Die Nutzung der Wasserkraft als saubere, emissionsfreie Energie hat in Bayern eine lange Tradition. Begünstigt durch gute Gefälleverhältnisse und meist ausreichende Wasserführung in den Bächen und Flüssen wurden bis 1850 rund 6.400 Anlagen in Bayern errichtet.
Mit der Entwicklung unterschiedlicher Turbinentypen um die Jahrhundertwende (19. zum 20. Jahrhundert) und der durch Oskar von Miller angeregten Elektrifizierung Bayerns stieg die Anzahl der Wasserkraftwerke bis 1926 auf rund 11.900 Anlagen. Bis Mitte der zwanziger Jahre konnte somit der bayerische Strombedarf fast ausschließlich aus Wasserkraft gedeckt werden.
Die günstigere Kostenstruktur für Strom aus Kohle-, Öl- und Kernkraftwerken verursachte ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein drastisches Sterben bei den Wasserkraftwerken. Heute existieren in Bayern gut 4.200 Wasserkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von gut 2,9 GW (Gigawatt). (Inklusive Pumpspeicherkraftwerke).
| Jahr | Anzahl Wasserkraftanlagen | Durchschnittliche Ausbauleistung je Anlage in kW | Gesamtleistung in kW |
|---|---|---|---|
| 1850 | 6.400 | 8 | 56.000 |
| 1900 | 10.200 | 14 | 140.000 |
| 1926 | 11.900 | 52 | 615.000 |
| 1988 | 4.244 | 636 | 2.700.000 |
| 2021 | 4.248 | 695 | 2.952.000 |
Historische Entwicklung der installieren Leistung (Kilowatt) aller Wasserkraftanlagen in Bayern - deutlich erkennbar ist der starke Anstieg zwichern 1948 und 1988Die großen Wasserkraftanlagen mit einer Ausbauleistung von mindestens 1.000 kW liegen überwiegend an den alpinen Donauzuflüssen Iller, Lech, Wertach, Isar und Inn sowie an der Donau und am Main, wie in der Übersichtskarte zu erkennen ist.
Weiterführende Informationen
Links
- Historisches Lexikon Bayerns: Wasserkraftwerke
- Energie-Atlas Bayern – Wasserkraft - Ausbau & Entwicklung
- Energie-Portal des Bayerischen Wirtschaftsministeriums
- Bayerische Landeskraftwerke
- Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
- Bundesamt für Umwelt BAFU (Schweiz)
- Österreichische Energieagentur



