Gesteinslabor in Marktredwitz unter den 5 besten Laboren weltweit
Das Gesteinslabor des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) in Marktredwitz hat beim internationalen Reynolds Cup den fünften Platz erreicht. Der Wettbewerb gilt als weltweit bedeutendster Vergleichstest für die quantitative Analyse von Tonmineralen und tonhaltigen Gesteinen. Damit zählt das LfU-Labor zu den fünf besten teilnehmenden Laboren des Wettbewerbs 2026. Der Reynolds Cup wird seit 2002 alle zwei Jahre ausgetragen und dient dem internationalen Vergleich der Leistungsfähigkeit von Laboren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen. Bei der diesjährigen Austragung nahmen 108 kommerzielle, universitäre und behördliche Labore weltweit teil. Die Aufgabe bestand darin, drei ihnen völlig unbekannte synthetische Gesteinspulver zu analysieren, die natürlichen tonhaltigen Gesteinen nachempfunden sind. Ziel ist es, die exakte Zusammensetzung der Proben zu bestimmen. Dabei sind der Wahl der Analysemethoden keine Grenzen gesetzt und so nutzte das Team des LfU-Gesteinslabors eine Kombination aus Röntgendiffraktometrie und -spektroskopie sowie Elementar- und Rietveld-Analysen. Für die Untersuchungen standen den teilnehmenden Laboren jeweils nur etwa vier Gramm Material pro Probe zur Verfügung.
Die genaue Zusammensetzung dieser Pulver ist im Vorfeld nur dem vorherigen Sieger bekannt, der traditionell Ausrichter des folgenden Reynolds Cups ist. Im Jahr 2026 wurde der Wettbewerb durch Mark Raven und Peter Self von der australischen Forschungsorganisation CSIRO ausgerichtet. In der diesjährigen Ausgabe durften sich die teilnehmenden Labore mit hochaktuellen und komplexen Proben aus Eisenerz-, Lithium- und Seltenen-Erden-Lagerstätten auseinandersetzen.
Die stolzen Preisträger des Marktredwitzer Gesteinslabors vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (v.l.n.r.): Lucia Günther, Ursula Schricker, Markus Peltz und Magdalena Windschiegl-Lang sowie Cornelia Teichmann (nicht im Bild)Qualitätssicherung durch internationale Vergleichstests
Ringversuche wie der Reynolds Cup sind für Labore ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Sie dienen dazu, Laborroutinen an unbekannten Materialien zu erproben und zu verbessern. Weiterhin bieten sie die Möglichkeit, in den Vergleich mit anderen Laboren zu treten und sich wissenschaftlich auszutauschen.
„Die magische Grenze von 100 Fehlerpunkten zu unterschreiten, war bereits ein Riesenerfolg. Als uns ein paar Tage später die Mitteilung erreichte, dass wir mit unserem Ergebnis den 5. Platz belegten, war dies eine besondere Anerkennung für die intensive Arbeit des gesamten Teams“, betont Dr. Markus Peltz, Leiter der Mineralanalytik am LfU. So gelang dem Team aus Marktredwitz bei seiner ersten Teilnahme sogleich der Sprung in die "Top 5 der Welt" und damit eine ehrenwerte Erwähnung bei der Preisverleihung. Der Sieger des diesjährigen Wettbewerbs wurde wiederholt Steve Hillier mit seiner Gruppe vom James Hutton Institute aus Schottland, dicht gefolgt vom kommerziellen Analyselabor QMineral aus Belgien. Die Plätze 3 und 4 belegten die University of British Columbia aus Kanada und die Clay Mineral Research Group der Polnischen Akademie der Wissenschaften.
Bedeutung mineralogischer Analysen für die Praxis
Die präzise Bestimmung der mineralogischen Zusammensetzung von Gesteinen und Rohstoffen besitzt auch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Ungenaue Analysen können den Wert des Rohstoffs negativ beeinflussen. Weiterhin können falsch bestimmte Zusammensetzungen zu Problemen in industriellen Produktionsprozessen, beispielsweise bei der Verarbeitung von Ton, Bentonit oder Kaolin, führen. Dies betrifft unter anderem die Herstellung von Porzellan, Keramik und Ziegelprodukten und kann im ungünstigsten Fall Schäden an Fertigungsanlagen verursachen.


