Natur: Nr. 21 / Donnerstag, 21. Mai 2026

Das Bayerische Artenschutzzentrum informiert darüber, wie einfach und wirkungsvoll Naturschutz schon vor der eigenen Haustüre sein kann
 

Naturnahe Gärten mit gebietsheimischen Pflanzen stützen die heimische Biodiversität Naturnahe Gärten mit gebietsheimischen Pflanzen stützen die heimische Biodiversität (Quelle: Stephanie Millonig)

Wer in Gärten, Grünanlagen oder auf Balkonen einheimische Wildpflanzen bevorzugt und Nist- sowie Unterschlupfmöglichkeiten schafft, bietet Insekten eine lebenswichtige Umgebung. Diese Insekten wiederum versorgen Vögel, Igel, Amphibien und Fledermäuse mit Nahrung und Gärten entwickeln eine leben(snotwen)dige Vielfalt.

Zum Tag der Artenvielfalt, den 22. Mai 2026, stellt das Bayerische Artenschutzzentrum (BayAZ) die zentrale Bedeutung privater Gärten für die Biodiversität in den Fokus. Mit einer Fläche von rund 135.000 ha leisten private Gartenanlagen in Bayern einen zentralen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Gärtnern für mehr Artenvielfalt

Die Broschüre „Gärtnern für mehr Artenvielfalt“ des LfU-Projekts gArtenvielfalt dient als Wegweiser durch die Jahreszeiten und bietet Gartenbesitzerinnen und -besitzern eine schrittweise Anleitung, wie sie ihren Garten zu einem artenreichen Lebensraum entwickeln können. Im Frühling wird etwa empfohlen, heimische Stauden und Küchenkräuter wie Thymian, Oregano, Minze oder Schnittlauch zu pflanzen, um Insekten frühzeitig Nektar und Pollen zu bieten. Von einer Pflanze hängen durchschnittlich zehn weitere Arten ab. Einige dieser Arten sind zudem auf einzelne Wildpflanzen spezialisiert und entsprechend von diesen abhängig. Auch der vermeintliche Wildwuchs wie Löwenzahn oder Brennnessel sind wertvoll für Insekten. Sie im Garten zu belassen, macht ihn insektenfreundlich, was wiederrum eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Kleinsäuger darstellt. 

Im Sommer können Wildblumenwiesen angelegt und Totholz sowie offene Bodenstellen bewusst belassen werden, damit Insekten und Kleintiere, wie Igel oder Eidechsen ein Refugium finden. Eine arten- und strukturreiche Gestaltung des Gartens, die Auswahl heimischer Pflanzen mit einem Blüten- und Früchteangebot von Frühjahr bis Herbst sowie Bäume und Sträucher mit Deckung und Nistmöglichkeiten für Vögel und Kleinsäuger fördern die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustüre. Naturnah gestaltete Gärten und Balkone bieten einer lebendigen Vielfalt ganzjährig Nahrung, Nistplätze und geschützte Rückzugsorte auch im Siedlungsraum.

Warum das wichtig ist

Der Rückgang der biologischen Vielfalt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch in Bayern fortgesetzt, was hauptsächlich auf die Aktivitäten des Menschen zurückzuführen ist. Landnutzungsänderungen und Klimawandel bedrohen die Biodiversität auch hier in Bayern. Durch gezielte Bepflanzung und naturnahe Pflege können private Gärten entscheidend dazu beitragen, Lebensräume zu stabilisieren und auszubauen. Das Projekt gArtenvielfalt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur lebendigen Vielfalt und mehr Biodiversität in Gärten und Balkonen.

Einladung zum Mitmachen

Am Samstag, den 23. Mai stehen die Expertinnen des BayAZ im Augsburger Zoo an einer Mitmachstation zu Gärten und Mooren für die Artenvielfalt persönlich für Fragen und weitere Informationen bereit. Besucher erhalten praktische Tipps für naturnahe Gartengestaltung, warum jede Pflanze ein kleines Ökosystem beherbergt und welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, um den Artenrückgang zu stoppen.

Weitere Informationen und Publikationen zum Thema:

 



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