Meteorite und Asteroiden

Meteorite sind Bruchstücke kosmischer Körper, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre abgebremst werden und auf die Erdoberfläche fallen. Asteroiden sind große kosmische Körper, die beim Einschlag (Impakt) auf der Erde Krater hinterlassen. Das Material des Asteroiden kann dabei vollständig verdampfen, so dass keine Meteoriten gefunden werden können. Das Nördlinger Ries ist ein Impaktkrater, der durch den Einschlag eines etwa 1km großen Asteroiden entstand. Der geologische Aufbau der rund 24km weiten Kraterregion wurde dabei grundlegend verändert.

Wie gefährlich sind Meteorite und Asteroiden?

Der Einschlag von Asteroiden ist sehr selten, z.B. kommt ein Ereignis der Größenordnung des Ries-Impakts statistisch gesehen etwa alle eine Million Jahre auf der Erde vor. Ein möglicherweise gefährlicher Asteroid ist der über 300m große Apophis, der 2029, 2036 und 2068 der Erde sehr nahe kommen wird (2029 nur 31.000km!). Dadurch wird seine Bahn stark beeinflusst, was in der Zukunft zu einer erhöhten Einschlagswahrscheinlichkeit führen kann. Nach derzeitigen Berechnungen wird eine Kollision zumindest für das gesamte 21. Jahrhundert ausgeschlossen.

Die wesentlich häufigeren Einschläge kleiner Meteoriten hinterlassen im Gegensatz dazu in der Regel keine bzw. nur geringe Schäden. Ein Ausnahmeereignis stellt die Explosion eines etwa 19m großen Himmelskörpers im russischen Ural über der Millionenstadt Chelyabinsk im Jahr 2013 dar. Dabei wurden rund 1.500 Personen verletzt, überwiegend durch Splitter von zerplatzenden Fensterscheiben aufgrund der Druckwelle der Explosion.

Ein großer Teil der Außenwand des Zinkwerk (Ziegelgebäude) fehltBild vergrössern Chelyabinsk - Zinkwerk. Foto: A. Pospel
Ein großes Fenster ist in das Gebäude eingedrücktBild vergrössern Chelyabinsk - Eingedrücktes Fenster. Foto: Miass

Wie häufig sind Meteoritenfälle?

Statistisch gesehen fallen etwa 20.000 Meteorite mit einer Masse > 100 g pro Jahr auf die Erde. Auf die Fläche Bayerns umgerechnet entspricht dies jährlich drei Stück. Somit können Meteoritenfälle auch nur selten beobachtet werden. Noch seltener kommt es vor, dass die Meteoriten auch gefunden werden. Im stark bewaldeten Bayern fällt dies zudem schwerer als in Wüsten und den Schneeflächen der Polarregionen, woher die meisten der weltweit gefundenen Meteorite stammen.

Automatische Kameraüberwachung

Europakarte mit Lage der Kamerastandorte des Europäischen FeuerkugelnetzesBild vergrössern Kamerastandorte des Europäischen Feuerkugelnetzes

Um möglichst viele Daten über Meteoritenfälle zu sammeln, werden in Mitteleuropa nächtliche Leuchterscheinungen (Meteore oder "Feuerkugeln") durch automatische Beobachtungskameras des Europäischen Feuerkugelnetzes aufgezeichnet. Aus den Daten mehrerer Kameras, kann berechnet werden, ob Meteoritenmaterial den Erdboden erreicht hat und wo dies in etwa geschehen ist. Die anschließende systematische Suche ist manchmal von Erfolg gekrönt, wie z.B. 2002 im Fall "Neuschwanstein" und 2016 im Fall "Stubenberg".

Blick von oben auf die verspiegelte Halbkugel, die den gesamten Horizont abbildet.Bild vergrössern Verspiegelte Halbkugel einer Feuerkugelkamera. Foto: M. Metz

Sie haben einen Meteoriten gefunden?

Wer glaubt, einen Meteoriten gefunden zu haben, kann ihn mit einer Checkliste überprüfen. Wenn Sie alle vier Fragen mit "Ja" beantworten können, halten Sie vielleicht tatsächlich ein Stück Weltall in den Händen.

  • Weist das Fundstück eine besonders hohe Dichte auf, das heißt, ist es für seine Größe besonders schwer?
  • Lenkt das Stück eine Kompassnadel ab?
  • Hat das Objekt eine matte Oberfläche bzw. eine schwarze oder braune Kruste?
  • Zeigt das Objekt an einer Bruchfläche metallischen Glanz oder metallische Einschlüsse?
Meteorit mit brauner bis schwarzer, dünner SchmelzkrusteBild vergrössern Typisches Aussehen eines Meteoriten mit brauner bis schwarzer, dünner Schmelzkruste (Meteorit Saint Sauveur, Frankreich 1914). Foto: Didier Descouens, Museum Toulouse

Ein gefundener Meteorit sollte möglichst vorsichtig behandelt werden: Auf keinen Fall zerschlagen und nicht mit bloßen Händen anfassen, damit der Meteorit nicht kontaminiert wird (besser sind Handschuhe oder ein Stück Alufolie). Testen Sie nicht, ob das Stück von einem Magneten angezogen wird, denn danach können bestimmte physikalische Messungen nicht mehr sinnvoll durchgeführt werden! Wer ein verdächtiges Meteoriten-Fundstück entdeckt hat, sollte dieses bitte direkt an der Fundstelle fotografieren, den Fundort markieren und die Fotos an folgende Adressen senden:

Bayerisches Landesamt für Umwelt,
Abteilung "Geologischer Dienst",
Tel.: 09281 1800-4701,
E-Mail: Poststelle

und/oder
Dieter Heinlein,
Bavarian Meteorite Laboratory,
Tel.: 0821 443313,
E-Mail: boli@meteorites.de.

Das Objekt wird gerne von Meteoriten-Spezialisten in Augenschein genommen. Die Besitzrechte des glücklichen Finders werden natürlich respektiert!