PRESSEMITTEILUNG

Nr. 27 / Donnerstag, 19. Mai 2022

Natur
Weiterer Wolfsverdacht im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab

Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät zu Herdenschutzmaßnahmen

+++ Heute wurden im Gebiet des Manteler Forsts im Landkreis Neustadt an der Waldnaab auf einer Freifläche zwei weitere tote Schafe und ein verletztes Schaf aufgefunden. Die Situation vor Ort deutet auf einen Wolf als Verursacher hin.

Bei zwei Rissereignissen in der ersten Maihälfte wurden auf derselben Freifläche bereits neun Schafe getötet. Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer haben jeweils die Situation vor Ort begutachtet und genetische Proben genommen. Erste Erkenntnisse aus der Genanalyse des Ereignisses vom 04.05.2022 bestätigen einen Wolf als Verursacher. Die Individualisierung ist noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse der Probennahme des zweiten Ereignisses vom 12.05.2022 liegen noch nicht vor. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert. Der Großteil der Schafherde war nach dem zweiten Rissereignis auf eine andere Fläche gebracht worden.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) rät allen Nutztierhaltern der Region, ihre Tiere vor Übergriffen durch den Wolf z. B. mit einer wolfsabweisenden Zäunung zu schützen. Der Ort der Ereignisse liegt in einem Gebiet mit standorttreuen Wölfen und innerhalb der Kulisse der „Förderrichtlinie Investition Herdenschutz Wolf“. Nutztierhalter, deren Flächen innerhalb der Förderkulisse liegen, können Investitionen für die Einrichtung wolfsabweisender Zäune bis zu 100 % gefördert bekommen. Anträge sind bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu stellen. +++

Das LfU bittet darum, etwaige Übergriffe auf Nutztiere sowie auch weitere Beobachtungen unmittelbar dem LfU, Fachstelle Große Beutegreifer, zu melden, damit unverzüglich weitere Schritte wie beispielsweise Rissbegutachtung und Probeentnahme für genetische Analysen veranlasst werden können. Um eine möglichst hohe Probenqualität und Verwertbarkeit der Ergebnisse – ggf. auch im Rahmen rechtlicher Verfahren – sicherzustellen, sollten Proben nur von vom LfU bestellten Personen entnommen werden.

Fördermöglichkeiten und Anträge

Schäden, die Nutztierhaltern durch Wolfsrisse entstehen, können durch den Freistaat Bayern ausgeglichen werden. Weitere Informationen dazu bietet das Internetangebot des Bayerischen Landesamts für Umwelt:

Ausgleichszahlungen und Schadensermittlung

Hinweise zu Wolf, Luchs und Bär melden Sie bitte an das
Bayerische Landesamt für Umwelt, Fachstelle Große Beutegreifer,

Tel. 09281 1800-4640,

Mail fachstelle-gb@lfu.bayern.de.

Hinweise melden zu Wolf, Luchs oder Bär

 

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