25 Jahre Versauerungsmonitoring

In Bayern wird seit über 25 Jahren die Entwicklung der atmosphärisch bedingten Versauerung aller betroffenen Umweltkompartimente (Boden, Wasser, Luft) durch ein intensives Monitoring überwacht. Um den Versauerungszustand möglichst exakt zu erfassen, werden biologische und chemische Untersuchungen durchgeführt. Zusätzlich erfolgt in drei besonders von Versauerung betroffenen Gebieten im Bayerischen Wald, Fichtelgebirge und dem Hochspessart besonderes umfassende Untersuchungen (IHM - Integriertes Hydrologisches Monitoring), mit denen sich der gesamte Pfad der Versauerung nachvollziehen lässt. Die Messdaten werden über folgende Bereiche erhoben:

  • Niederschlag
  • Sickerwasser
  • Grundwasser
  • Quellen
  • Fließgewässer
  • Seen

Die Untersuchungen über die verschiedenen Umweltkompartimente geben Aufschluss darüber, wie stark sich die Säure bildenden Emissionen (aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft) in der Umwelt niederschlagen und welche Folgen sie für die Flora und Fauna haben.

Entwicklung der Versauerung

Die Auswertungen im Rahmen des Projektes "25 Jahre Versauerungsmonitoring in Bayern" zeigen, dass der Eintrag von versauernd wirkenden Stoffen aus der Atmosphäre deutlich reduziert wurde (zum Beispiel an der Integrierten Hydrologischen Messstelle – IHM – im Fichtelgebirge). Als Folge dessen befinden sich heute bereits einige Gewässer wieder in einem annähernd versauerungsfreien Zustand (zum Beispiel Hochfallbach im Bayerischen Wald). Diesen Trend belegen auch biologische Untersuchungen. So wurden die Lebensbedingungen für die Gewässerorganismen in den Flüssen und Seen erheblich verbessert.

Zeitliche Entwicklung des pH-Wertes des Fließgewässers Hochfallbach im Bayerischen Wald (schwarze Punkte – Einzelwerte; blau Punkte – Jahresmittelwerte) Trend leicht ansteigend um den Wert 6. Bestandsniederschlag an der integrierten Hydrologischen Messstelle Hochfallbach im Bayerischen Wald

In den Böden lassen sich über die Messungen derzeit nur geringe Verbesserungen nachweisen. In den Oberböden zeigen Sickerwassermessungen deutlichere Erholungstendenzen als in tiefer liegenden Bodenschichten. Dies ist sicher eine Ursache, weshalb Änderungen im Grundwasser voraussichtlich erst in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten zu erwarten sind.

Zeitliche Entwicklung des Ein- und Austrags an Schwefel an der Integrierten Hydrologischen Messstelle im Bayerischen Wald sowie der daraus resultierenden Frachtbilanz, mit insgesamt sinkenden Werten. Frachtbilanz an der integrierten Hydrologischen Messstelle Hochfallbach im Bayerischen Wald

Eine Grundvoraussetzung für die Erholung von der Versauerung ist die Entsäuerung der Ökosysteme und dabei ganz besonders der Böden. Dies geschieht u.a. durch Freisetzung der im Boden gespeicherten Schwefelverbindungen. Die Messergebnisse belegen, dass die entsprechenden Vorgänge aktuell in vollem Gange sind. Seit Ende der 1990er Jahre wird mehr Schwefel (S) aus diesen Gebieten ausgetragen, als über die atmosphärische Deposition eingetragen wird (zum Beispiel an der Integrierten Hydrologischen Messstelle – IHM – im Bayerischen Wald).

Versauerung in der Zukunft

Das Thema Versauerung wird uns auch in Zukunft weiter begleiten und ein kontinuierliches Monitoring wird weiterhin notwendig sein. Insbesondere aussagekräftige Veränderungen im Grundwasserbereich werden mit Spannung erwartet.

Im Rahmen des Symposiums "25 Jahre Versauerungsmonitoring in Bayern" wurden aktuelle Ergebnisse präsentiert und mit Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen diskutiert. Unter den weiteren Menüpunkten finden Sie die einzelnen Vorträge der Referenten des Symposiums sowie weiterführende Informationen zu den Ergebnissen des Projektes "25 Jahre Versauerungsmonitoring in Bayern".