Geologie: Nr. 40 / Mittwoch, 29. Juli 2026
Die genaue Kenntnis der Zusammensetzung von natürlichem Gestein ist entscheidend für industrielle Nutzung und Arbeitssicherheit
Die stolzen Preisträger des Marktredwitzer Gesteinslabors vom LfU (v.l.n.r.): Lucia Günther, Ursula Schricker, Markus Peltz und Magdalena Windschiegl-Lang sowie Cornelia Teichmann (nicht im Bild) (Quelle: LfU)Das gab es noch nie – ein bayerisches Analyselabor schaffte den Sprung in die Top Five der besten Labore weltweit. Das Gesteinslabor des Landesamts für Umwelt (LfU) im oberfränkischen Marktredwitz erreichte im renommierten Reynolds Cup – die inoffizielle Weltmeisterschaft für Gesteinsanalytik – den 5. Platz
Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am LfU betont nach der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse. „Der Wettbewerb ist nicht nur ein Gütesiegel für das Labor. Es hat auch einen handfesten wirtschaftlichen Aspekt. Eine falsch gemessene Zusammensetzung eines Naturgesteins wie Ton, Bentonit oder Kaolin kann den Herstellungsprozess von Ziegel, Keramik und Porzellan ruinieren und im schlimmsten Fall sogar Schäden in den Fertigungsanlagen verursachen.“
Seit 2002 wird alle zwei Jahre der sogenannte Reynolds Cup ausgetragen. In diesem Jahr nahmen 108 kommerzielle, universitäre und behördliche Labore weltweit teil. Diese müssen jeweils drei ihnen völlig unbekannte Gesteine in Pulverform untersuchen, um deren exakte Zusammensetzung herauszufinden. Dabei sind der Wahl der Analysemethoden keine Grenzen gesetzt. Das Team des LfU-Gesteinslabors nutzte eine Kombination aus Röntgendiffraktometrie und -spektroskopie sowie Elementar- und Rietveld-Analysen. Diese Methoden nutzen Röntgenverfahren, um genau zu erkunden welche Minerale und chemischen Elemente in welchem Umfang in den Proben enthalten sind. In diesem Jahr hatten es die Laborteams mit wirtschaftlich bedeutsamen Mineralmischungen aus Eisenerz-, Lithium- und Seltenen-Erden-Lagerstätten zu tun.
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