Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wiedehopf (Upupa epops)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Wiedehopfs erstreckt sich von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis Indochina. -- In Bayern brütet Upupa e. epops (Linnaeus 1758).

Der Wiedehopf ist seit 2005 nach mehreren Jahren der Abwesenheit in Bayern wieder lokal verbreitet. Das besiedelte Brutareal hat sich seit dem letzten Kartierzeitraum von 1996-99 scheinbar verkleinert, die Erfassungsmethoden sind jedoch nicht vergleichbar. Die Brutnachweise konzentrieren sich auf wenige Stellen in Unter- und Mittelfranken. Einzelfunde wurden darüber hinaus aus dem Sandgebiet Abensberg (Lkr. KEH) und dem Salzach-Hügelland festgestellt.

Angaben über wahrscheinliche oder mögliche Bruten beziehen sich wohl meist auf späte Durchzügler und umherstreifende Vögel.

Während der Wiedehopf bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch weit verbreitet war und sogar bis in die Alpentäler vorkam, nahm der Bestand bis zum Erlöschen des letzten bekannten Brutplatzes 1997 kontinuierlich ab. Abgesehen von einzelnen Verdachtsfällen kam es erst 2005 wieder zu zwei sicheren Brutnachweisen in Unterfranken. Auch in den folgenden Jahren gab es in Unter- und Mittelfranken erfolgreiche Bruten, so dass der Wiedehopf derzeit wieder als regelmäßiger Burtvogel gelten kann.

Brutbestand BY: 9-10 Paar.

Fundortkarte

Wiedehopf (Upupa epops)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5629 Römhild
5630 Bad Rodach
5631 Meeder
5636 Naila
5727 Münnerstadt
5731 Coburg
5825 Hammelburg
5830 Pfarrweisach
5833 Burgkunstadt
5838 Selb
5920 Alzenau i.UFr.
5925 Gauaschach
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5938 Marktredwitz
6024 Karlstadt
6029 Knetzgau
6031 Bamberg Nord
6124 Remlingen
6125 Würzburg Nord
6127 Volkach
6129 Burgwindheim
6132 Buttenheim
6225 Würzburg Süd
6226 Kitzingen
6227 Iphofen
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6326 Ochsenfurt
6327 Markt Einersheim
6328 Scheinfeld
6329 Baudenbach
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6425 Röttingen
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6429 Neustadt a.d.Aisch
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6433 Lauf a.d.Pegnitz
6434 Hersbruck
6435 Pommelsbrunn
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6531 Fürth
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6539 Nabburg
6541 Tiefenbach
6632 Schwabach
6634 Altdorf b.Nürnberg
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6640 Neunburg vorm Wald
6641 Rötz
6730 Windsbach
6732 Roth
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6739 Bruck i.d.OPf.
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6833 Hilpoltstein
6836 Parsberg
6929 Wassertrüdingen
6932 Nennslingen
6933 Thalmässing
6935 Dietfurt a.d.Altmühl
7031 Treuchtlingen
7040 Pfatter
7046 Spiegelau
7131 Monheim
7135 Kösching
7136 Neustadt a.d.Donau
7139 Aufhausen
7146 Grafenau
7147 Freyung
7233 Neuburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7240 Mengkofen
7246 Tittling
7331 Rain
7334 Reichertshofen
7343 Eichendorf
7438 Landshut West
7439 Landshut Ost
7527 Günzburg
7533 Kühbach
7537 Moosburg a.d.Isar
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7637 Erding
7726 Illertissen
7735 Oberschleißheim
7736 Ismaning
7742 Altötting
7833 Fürstenfeldbruck
7836 München-Trudering
7837 Markt Schwaben
7935 München-Solln
7937 Grafing b.München
7939 Wasserburg a.Inn
7943 Tittmoning Ost
8033 Tutzing
8038 Rott a.Inn
8043 Laufen
8132 Weilheim i.OB
8136 Holzkirchen
8138 Rosenheim
8141 Traunstein
8233 Iffeldorf
8237 Miesbach
8238 Neubeuern
8327 Buchenberg
8331 Bad Bayersoien
8343 Berchtesgaden West
8424 Lindau (Bodensee)
8427 Immenstadt i.Allgäu
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Der Wiedehopf brütete in offenen, warmen und trockenen Landschaften. Kurze und schüttere Pflanzendecken ermöglichen die wichtige Bodenjagd, ebenso weicher und lockerer Boden. Als Höhlenbrüter bevorzugt der Wiedehopf locker bestandene Waldflächen, Auwälder, Streuobstwiesen, Weinanbaugebiete, trockene Kiefernwälder und Weide-, Garten- und Ackerlandschaften mit wenig intensiver Bodennutzung. Steinhaufen, Erdspalten, Höhlenbäume, Mauerlöcher und Holzstöße bieten ihm dort Brutplätze. In baumarmen Gebieten findet der Wiedehopf in menschlichen Siedlungen Brutmöglichkeiten in Viehställen, Scheunen, Mauern, Lesesteinhaufen und Nistkästen.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, regelmäßiger Durchzügler, Kurz- bis Langstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug APR/MAI, Abzug ab JUL, bei Zweitbruten AUG/SEP.

Brut: Höhlen- und Halbhöhlenbrüter; Legebeginn ab Mitte/Ende APR (Zweitbrut ab MAI). -- Brutzeit: MAI bis JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Bestand des Wiedehopfs ist in Bayern vom Aussterben bedroht, wenn man die hoffnungsvollste Einstufung vornimmt, zu der die Geschichte der Vorkommen in den letzten 4 Jahrzehnten des 20. Jh. wohl berechtigt.

Klimaschwankungen spielten im wechselvollen Ablauf der Arealdynamik in Mitteleuropa sicher eine entscheidende Rolle.

Gegenwärtig kommen aber für den Rückgang die Entwicklungen der Kulturlandschaft als entscheidende Faktoren dazu, die alle auf Intensivierung der landwirtschaftlichen Bodennutzung zurückgehen. Sie sorgen vor allem für eine Verschlechterung des Nahrungsangebots. In die gleiche Richtung wirken einheitlich intensiv bewirtschaftete, große Flächen, Verlust von Kleinstrukturen und extensiv genutzten Flächen, Eutrophierung, Pestizide und andere Ursachen der Verarmung der Großinsektenfauna. Hinzu kommen Bautätigkeit und Versiegelung von Böden auch im ländlichen Bereich.

Brutplatzmangel dürfte eine geringere Rolle spielen, ist aber sicher auch zu bedenken.

Verluste auf dem Zug spielen ebenfalls eine Rolle.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

In ausgeräumten oder höhlenarmen Gebieten kann das Angebot von Nisthilfen nützlich sein.

Gezielte Förderung von Großinsekten durch Belassen oder sogar ausbringen von Tothölzern oder Baumstubben sowie späte Mahd (Heuschrecken) sichert die Nahrungsgrundlage.

Sonstige Hinweise

Ob Klimaerwärmung den Wiedehopf nach Bayern zurück bringt, hängt in erster Linie von geeigneten Bruthabitaten ab.

Meldungen von Bruthinweisen und -nachweisen an die Vogelschutzwarte am LfU sind besonders erwünscht.

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