Entwicklung der Überwachung der Umweltradioaktivität

Die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt begann in Bayern bereits in den fünfziger Jahren mit der Messung des radioaktiven Fallouts von oberirdischen Kernwaffentests.
Mit dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) im Jahre 1957 übernahm Deutschland u.a. auch die Verpflichtung zur Überwachung der Umweltradioaktivität. 1960 wurden die Überwachungsaufgaben in Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern festgelegt.
Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 und der daraus resultierenden großräumigen Kontamination wurden die Messverfahren auf bundesweit einheitliche Kriterien ausgerichtet und so ein wirksames und koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Dienststellen in Bund und Ländern gewährleistet.
In der Folge des Tsunami 2011 in Japan und dessen Auswirkungen auf die Kernkraftwerke in Fukushima erließ die Europäische Union (EU) die Richtlinie 2013/59/Euratom.

Seit 2017 regelt das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) unter anderem den umfassenden Schutz vor schädlicher Strahlung in der Medizin, den Schutz vor Radon in Aufenthaltsräumen oder an Arbeitsplätzen und die bessere Vorsorge für den Notfall.

Strahlenexposition des Menschen

Darstellung der Strahlenexpositionspfade auf den Menschen: von außen durch radioaktive Stoffe in der Luft und durch Ablagerung von radioaktiven Stoffen am Boden sowie von innen durch Einatmen von kontaminierter Luft und durch Aufnahme von radioaktiven Stoffen in den Körper über Lebensmittel (Fisch, Fleisch, Käse, Gemüse) und Trinkwasser. Mögliche Ausbreitungs- und Transportwege radioaktiver Stoffe zum Menschen

Radioaktive Stoffe in der Umwelt tragen auf verschiedenen Wegen zu einer Strahlenexposition des Menschen bei. Im Wesentlichen ist zu unterscheiden zwischen

  • der Strahlenexposition von außen durch radioaktive Stoffe in der Luft und durch Ablagerung von radioaktiven Stoffen am Boden sowie
  • der Strahlenexposition von innen durch Einatmen von kontaminierter Luft und durch Aufnahme von radioaktiven Stoffen in den Körper über Lebensmittel und Trinkwasser.

Die ständige Umweltüberwachung ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme. Hierzu zählen neben den automatischen Messnetzen KFÜ und IfR auch Probenahmen von Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft sowie Futtermitteln. Des Weiteren erfolgen Beprobungen von Trink- und Grundwasser, oberirdischen Gewässern und weiteren Medien.

Grundlage sind Messprogramme nach dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) sowie nach verschiedenen Richtlinien und landeseigenen Vorgaben. In diesen Messprogrammen ist verbindlich und detailliert festgelegt:

  • wo und in welchen Zeitabständen,
  • welche Umweltbereiche,
  • nach welchen Vorgaben

zu überwachen sind.

Probenahmen, Laboruntersuchungen und Messergebnisse

Derzeit werden in Bayern jährlich rund 1.500 Proben mit rund 1.800 Messungen im Rahmen der Messprogramme in den Strahlenschutzlaboren des LfU untersucht. Hinzu kommen sonstige Proben die im Rahmen der landeseigenen Messprogramme genommen werden, beispielsweise Wildpilze und Wildbret.

Die Messergebnisse der letzten drei Jahre veröffentlicht das LfU im Internet.

Der Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986

Die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl vom 26. April 1986 nach Bayern gelangten radioaktiven Stoffe sind heute noch messbar, ihr Beitrag zur gesamten Strahlenexposition ist aber sehr gering.

Allgemein lässt sich die Entwicklung der Umweltradioaktivität in Bayern in unseren Strahlenhygienischen Jahresberichten verfolgen. Zu besonderen Jahrestagen fassen wir die Messergebnisse in eigenen Veröffentlichungen zusammen.

Die Veröffentlichungen finden sich im Broschürenportal der Bayerischen Staatsregierung.

Veröffentlichungen

Jährlich veröffentlicht das LfU einen Überblick über die allgemeine Umweltradioaktivität und die Umgebungsüberwachung der kerntechnischen Anlagen in Bayern im Strahlenhygienischen Jahresbericht – der aktuelle Bericht ist als Publikation verlinkt.
Weitere Berichte finden sich im Broschürenportal der Bayerischen Staatsregierung.

Unsere Broschüre "Radioaktivität und Strahlung – Vorkommen und Überwachung" informiert über die Grundbegriffe der Radioaktivität sowie über die Überwachung von Radioaktivität in der Umwelt in Bayern.