Integrale Wildbachentwicklungskonzepte (IWEK)

In Bayern hat man bereits vor mehr als 100 Jahren begonnen, Wildbäche auszubauen, um sich vor deren Gefahren zu schützen. Nach wie vor ist der Schutz von Siedlungen und wichtigen Infrastruktureinrichtungen in der Wildbachverbauung das oberste Schutzziel. Daher sind für Wildbäche sogenannte Wildbachgefährdungsbereiche zu ermitteln, um festzustellen, welche Flächen durch Wildbäche gefährdet sind. Zum Schutz dieser Flächen wird heutzutage ein integraler Ansatz verfolgt, der neben den technischen Schutzmaßnahmen auch begleitende Maßnahmen, wie zum Beispiel Maßnahmen zum Erhalt des Schutzwaldes, umfasst. Dabei werden auch lokale Interessensgruppen frühzeitig in den Planungsprozess miteingebunden. Zusätzlich werden auch bestehende alte Verbauungskonzepte neu überdacht werden, um sie sowohl auf die veränderten Schutzziele als auch auf die Herausforderungen im Unterhaltungsaufwand anzupassen. Auch dabei wird eine ganzheitliche Herangehensweise verfolgt.

Diese ganzheitliche Herangehensweise findet sich in "integralen Wildbachentwicklungskonzepten" (kurz IWEK) wieder. Am Landesamt für Umwelt wird derzeit für Bayern eine definierte Vorgehensweise zur Erstellung solcher Konzepte erarbeitet.

Erläuterung im Vorhergehenden Text Ablaufschema zur Erarbeitung eines Integralen Wildbachentwicklungskonzeptes

Wildbachgefährdungsbereiche

Wildbachgefährdungsbereiche sind die Flächen, welche bei einem HQ100 WB (100-jährliches Hochwasser mit wildbachtypischen Eigenschaften) betroffen sind. Die Ermittlung und Festsetzung von Wildbachgefährdungsbereichen trägt dazu bei, Schäden von vornherein zu vermeiden. Durch die verpflichtende Berücksichtigung von Wildbachgefährdungsbereichen bei der Erstellung von Bebauungsplänen werden gefährdete Bereiche von Bebauung freigehalten.

Begleitende Maßnahmen

Begleitende Maßnahmen umfassen:

  • waldbauliche Maßnahmen zum Erhalt des Schutzwaldes und das Beseitigen von Schwemmholz,
  • organisatorische Maßnahmen wie das Aufstellen von Einsatzplänen für den Ereignisfall,
  • administrative Maßnahmen wie das Erlassen von Verboten oder Beschränkungen (Art. 46 Abs.5 BayWG) und
  • Empfehlungen zur Eigenvorsorge wie das Abschließen einer Elementarschadenversicherung.

Die Maßnahmen liegen dabei nicht immer im Zuständigkeitsbereich der Wasserwirtschaftsverwaltung, weshalb die Planung und Realisierung nur in enger Absprache mit den jeweiligen Ansprechpartnern erfolgen kann.

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