Abwassersammelgruben

In Bayern gibt es etwa 16.000 Abwassersammelgruben zur Abwasserentsorgung, sogenannte "abflusslose Gruben". Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) führt bis Ende 2020 bei allen Kreisverwaltungsbehörden, großen Kreisstädten und leistungsfähigen Kommunen eine allgemeine Erhebung zu Abwassersammelgruben durch. Konkret handelt es sich um Angaben zur Grubenart, zum baulichem Zustand der Anlagen, zur Entsorgung und Verwertung des gesammelten Grubeninhalts sowie zur Überwachung. Die Daten werden vom LfU ausgewertet und bilden eine fundierte Grundlage zur Verbesserung des Gewässerschutzes.

Im Rahmen eines Pilotvorhabens im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wurden 2018 und 2019 in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Dingolfing-Landau umfassende Vor-Ort-Erhebungen bei mehr als 400 Abwassersammelgruben durchgeführt. Teils wurden erhebliche Defizite z. B. beim baulichen Zustand oder der Dichtheit erkannt, nicht selten waren Gewässerverunreinigungen festzustellen oder zu besorgen. Auch bei der Überwachung von Abwassersammelgruben besteht aus Gründen des Grundwasser- und Gewässerschutzes sowie im Hinblick auf eine Gleichbehandlung mit Betreibern von Kleinkläranlagen Handlungsbedarf.

Abwassersammelgruben sind unter den Voraussetzungen des Art. 41 Bayerischer Bauordnung für ein (ehemalig) landwirtschaftliches Anwesen zulässig. Nach einer Vorreinigung in einer Mehrkammerausfaulgrube erfolgt anschließend die Sammlung des Abwassers in einer Güllegrube oder die Mitbehandlung in einer Biogasanlage. Eine spätere ordnungsgemäße landwirtschaftliche Verwertung richtet sich nach Abfall- bzw. Düngerecht.