EMF-Messsystem beim EMF-Monitoring 2017/2018 EMF-Messsystem beim EMF-Monitoring 2017/2018

Wir alle sind in unserem Alltag, im Freien aber auch zu Hause kontinuierlich elektromagnetischen Felder ausgesetzt. Woher stammen diese? Wie stark sind sie? Wie haben sie sich im Laufe der Jahre verändert? Derartige Fragestellungen führten vor rund einem Viertel Jahrhundert zur Gründung des "EMF-Monitoring in Bayern". Es ist bis heute in seiner Art einzigartig. Angelegt als wissenschaftliches Forschungsprojekt wurde in bislang vier Messreihen das nicht-ionisierende elektromagnetische Spektrum an über 400 Punkten in Wohngebieten gemessen. Die Ergebnisse bilden eine weltweit einmalige Datenbasis über die Verteilung und Entwicklung nicht-ionisierender elektromagnetischer Felder. 2026 fiel der Startschuss für die fünfte Messreihe, deren Abschluss bis 2029 erwartet wird.

Die in Kooperation zwischen dem LfU und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg veröffentlichte Broschüre „Elektromagnetische Felder im Alltag“ enthält grundlegende und umfangreiche Informationen rund um das Thema elektromagnetische Felder.

Highlights der bisherigen Messreihen

Seit dem Start der ersten Messungen im Jahr 2002 hat sich die Funklandschaft fortlaufend und grundlegend gewandelt. Es kam zu Entwicklungen, die nicht absehbar waren.

Die dominierende Immissionsquelle war anfangs der Rundfunk. Seine leistungsstarken Lang-, Mittel- und Kurzwellensender sorgten damals noch für eine flächendeckende Empfangbarkeit einzelner Hörfunkprogramme. Trotz des inzwischen erreichten Streaming-Zeitalters gibt es klassische Radioprogramme auch noch heute. Ihre Verbreitung erfolgt nur noch analog per UKW oder digital per DAB+ – begleitet von wesentlich geringeren Immissionen als früher.

Die Entwicklung des Mobilfunks verlief nahezu gegenläufig. 2002, zwei Jahre nach der erstmaligen Versteigerung der UMTS-Lizenzen, begann der zunächst zögerliche Aufbau der UMTS-Netze. Mobilfunk war gleichbedeutend mit GSM, Telefonie und SMS. UMTS ist heute ist Vergangenheit, GSM wird übergangsweise noch für die Kommunikation zwischen Industrieanlagen oder beispielsweise für Aufzugnotrufe genutzt, und die SMS wurde von internetbasierten Messengerdiensten verdrängt. Mit 5G ist inzwischen die fünfte Mobilfunkgeneration etabliert. Streamingdienste werden auch im Mobilfunk genutzt. Um dem jährlichen Datenzuwachs Herr zu werden, haben die Mobilfunknetzbetreiber ihre Netze massiv aufgerüstet. Entsprechend stammen die Immissionen heutzutage – egal ob in der Stadt oder auf dem Land – vorwiegend vom Mobilfunk.

Nicht nur die Funklandschaft hat sich gewandelt, auch das EMF-Monitoring wurde weiterentwickelt. In die vierte Messreihe zog moderne neue Messtechnik ein. Vergleichsmessungen von altem und neuem Messsystem stellten sicher, dass die Umstellung in der Messtechnik ohne Bruch in der Datenreihe möglich ist. Schließlich besitzen neue Antennen andere Empfangscharakteristika und der neu eingebundene Spektrumanalysator arbeitet intern komplett anders als das zuvor verwendete Gerät – neue Messeinstellungen inclusive. Zur Automatisierung der Messungen und zur Auswertung wurde ein neuer Antennenumschalter konstruiert und eine neue Software erstellt. Letztlich ist in der vierten Messreihe eine fast vollständige messtechnische Neukonzeption des EMF-Monitorings entstanden.

Die neue Messreihe

Erstmals seit Beginn der Messungen ist die Anzahl der Messpunkte gewachsen: von ursprünglich 403 auf nunmehr 441 Messpunkte. Damit tragen wir dem Bevölkerungszuwachs Rechnung, den Bayern seither erfahren hat. Alle neuen Messpunkte wurden selbstverständlich den Originalregeln unterworfen: Sie sind zufällig ausgewählt, und sie befinden sich in Wohngebieten. Weil sie den Bevölkerungszuwachs repräsentieren, wurden sie aber auf Gemeinden beschränkt, in denen die Einwohnerzahl gestiegen ist.

Wenn Sie am EMF-Monitoring interessiert sind, finden Sie in den Abschlussberichten der vorangegangenen Messreihen alle Details – von der Konzeption der Messreihe bis hin zu sämtlichen Einzelergebnissen.

Folgen Sie uns auch gerne auf Bluesky und YouTube; dort werden wir von Zeit zu Zeit Einblicke in die laufende fünfte Messreihe geben.