PFOA-Problematik im Raum Gendorf

Im Chemiepark Gendorf (CPG) wurde Perfluoroctansäure (PFOA) von 1968 bis 2003 hergestellt und von 1968 bis 2008 zur Produktion von Fluorpolymeren als Produktionshilfsstoff (Emulgator) verwendet. In diesem Zeitraum konnten die Emissionen der vorwiegend über das Abwasser und zu Teilen auch über die Luft emittierten PFOA zwar deutlich gesenkt werden, dennoch gelangte bis zur Umstellung auf einen anderen Emulgator PFOA in die Umwelt. Seit der Einführung des neuen Emulgators ADONA im Jahr 2008 wird PFOA am Standort Gendorf nicht mehr verwendet (siehe auch "Einführung des PFOA-Ersatzstoffes ADONA"). Im Jahr 2006 lagen die PFOA-Konzentrationen in der Alz noch bei etwa 5 – 8 µg/l, bis 2016 nahmen die Konzentrationen auf Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,02 µg/l ab. Die seit 2006 bestimmten PFOA-Konzentrationen in der Alz unterschritten damit den vom Umweltbundesamt festgelegten Schwellenwert für die aquatischen Lebensgemeinschaften von 570 µg/l. Im Grundwasser hingegen wurden Konzentrationen über dem damals geltenden gesundheitlichen Leitwert der Trinkwasserkommission des Umweltbundesamtes in Höhe von 0,3 µg/l gemessen.

Durch den langjährigen Einsatz von PFOA seit den 1960er Jahren liegen im Umfeld des CPG Belastungen der Umwelt mit PFOA vor, deren Risikopotenzial in den Jahren von 2006 bis 2009 zunächst durch umfangreiche Untersuchungsprogramme der zuständigen Behörden erfasst und vorläufig bewertet wurden (Landesamt für Umwelt und Wasserwirtschaftsamt Traunstein in enger Kooperation mit dem Landratsamt Altötting, dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie der Landesanstalt für Landwirtschaft). Eine Gefährdung der Bevölkerung konnte auf Grundlage dieser Untersuchungen und des vorhandenen Kenntnisstands ausgeschlossen werden. Die Untersuchungsergebnisse bestätigten jedoch den hinreichenden Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung, so dass gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz eine nachfolgende Detailuntersuchung mitsamt einer umfassenden Gefährdungsabschätzung auch im Hinblick auf zukünftige Grundwassernutzungen durch den Verursacher notwendig wurde.

Zur Abklärung der Herkunft und weiteren Entwicklung der PFOA-Konzentrationen in Boden und Grundwasser hat der CPG daher im Jahr 2010 zur Ergänzung der behördlichen Untersuchungen ein qualifiziertes Fachbüro mit weiteren detaillierteren Untersuchungen beauftragt. Diese Untersuchungen werden seither durch ein Expertengremium der zuständigen Fach- und Rechtsbehörden eng begleitet. Mit einem Abschluss der großräumigen Detailuntersuchungen und der abschließenden umfassenden Gefährdungsabschätzung wird im Jahr 2017 gerechnet.

Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse aller bisherigen Untersuchungen und die aktuelle Situation zusammenfassend dargestellt.