussicht über die Stadt und das Ries. Der hohe Südrand des Kraters ist von hier aus gut zu erkennen.

In der Turmstube wohnt seit jeher der "Türmer", der über die Stadt zu wachen hatte. Bis heute ruft er halbstündlich zwischen zehn und zwölf nachts sein "So G´sell so". Mit diesem Ruf wurde die Verbindung zwischen den einzelnen Stadttoren aufrechterhalten und die Wachsamkeit gegenseitig kontrolliert.

Seinen Namen erhielt er wohl nach dem Bibelvers (Daniel 2,48): "Und der König erhöhte Daniel und [...] machte ihn zum Fürsten über das ganze Land".