Gold

An vielen mittlerweile in Vergessenheit geratenen Orten wurde in Bayern tatsächlich Gold abgebaut. Die Spuren dieser Goldsuche sind stellenweise heute noch sichtbar. Wo und wie wurde das Gold abgebaut? Das verraten das Goldbuch mit seinen Goldgeschichten und der UmweltAtlas Bayern.

Regionale Geschichte: Goldfunde in Bayern

Bayernkarte mit den Standorten der GeotopeBild vergrössern Verteilung der im Buch erläuterten 20 Goldenen Geotope

Die meisten Relikte der Goldgewinnung in Bayern sind im Grundgebirge Nordostbayerns vom Frankenwald über die Münchberger Masse, das Fichtelgebirge, den Oberpfälzer Wald bis in den Bayerischen Wald zu finden. Aber auch entlang der großen Flusstäler von Donau, Isar und Inn befinden sich ehemalige Gewinnungsstellen.

20 Ausflugsziele zu den "Goldenen Geotopen", geologische und archäologische Antworten, aber auch Legenden am Rande, finden Sie im jüngst erschienen Buch "Auf den Spuren des bayerischen Goldes – 20 Goldene Geotope". Kosten 19 Euro, erhältlich im Publikationsshop oder im Buchhandel.

Kostbare Geschichte: Die "Goldenen Geotope" im UmweltAtlas Bayern

Dort finden Sie weiterführende Informationen zu:

  • 20 ausgewählten und im Buch beschriebenen Geotopen,
  • 15 weiteren Geotopen rund um den Goldbergbau und die Goldwäscherei,
  • 100 Geotopen, mit dem Gütesiegel "Bayerns schönstes Geotop" ausgezeichnet,
  • zu weiteren über 2.700 Geotopen, die ebenfalls im UmweltAtlas Bayern aufrufbar sind,
  • GeoMuseen und GeoLehrpfaden, auch zum Thema Gold (siehe unter "Tipp").

3 Schritte führen hin:

  1. Den UmweltAtlas Bayern unter nachfolgendem Link aufrufen, die Geotopauswahl zu Gold ist bereits eingestellt.
  2. "Meine Inhalte" auswählen. Unter "Meine Suchen und Ergebnisse – Goldgeotope" die Suchanfrage laden (Symbol links – Pfeil nach oben). Nun werden die Geotope in der Karte und einer Tabelle angezeigt.
  3. Mit einem Klick in die Tabelle wird die Lage des Geotops angezeigt und Sie erhalten eine Kurzinformation. Diese enthält ein Bild sowie einen Steckbrief des Geotops als PDF-Dokument mit weiteren Daten.

Tipp:

Laden Sie unter "Inhalt > Geologie erleben" mehr Themen rund um Geotope und Ausflugstipps dazu. Unter "Inhalt wechseln" finden Sie weitere Karten und Daten. Oder testen Sie die Suche, beispielsweise nach GeoMuseen, GeoLehrpfaden und GeoParks.

Gediegene Geschichte: Woher kommt das Gold?

Schnitt durch ein GeländeBild vergrössern Vier Arten der Goldlagerstätten in Bayern

Gold, das im Berg, also an seinem ursprünglichen Entstehungsort im Gestein gefunden wird, bezeichnet man als Berggold oder primäres Gold. Wird primäres Gold durch Verwitterung und Abtragung aus dem Ursprungsgestein freigesetzt und umgelagert, wird es zu sekundärem Gold, auch Seifengold genannt. Je nach Abstand zur primären Goldquelle unterscheidet man zwischen residualem, eluvialem oder alluvialem Seifengold.

Das Zentrum der historischen Goldgewinnung in Bayern ist Goldkronach (Landkreis Bayreuth) mit seiner über 600-jährigen Bergbaugeschichte. An keinem anderen Ort im heutigen Freistaat wurde in so großem Ausmaß im Untertagebau Berggold gewonnen. Weitere Orte in deren Umgebung Berggold abgebaut wurde, sind Plösen im Landkreis Hof sowie Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth) und Oberviechtach (Landkreis Schwandorf).

Personen an einem Flussufer beim GoldwaschenBild vergrössern Goldwäscher am Oberrhein bei Karlsruhe um 1825 (Gemälde nach einer Zeichnung von G. Voltz).

An den allermeisten Goldgewinnungsstellen wurde allerdings kein Berggold sondern Seifengold abgebaut. Die wohl weit verbreitetste Goldlagerstätte ist das alluviale Seifengold, auch Flussgold genannt. Das bei der Umlagerung an bestimmten Stellen angereicherte Gold konnte ohne größeren Materialaufwand von Hand gewonnen werden. Rund um die primären Goldvorkommen wurde in den Flüssen und Bächen umgelagertes Gold gewaschen. Die meisten Vorkommen dieser Art liegen naturgemäß im Grundgebirge Nordostbayerns.

Nord-Süd-Geschichte: Bayern-Flussgold

Im Bereich der großen Flüsse Südbayerns wurde ebenfalls Gold gewaschen. Das Gold der Voralpenflüsse Isar und Inn stammt aus den umliegenden Molasseablagerungen. Die in diesem Sand und Kiesgestein eingeschlossenen Goldkörner waren schon vor 20 Millionen Jahren aus dem Tauernfenster in den österreichischen Zentralalpen über zahlreiche Flüsse ins heutige Bayern gelangt.

Die von Norden kommenden Flüsse Naab und Regen transportieren Gold aus der Oberpfalz und dem Bayerischen Wald in die Donau.

GoldklumpenBild vergrössern Flussgold aus dem Obermain, 80-fach vergrößert

Gold ist äußerst beständig. Es verwittert im Gegensatz zum umliegenden Gestein nicht. Durch seine leichte Formbarkeit werden durch Umlagerung zunächst runde Gold-Nuggets und nach größerer Transportweite schließlich flache Flitterchen wie z.B. Flussgold aus dem Obermain oder bei noch längerem Transportweg Goldstaub. Das aus den großen Flüssen gewaschene Gold musste an den Staat abgeliefert werden.

Daraus wurden je nach Herkunftsgebiet sogenannte Flussgolddukaten geprägt, wie beispielsweise Isar-, Donau- oder Inndukaten. Da die Ausbeute nicht sonderlich hoch war, wurden nur wenige hergestellt. Sie stellen daher heute eine große Rarität mit hohem Sammlerwert dar.

Fast vergessene Geschichte: Die Spuren des bayerischen Goldbergbaus

Man verfolgte das goldhaltige Gestein bis tief in den Berg hinein. Im Mittelalter trieben die Bergleute in Goldkronach in mühevoller Handarbeit Stollen ins Berginnere. Zudem sind dort noch zahlreiche Bergbauspuren aus dieser Zeit bis hin zu den letzten Goldabbau-Versuchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorhanden. Viele Schächte, Pingen und Halden künden von der regen Bergbautätigkeit vergangener Tage.

Hügel in einem WaldBild vergrössern Grübenfeld "Alte Schanze" im Landkreis Cham

Aber auch das Schaufeln, Sieben und Waschen von Seifengold hinterlässt Spuren. So blieben nach dem Waschen des Flusssandes oft hohe Sandberge zurück, die als Seifenhügel (örtlich auch Grübenfelder oder Reuthalden) bezeichnet werden. Manchmal wurden auch ganze Bäche durch angelegte Gräben umgeleitet, um im Nachbargebiet Gold zu waschen.

Leider werden diese Bergbauspuren meist aus Unwissenheit eingeebnet. Heute sind sie nur noch in älteren Waldbeständen erhalten. Als Geotope sind sie wertvolle Zeugnisse der Bergbaugeschichte. Als Boden- oder Naturdenkmäler stehen einige dieser Bergbauspuren unter besonderem Schutz.