Gewässervermessung

Unsere Gewässer unterliegen natürlichen und künstlichen Gestaltungsvorgängen für deren Dokumentation und Beurteilung eine Vermessung unerlässlich ist.

Flussvermessung

Die langfristig ablaufenden Umgestaltungen in Flüssen werden nur durch besondere Ereignisse (Hochwasser) oder künstliche Maßnahmen unterbrochen. Zur Erfassung dieser Änderungen sind turnusmäßige Vermessungen erforderlich. Für die Dokumentation dieser Veränderungen wird die seit Jahrzehnten bewährte Methode der Querprofilaufnahme verwendet. In der Gewässerprofilverwaltung werden die in der Bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung erhobenen Vermessungsdaten zentral vorgehalten. Das Merkblatt "Flussausstattung, Flussaufnahmen und deren Dokumentation" definiert die Grundlagen der Flussausstattung und die Dokumentation der Daten.

Die Querprofillienien für eine Stelle in der Isar, für mehrere Messungen aufgezeichnet. Plot Querprofile an der Isar für verschiedene Vermessungsepochen

Der Fluss wird zur Verortung der Querprofile in Längsrichtung eingeteilt. Die Einteilung wird als Flusskilometer bzw. bei rein digitalen Einteilungen in Geoinformationssystemen als Stationierung bezeichnet. Die Einteilung beginnt bei der Mündung in den Vorfluter und steigt zur Quelle hin an. Flusskilometer und Stationierungen werden zentral in der Gewässerprofilverwaltung vorgehalten. Flusskilometer werden bei Bedarf an den Gewässern vermarkt. In Kombination mit GPS-Vermessungen ist eine Datenerhebung immer an der gleichen Position gesichert. Der Vergleich verschiedener Vermessungsepochen lässt Rückschlüsse auf die Umgestaltungsvorgänge im Gewässer zu. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für Gutachten und Berechnungen an den Gewässern. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf das Verhalten der Sohle und der Uferbereiche gelegt.

Die Vermessung der Flüsse ist eine wesentliche Grundlage für die Modellierung von Wasserständen in numerischen Modellen. Numerische Modelle werden zum Beispiel bei der Ermittlung von Hochwassergefahrenflächen eingesetzt. Neben den Querprofilen werden für Modellierungen im Zuge der Vermessung zusätzlich Bauwerke, Wasseranschlagslinien, Böschungsoberkanten und Hochwasserschutzanlagen vermessen.

Weitere Informationen zu der Verwendung der Vermessungsdaten finden Sie auf unserer Internetseite zum Thema Gewässermorphologie und Hydraulik.

Seenvermessung

Die Linien gleicher Wassertiefen des Kochelsees Höhenlinienkarte des Kochelsees im Maßstab 1:10.000

Wie die Fließgewässer unterliegen auch die Seen Gestaltungsvorgängen. Bei Seen finden die größten Umgestaltungen in den Mündungsbereichen von Fließgewässern statt. Die stetig abnehmende Fließgeschwindigkeit führt zu Ablagerungen von Geschiebe und Schwebstoff in den Seebecken. Neben der Ablagerung von Geschiebe und Schwebstoff führt auch Biomasse, die durch Bewuchs entsteht, zur Verlandung der Seen.

Bei den Seen werden die Vermessungsdaten nicht wie bei den Fließgewässern einer Kilometrierung zugeordnet, sondern in einem Koordinatensystem georeferenziert und jedem Messpunkt die Tiefe bzw. die Höhe im jeweiligen Höhensystem zugeordnet. Aus diesen Daten entstehen digitale Geländemodelle und Höhen- bzw. Tiefenlinienkarten werden abgeleitet.

Aus den Geländemodellen können neben dem Inhaltsvolumen auch die Tiefen und die Seefläche ermittelt werden. Das Volumen hat eine besondere Bedeutung bei der Bewirtschaftung von Hochwasserrückhaltebecken und Stauseen.