PRESSEMITTEILUNG

Nr. 32 / Dienstag, 12. Oktober 2021

Natur
Bayerisches Artenschutzzentrum: Bachmuschel zeigt Qualität ihres Lebensraums an

Bestandsaufnahme im bayerischen Donaumoos startet im Herbst
Bachmuscheln reagieren sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraumes und sind deshalb gute Indikatoren für ein intaktes Ökosystem.
Bachmuscheln reagieren sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraumes und sind deshalb gute Indikatoren für ein intaktes Ökosystem. (Quelle: Josephine Jedicke)

+++ Das Bayerische Artenschutzzentrum (BayAZ) im Landesamt für Umwelt setzt sich intensiv mit der Biodiversität bayerischer Moore auseinander. Für diesen Schwerpunkt wurde eigens eine Regionalstelle des BayAZ in Karlshuld eingerichtet. Im März 2021 haben die Mitarbeiter dort ihre Arbeit aufgenommen.

Die Bedeutung von Mooren und ihrer Ökosystemleistungen, v. a. ihr immenses Einsparpotenzial an CO2, ist durch den Klimawandel in das allgemeine Bewusstsein gerückt. Hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten dienen als verlässliche Indikatoren für die Entwicklung der Lebensraumqualität im Ökosystem Moor. Untersucht wird beispielsweise das Vorkommen der Bachmuschel und verschiedener Libellenarten, die auf der Roten Liste stehen. Im Donaumoos startet die Bestandsaufnahme der Bachmuschel jetzt im Herbst. Dafür werden unabhängige Spezialisten in den kommenden Monaten die Gräben zu Fuß abgehen und die Vorkommen dokumentieren. Die Erkenntnisse leisten einen wertvollen Beitrag, um den besonderen Lebensraum Moor zu erhalten, zu fördern und zu schützen. +++

Das Team in Karlshuld begleitet in Kooperation mit Landnutzern und der Wasserwirtschaft Fragestellungen zu einem moorbodenschonenden Wassermanagement und dessen Auswirkungen auf die Biodiversität. „Die Regionalstelle arbeitet eng mit Akteuren vor Ort zusammen wie dem Donaumoos-Zweckverband oder der Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V.“, berichtet die Leiterin des Bayerischen Artenschutzzentrums, Ines Langensiepen. Eine bayernweite Kommunikationsplattform soll zukünftig helfen, Moorschutzakteure zu vernetzen, und den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis durch die Bereitstellung aktueller Forschungsergebnisse fördern. Welche Produkte im Zuge einer alternativen Moornutzung hergestellt und in regionale Wertschöpfungsketten integriert werden können (Fleisch von Wasserbüffeln, Papier aus Seggen o.ä.), ist eine der Fragestellungen, die den Bogen zu den Erzeugern spannt.

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