Natur: Nr. 35 / Donnerstag, 16. Juli 2026
Bereits 7.800 Plaketten „Vogelfreundlicher Garten“ in ganz Bayern vergeben
Familie Hellmeier aus dem Landkreis Traunstein erhalten von Gartenbewerterin Manuela Müller die Auszeichnungsplakette "Vogelfreundlicher Garten". (Quelle: Manuela Müller)Sie sind ein Eldorado für Amsel, Meisen, Spatz & Co.: 7.800 Gärten bayernweit tragen bereits die Plakette „Vogelfreundlicher Garten“, vergeben vom bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und dem Landesamt für Umwelt (LfU). Noch den ganzen Sommer ist die ehrenamtliche Gartenjury unterwegs auf der Suche nach privaten Vogeloasen.
Maria Bierlein aus Haßfurt in Unterfranken ist eine der Engagierten, deren Gartentor bereits die Plakette „Vogelfreundlicher Garten“ ziert. Der Natur gibt sie in ihrem fröhlichen, bunten Garten leidenschaftlich gerne einen Raum. „Jede unverhoffte Tierbegegnung schafft mir Freude. Je überraschender und vielfältiger, desto besser“, erklärt die Naturgärtnerin ihre Leidenschaft. „Die schönste Begegnung hatte ich beim Säubern eines Nistkastens. Ein Siebenschläfer hatte sich dort für seinen Winterschlaf eingerichtet.“ Das zeigt, dass nicht nur Vögel, sondern auch zahlreiche andere Arten vom Engagement der Besitzerinnen und Besitzer der „Vogelfreundlichen Gärten“ profitieren. Wer einen naturnahen Garten, wie den von Maria Bierlein, einmal erlebt hat, dem bleibt er im Gedächtnis. So erinnert sich die LBV-Gartenbewerterin Sandra Wöhning noch genau an die Bewertung: „Wir konnten sofort Eintauchen in die wilde Schönheit und überall gab es neue tolle Ecken zu entdecken.“
Wohlfühl-Garten im Landkreis Traunstein
Auch am anderen Ende von Bayern, in der Gemeinde Obing im oberbayerischen Landkreis Traunstein, finden Vögel, Igel und Insekten bei Familie Hellmeier einen Ort zum Wohlfühlen. Viele verschiedene Strukturen von der Hecke über Bäume bis hin zu offenen, sonnigen Sandflächen (Sandarium) bieten Versteckmöglichkeiten, Nahrung und Nistplätze. „Besonders das Sandarium mit Ameisenlöwen ist mir aus dem Garten im Gedächtnis geblieben. Das ist für einen Privatgarten wirklich außergewöhnlich“, sagt Manuela Müller, die den Garten als Jurymitglied bewertet hat. Doch nicht nur für das Wohlbefinden der Tiere, sondern auch für das eigene Behagen sorgt der vogelfreundliche Garten von den Hellmeiers: „Gärten, die Wildtieren Nahrung, Schutz, Nist-, Brut-, die Strukturen fürs Überleben bieten, fördern auch die eigene seelische und körperliche Gesundheit“, sagt Charlotte Hellmeier.
Tipps für den vogelfreundlichen Garten im Sommer
Besonders jetzt im Sommer, bei großer Hitze und Trockenheit, sind naturnah gestaltete Gärten ein Geschenk für Vögel, Insekten und andere Tiere. Ein Gartenteich, Wildblumenwiesen und Bäume, die Schatten spenden, sorgen für eine spürbar kühlere Umgebung und liefern zudem Wasser und Nahrung. Wer den Vögeln zusätzlich unter die Flügel greifen will, kann außerdem Vogeltränken aufstellen. Dazu einfach eine flache Schüssel oder einen Blumentopf-Untersetzer mit Wasser befüllen und regelmäßig wechseln. Darüber freuen sich auch weitere tierische Gartenbesucher.
Ehrenamtlich im Einsatz
Bewertet und ausgezeichnet werden die Gärten von ehrenamtlichen Mitgliedern der LBV-Gartenjury, die mittlerweile aus über 700 Mitgliedern in ganz Bayern besteht. Allein in dieser Saison hat die Jury bereits über 700 Gärten ausgezeichnet, viele weitere Gartenbesitzer stehen aufgrund des großen Andrangs in einigen Landkreisen noch auf der Warteliste. Für die Ehrenamtlichen ist das Engagement im Rahmen des Projekts „Vogelfreundlicher Garten“ oft eine Herzenssache. „Es ist eine großartige Möglichkeit, immer wieder Neues zu lernen, Inspiration zu erhalten und weiterzugeben – auch für den eigenen Garten“, sagt Julia Bichler, Gartenjurymitglied im Landkreis Traunstein.
Über das Projekt
Die von LBV und LfU verliehene, kostenlose Gartenplakette „Vogelfreundlicher Garten“ ist eine Wertschätzung und Auszeichnung von besonders vogelfreundlichen und artenreichen Gärten, egal ob groß oder klein. Umweltminister Thorsten Glauber ist Schirmherr. Die Auszeichnung soll die Akzeptanz für etwas mehr Wildnis vor der eigenen Haustür erhöhen. Die Bewertung erfolgt durch ein ehrenamtliches Team der sogenannten Gartenjury nach einem festgelegten Kriterienkatalog. Werden genügend Kriterien erfüllt, erhält der Garten die öffentlich sichtbare Plakette. Die Auszeichnung findet im Rahmen des Projekts gArtenvielfalt des Bayerischen Artenschutzzentrums im LfU statt.
- Vogelfreundlicher Garten (LfU) – Ein Projekt mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern
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