Fakten

Der Meteorit rast kurz vor dem Einschlag auf die Erde zu Der Meteorit kurz vor dem Einschlag

Der Einschlag des Nördlinger Ries-Meteoriten ist eines der weltweit bedeutendsten Ereignisse der Erdgeschichte. Hier in aller Kürze einige Fakten dieses gigantischen Natur-Phänomens (Nach Pösges & Schieber).

Kriterien des Meteoriteneinschlags
Kriterium Angaben
Kraterdurchmesser ca. 24 km
Einschlagsgebiet Grenzgebiet zwischen Schwäbischer- und Fränkischer Alb
Einschlagszeit vor ca. 15 Mio. Jahren
Größe des Asteroiden ca. 1 km Durchmesser
Impaktenergie ca. 250.000 Hiroshima-Bomben
Geschwindigkeit des Asteroiden ca. 70.000 km/h
Maximaler Druck 4 Mio. bar
Maximale Temperatur einige 10.000 Grad
Höhe der Glutwolke ca. 30 km
Bewegte Gesteinsmassen ca. 1.000 km3
Dauer des Kraterwachstums 20 - 30 Sekunden
Dauer der schnellen Bewegungen wenige Minuten
Tiefe des Kraters 0,5 bis 4 km
Auswurfweite Reutersche Blöcke bis 70 km, Moldavite bis 400 km

Auswirkungen des Impakts

Nach neueren Erkenntnissen hat sich diese gewaltige Katastrophe vor etwa 15 Millionen Jahren innerhalb weniger Minuten abgespielt. Beim Einschlag des Großmeteoriten wurden etwa 150 km3 Gestein ausgeworfen. Bis in eine Entfernung von etwa 50 km wurden dabei die chaotisch durchmengten Gesteinstrümmer abgelagert. In wenigen Minuten haben diese sog. Bunten Trümmermassen die Talformen aufgefüllt und eine gänzlich neue Landschaft von nahezu 7.000 km2 Ausdehnung geschaffen. Im Umkreis von 100 km oder mehr war alles pflanzliche und tierische Leben bereits durch die enorme Druck- und Hitzewelle ausgelöscht.

Dieser Eingriff in die Landschaft Süddeutschlands bewirkte mit der Umleitung und dem Aufstauen zahlreicher Flüsse neue Landschaftsformen und ein stark verändertes Entwässerungsnetz. Es entstanden mehrere Stauseen, deren größter der Altmühl-Rezat-See war. Er reichte nach Norden bis in die Gegend von Ansbach und Nürnberg. Im Krater selbst bildete sich ein abflussloser See (der sog. Riessee), der von den Niederschlägen innerhalb des Kraters und seiner nächsten Umgebung gespeist wurde. Bei dem im Jungtertiär herrschenden subtropischen-wechselfeuchten Klima hielten sich in der Folgezeit Niederschlag und Verdunstung in etwa die Waage. Die Wassertiefe war daher nie sehr groß. Zeitweise fiel der See auch trocken. Dies belegen Braunkohleablagerungen in den Seesedimenten. Direkt nach dem Impaktereignis füllte sich der Krater durch sintflutartige Regenfälle. In das Riesbecken wälzten sich mächtige Schlamm- und Schuttströme aus zusammen geschwemmten Gesteinstrümmern der Auswurfmassen. Leben gab es zu dieser Zeit in dem warmen, trüben und salzigen Riessee nicht. Das Salz stammte dabei aus den gelösten Mineralstoffen der Riestrümmermassen am Boden des Kraters. Trotz der Verringerung des Salzgehaltes durch die Niederschläge blieb der See über längere Zeit ein Salz-(Soda-) See. Eine etwa 100 m mächtige Abfolge von Tonen und Mergeln, die z.T. Gipsausscheidungen und einen erhöhten Bitumengehalt aufweisen, dokumentiert diesen Abschnitt der Seeentwicklung. Eine Vielzahl von tierischen wie pflanzlichen Lebewesen (Fische, Wasserschnecken, Muschelkrebschen, Algen, Hechtkraut und andere) war an das brackische Milieu angepasst. Mit der Änderung zum humiden Klima entstand zunehmend ein Süßwassersee. Es entfaltete sich ein reiches Leben, u.a. mit Wasservögeln, Fischen, Schnecken, Muschelkrebschen, Algen und Seerosen sowie am Rand mit Schilf und Wasserkiefern. An mehreren Stellen bildeten sich auch Riesseekalke.
Ursprünglich reichten die Ablagerungen des Riessees mehr als 100m über die heutige Riesebene. Der Krater war schließlich weitgehend aufgefüllt. Erst durch die Abtragung während des Eiszeitalters wurde die heutige Kraterform wieder sichtbar.

Literatur

Pösges, G., Schieber M. (2000): Das Rieskrater-Museum Nördlingen. Museumsführer und Empfehlungen zur Gestaltung eines Aufenthalts im Ries. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München.