Ergebnisse

Hier finden Sie die Ergebnisse zum Forschungsprojekt "Fischökologisches Monitoring an innovativen Wasserkraftanlagen" mit der Projektlaufzeit von 2014 bis 2020.

Die Studie enthält erste fachliche Bewertungen innovativer Techniken der ökologischen Wasserkraftnutzung. Sie kann damit einen fundierten Diskussionsbeitrag zur Frage liefern, welche ökologischen Herausforderungen an die Wasserkraft der Zukunft zu stellen sind. Für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh. Es werden weitere Untersuchungen der ökologischen Auswirkungen von Wasserkraft folgen. Konkret sollen in einem nächsten Schritt aus der Studie Kriterien entwickelt werden, die auch als fachliche Grundlagen für künftige Beurteilungen in wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren dienen können.

Zusammenfassungen zu den Abschlussberichten

Band 1: zum Hintergrund und den Methoden des Projekts finden Sie hier:

Band 2a zu den Versuchen zur fangbedingten Schädigung finden Sie hier:

Band 2b zum Vergleich von sonar-, kamera- und netzbasierten Monitoringmethoden finden Sie hier:

Band 3 zum Standort Baiersdorf-Wellerstadt an der Regnitz finden Sie hier:

Band 4 zum Standort Lindesmühle an der Fränkischen Saale finden Sie hier:

Band 5 zum Standort Au an der Iller finden Sie hier:

Band 6 zum Standort Heckerwehr an der Roth finden Sie hier:

Band 7 zum Standort Eixendorf an der Schwarzach finden Sie hier:

Band 8 zum Standort Baierbrunn an der Isar finden Sie hier:

Band 9 zum Standort Höllthal an der Alz finden Sie hier:

Band 11 zu den standortübergreifenden Verbesserungsmöglichkeiten für den Fischschutz und die Gewässerökologie (ohne Schachtkraftwerk) finden Sie hier:

Projektband 10 wird die Ergebnisse zum Schachtkraftwerk in Großweil an der Loisach enthalten. Es wird im Rahmen eines Ergänzungsprojektes untersucht und erst mit Abschluss dieses Ergänzungsprojektes im Jahr 2022 veröffentlicht.

Noch mehr Informationen zur Methodik und den einzelnen Standorten finden Sie außerdem in den jeweiligen Abschlussberichten auf der Homepage des Lehrstuhls für Aquatische Systembiologie der TU München:

Die Abschlusspräsentation der Projektergebnisse fand am 15.07.2020 statt. Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an E-Mail: oekoenergie.

Veröffentlichung von bisherigen Erkenntnissen aus dem Forschungsprojekt

Wie können äußere Verletzungen an Fischen optimal und nachvollziehbar dokumentiert werden?

In der ersten Phase des Projekts "Fischökologisches Monitoring an innovativen Wasserkraftanlagen" konnte die TU München ein System zur standardisierten Erfassung von äußeren Fischverletzungen entwickeln, das durch Einbeziehung von 86 Kombinationen von Verletzungstypen und Körperbereichen eine umfassende Vergleichsbasis zur Bewertung der Fischverletzungen durch Wasserkraftanlagen ermöglicht.

Welche Verletzungen können Fangeinrichtungen an Fischen verursachen?

Für eine korrekte Differenzierung von Verletzungen durch die jeweiligen Anlagen und die Fangeinrichtungen sind Kenntnisse über den Einfluss der Fangtechnik essentiell. In Vorversuchen konnte die TU München dies dokumentieren, insbesondere die Notwendigkeit kurzer Leerungsintervalle der Netzfangeinrichtungen.

Welche Wanderkorridore können abwandernde Aale an Wasserkraftanlagen auffinden?

Einfache Lösungen wie das zeitweilige Öffnen eines Leerschützes können einen vielversprechenden Wanderkorridor für die Abwanderung von Aalen darstellen, sofern der Eintritt in die Turbine durch geeignete mechanische Barrieren verhindert wird.

Wie wirken sich physikalische und hydraulische Kräfte auf Fische bei der Kraftwerkspassage aus?

Fische sind bei der Turbinenpassage einem erhöhten Verletzungsrisiko durch Kollision mit dem Laufrad, Druckunterschiede und starken Turbulenzen ausgesetzt. Mithilfe des Messgeräts "Sensorfish" können die physikalischen Bedingungen (Rotationsgeschwindigkeit, Beschleunigung, Druck und Temperatur) während der Turbinenpassage gemessen werden. Im Rahmen einer Studie wurden dazu drei verschiedene Standorte und Niederdruckturbinen (VLH-Turbine, Wasserkraftschnecke und Kaplanturbine) näher untersucht.

Welche Verhaltensmuster lassen sich bei der Abwanderung heimischer, potamodromer Fischarten erkennen?

Über das Wanderverhalten heimischer Mittel- und Kurzdistanzwanderfischarten ist bisher noch wenig bekannt. Im Rahmen der Untersuchungen zum fischökologischen Monitoring wurde das Wanderverhalten von insgesamt 39 Fischarten näher untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Abwanderung starken tages- und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt aber auch von arten- und gewässerspezifische Faktoren beeinflusst wird.

Welche Unterschiede zeigen sich beim Einsatz verschiedener Monitoring und Fang-Techniken zur Erfassung von Wanderbewegungen im Fluss?

Je nach wissenschaftlicher Fragestellung, standörtlichen Bedingungen und Fischarten können unterschiedliche Monitoring- oder Fang-Techniken für Felduntersuchungen geeignet sein. In dieser Studie wurden mittels Aris-Sonar, Go-Pro Kamera und Netzfang erhobene Daten zur Erfassung von Verhaltensmustern bei der Abwärtswanderung verglichen und bewertet.

Wie wirken sich verschiedene Öffnungsgrößen eines oberflächennahen Kronenausschnittes an einer Spülklappe auf das Abwanderungsverhalten aus?

Im Rahmen der Untersuchungen am beweglichen Kraftwerk, Standort Eixendorf, wurden verschiedene Öffnungsgrößen der Spülklappe hinsichtlich ihrer Akzeptanz als Wanderkorridor untersucht. Hierbei wurden die generelle Funktionalität dieses oberflächennahen Abstiegskorridors und das Verletzungsrisiko bei der Abwärtswanderung über den Bypass betrachtet.

Wie können die inneren Verletzungen von Fischen durch die Turbinenpassage erfasst werden?

Im Rahmen des Projekts "Fischökologisches Monitoring an innovativen Wasserkraftanlagen" wurden die inneren Verletzungen bei der Turbinenpassage anhand einer Stichprobe von sieben einheimischen Fischarten durch Röntgenbilder mittels Kontaktradiographie erfasst. Mit Hilfe einer standardisierten Auswertungsmethode wurden die Fische auf insgesamt 36 Typen innerer Verletzungen hin untersucht. Die kombinierte Betrachtung der inneren und äußeren Verletzungen ermöglicht so eine umfassende Bewertung der turbinenbedingten Schädigungen und einen Vergleich zwischen verschiedenen KraftwerkssStandorten.

Welchen Einfluss hat das Fischverhalten auf die Wiederfangraten bei Untersuchungen mit Netzfang-Methodik?

Anhand von drei Experimenten wurde untersucht, wie sich Fische in Fangnetzen verhalten und welche physikalischen und biologischen Faktoren ihr Verhalten beeinflussen. Die durch Kameras erhobenen Daten zeigen dabei drei typische spezifische Verhaltensmuster: Schleichen, Verweilen und Wechseln, die zu niedrigen Wiederfangraten in den Fangnetzen führen können.

Können die fischökologischen Auswirkungen von Wasserkraftanlagen mit Hilfe des neu entwickelten europäischen Fischgefahrenindex "European Fish Hazard Index" (EFHI) ausreichend bewertet werden?

Der European Fish Harzard Index (EFHI) wurde zur Risikobewertung von potentiellen oder bereits bestehenden Wasserkraftanlagen entwickelt. In der vorliegenden Studie wurde der EFHI für sieben Wasserkraftstandorte aus dem Projekt "Fischökologisches Monitoring an Wasserkraftanlagen" unter Anwendung verschiedener Szenarien bei der Fischartenzusammensetzung berechnet und mit den empirischen Daten aus dem Projekt verglichen.

Beiträge in der Presse

Hier berichtet der Bayerische Rundfunk über den Einsatz von Sensorfischen an Wasserkraftanlagen:

In der Sendung Gut zu wissen berichtet der Bayerische Rundfunk über das LfU-Forschungsprojekt zu den Untersuchungen am Standort Großweil (Schachtkraftwerk):