Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Waldwasserläufer (Tringa ochropus)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: unbekannt, in Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Waldwasserläufers erstreckt sich über die boreale Nadelwaldzone von W-Skandinavien und dem östlichen Mitteleuropa bis Ostsibirien. -- In Bayern brütet Tringa ochropus (Linnaeus 1758).

Seit 1983 brütet der Waldwasserläufer in Bayern alljährlich, hat aber meist nur verstreute lokale Einzelvorkommen, die fast alle im östlichen Nordbayern liegen. Den Schwerpunkt bilden die Naab-Wondreb-Senke (Lkr. TIR) und der Oberpfälzer Wald. Ausnahmen hiervon sind der Nürnberger Reichswald und ein Vorkommen im südlichen Landkreis Würzburg. Brutzeitmeldungen südlich der Donau sind immer noch eine Seltenheit.

Bayern bildet zusammen mit Brutvorkommen in Nieder- und Oberösterreich derzeit etwa den südwestlichen Rand des Brutareals. Offensichtlich ist die südwestliche bis südliche Expansion noch nicht abgeschlossen, weshalb mit der Entdeckung weiterer Brutvorkommen in Bayern durchaus zu rechnen ist. Geeignete Brutplätze gibt es vor allem im Voralpinen Hügel- und Moorland.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich über jener aus dem Kartierzeitraum 1996-99, was dem vermuteten bundesweiten Trend und auch einer Arealerweiterung entspricht.

Brutbestand BY: 40-50 Brutpaare.

In weiten Teilen Bayerns werden Waldwasserläufer das ganze Jahr über beobachtet, ohne dass bisher Brutnachweise erbracht werden konnten. Weil Heim- und Wegzug nahe zusammen liegen, sind Sommerbeobachtungen kein sicherer Hinweis auf Brutvorkommen.

Fundortkarte

Waldwasserläufer (Tringa ochropus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5526 Bischofsheim a.d.Rhön
5626 Sandberg
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5629 Römhild
5630 Bad Rodach
5632 Neustadt b.Coburg
5637 Hof
5726 Bad Kissingen Nord
5731 Coburg
5732 Sonnefeld
5733 Kronach
5824 Gräfendorf
5825 Hammelburg
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5933 Weismain
5935 Marktschorgast
5937 Fichtelberg
5938 Marktredwitz
5939 Waldsassen
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6031 Bamberg Nord
6035 Bayreuth
6036 Weidenberg
6037 Ebnath
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6124 Remlingen
6127 Volkach
6128 Ebrach
6129 Burgwindheim
6130 Burgebrach
6131 Bamberg Süd
6135 Creußen
6137 Kemnath
6139 Falkenberg
6227 Iphofen
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6235 Pegnitz
6236 Eschenbach i.d.OPf.
6237 Grafenwöhr
6238 Parkstein
6325 Giebelstadt
6326 Ochsenfurt
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6339 Waldthurn
6341 Frankenreuth
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6433 Lauf a.d.Pegnitz
6434 Hersbruck
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6437 Hirschau
6440 Moosbach
6526 Creglingen
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6529 Markt Erlbach
6530 Langenzenn
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6537 Amberg
6539 Nabburg
6541 Tiefenbach
6626 Schrozberg-Ost
6627 Rothenburg ob der Tauber
6628 Leutershausen
6629 Ansbach Nord
6631 Roßtal
6634 Altdorf b.Nürnberg
6635 Lauterhofen
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6641 Rötz
6727 Schillingsfürst
6728 Herrieden
6729 Ansbach Süd
6730 Windsbach
6732 Roth
6733 Allersberg
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6735 Deining
6738 Burglengenfeld
6739 Bruck i.d.OPf.
6740 Neukirchen-Balbini
6742 Cham Ost
6828 Feuchtwangen Ost
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6833 Hilpoltstein
6834 Berching
6928 Weiltingen
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6932 Nennslingen
6933 Thalmässing
6934 Beilngries
6938 Regensburg
7029 Oettingen i.Bay.
7030 Wolferstadt
7031 Treuchtlingen
7037 Kelheim
7038 Bad Abbach
7040 Pfatter
7042 Bogen
7043 Ruhmannsfelden
7134 Gaimersheim
7136 Neustadt a.d.Donau
7137 Abensberg
7139 Aufhausen
7140 Geiselhöring
7141 Straubing
7142 Straßkirchen
7143 Deggendorf
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7233 Neuburg a.d.Donau
7235 Vohburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7242 Wallersdorf
7243 Plattling
7244 Osterhofen
7328 Wittislingen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7333 Karlshuld
7334 Reichertshofen
7335 Geisenfeld
7341 Dingolfing Ost
7343 Eichendorf
7346 Hutthurm
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7430 Wertingen
7433 Schrobenhausen
7434 Hohenwart
7435 Pfaffenhofen a.d.Ilm
7436 Au i.d.Hallertau
7441 Frontenhausen
7442 Arnstorf
7530 Gablingen
7531 Gersthofen
7534 Petershausen
7536 Freising Nord
7537 Moosburg a.d.Isar
7543 Pfarrkirchen
7544 Bad Birnbach
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7628 Jettingen
7629 Dinkelscherben
7630 Westheim b.Augsburg
7636 Freising Süd
7637 Erding
7726 Illertissen
7728 Krumbach (Schwaben)
7730 Großaitingen
7731 Mering
7732 Mammendorf
7734 Dachau
7735 Oberschleißheim
7736 Ismaning
7737 Altenerding
7738 Dorfen
7743 Marktl
7827 Babenhausen
7830 Schwabmünchen
7831 Egling a.d.Paar
7833 Fürstenfeldbruck
7834 München-Pasing
7836 München-Trudering
7837 Markt Schwaben
7838 Albaching
7927 Amendingen
7934 Starnberg Nord
7942 Tittmoning
8026 Aitrach
8028 Markt Rettenbach
8032 Dießen a.Ammersee
8034 Starnberg Süd
8035 Sauerlach
8038 Rott a.Inn
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8043 Laufen
8127 Bad Grönenbach
8129 Kaufbeuren
8130 Bidingen
8132 Weilheim i.OB
8135 Sachsenkam
8137 Bruckmühl
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8143 Freilassing
8227 Kempten (Allgäu)
8228 Wildpoldsried
8229 Marktoberdorf
8233 Iffeldorf
8234 Penzberg
8236 Tegernsee
8238 Neubeuern
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8334 Kochel a.See
8427 Immenstadt i.Allgäu
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Wälder zählen zum Lebensraum bestimmenden Element. In der nördlichen Oberpfalz bestehen durch ausgedehnte Kiefern- und Fichtenwälder auf teilweise (an-)moorigen Böden besonders günstige Bedingungen. Offene Gewässer, wie extensiv bewirtschaftete Teiche, kleine Gräben und Bäche sowie Altwässer mit vegetationsfreien Schlammflächen sind weitere wichtige Bestandteile seines Bruthabitats. Verlandungszonen mit unterschiedlichen Sukzessionsstufen bilden oft den Übergangsbereich zwischen (Bruch-)Wald und Schlammfläche. Eine ausschließliche Bindung an Hochmoore wie in Norddeutschland wurde in Bayern nicht festgestellt. Das Gros der Vorkommen liegt in ausgesprochenen Wald-Weiher-Landschaften. Dabei werden die touristisch nicht oder kaum erschlossenen Randbereiche besetzt.

Geeignete Nahrungsflächen für Durchzügler sind Flachwasserzonen und Schlammflächen. So kann die Art an Flüssen, Seen, Kläranlagen, aber auch Wiesengräben, Bächen, kleineren Teichen und Pfützen auftreten.

Phänologie

Sehr seltener Brut- und teilweise Jahresvogel, regelmäßiger Durchzügler, Kurz- und Langstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug je nach Witterung schon ab Ende FEB, sonst Mitte/Ende MRZ bis Mitte MAI; Wegzug ab Anfang JUL; einzelne bleiben bzw. kommen regelmäßig als Wintergäste.

Brut: Freibrüter, benutzt alte Drossel- oder Taubennester in Bäumen am Rand schlammig-vegetationsarmer Bereiche, mittlerer Legebeginn Ende APR, flügge Junge ab Mitte JUN. -- Brutzeit: APR bis JUN.

Tagesperiodik: Tagaktiv, zieht nachts.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Waldwasserläufer ist in Bayern stark gefährdet. Seine Vorkommen sind durch die enge Bindung an nadelholzbetonte Feuchtgebiete und Moorlandschaften meist nur kleinflächig ausgeformt. Zumal unterliegen Bestände an ihrer Arealgrenze auch natürlicherweise starken Schwankungen.

Die Gefährdungen im Einzelnen sind:

Verlust mooriger Waldlandschaften. Verlust oder Entwertung von nahrungsreichen Flachwasserzonen und Uferbereichen an Flüssen, Seen und Teichen (z. B. Uferverbau, Gewässerausbau, Bebauung).

Verlust oder Entwertung von Feuchtgebieten und Überschwemmungsflächen in den Auenbereichen mittlerer und größerer Fließgewässer.

Verlust oder Entwertung geeigneter Lebensräume als Rast- und Nahrungsgebiete

Störungen an Rast- und Nahrungsplätzen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Einschränkung von Bewirtschaftungsmaßnahmen während der Brutzeit und Lenkung der Freizeitnutzungen.

Erhalt und Entwicklung von Feuchtbiotopen im Wald.

Erhaltung und Entwicklung von geeigneten Nahrungsflächen (v. a. Flachwasserzonen, Schlammufer, Feucht- und Nassgrünland, Überschwemmungsflächen).

Erhaltung und Entwicklung von dynamischen Auenbereichen und großflächigen Feuchtgebieten mit einer naturnahen Überflutungsdynamik (v.a. Rückbau von Uferbefestigungen, Schaffung von Retentionsflächen).

Verbesserung des Wasserhaushaltes zur Stabilisierung eines hohen Grundwasserstandes in Feuchtgebieten; ggf. Renaturierung und Wiedervernässung.

Anlage von Kleingewässern und Flachwassermulden.

Vermeidung von Störungen an Rast- und Nahrungsflächen (u.a. Lenkung der Freizeitnutzung im Uferbereich von Gewässern).

Ergänzende Informationen

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck 2007: Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke 2013: Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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