Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Waldwasserläufer (Tringa ochropus)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig, in Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Waldwasserläufers erstreckt sich über die boreale Nadelwaldzone von Westskandinavien und dem östlichen Mitteleuropa bis Ostsibirien.

Seit 1983 brütet der Waldwasserläufer in Bayern alljährlich, hat aber meist nur verstreute lokale Einzelvorkommen, die fast alle im östlichen Nordbayern liegen. Den Schwerpunkt bilden die Naab-Wondreb-Senke (Lkr. Tirschenreuth) und der Oberpfälzer Wald. Ausnahmen hiervon sind der Nürnberger Reichswald und ein Vorkommen im südlichen Landkreis Würzburg. Brutzeitmeldungen südlich der Donau sind immer noch eine Seltenheit.

Bayern bildet zusammen mit Brutvorkommen in Nieder- und Oberösterreich derzeit etwa den südwestlichen Rand des Brutareals. Offensichtlich ist die südwestliche bis südliche Expansion noch nicht abgeschlossen, weshalb mit der Entdeckung weiterer Brutvorkommen in Bayern durchaus zu rechnen ist. Geeignete Brutplätze gibt es vor allem im Voralpinen Hügel- und Moorland.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich über jener aus dem Kartierzeitraum 1996-1999, was dem vermuteten bundesweiten Trend und auch einer Arealerweiterung entspricht. Nicht systematische Auswertungen der Arbeitsgemeinschaft seltener Brutvögel in Bayern ergaben für 2015 einen Bestand von 5-8 Brutpaaren (Weixler et al. 2016)

Brutbestand: 40-50 Brutpaare

Kurzfristiger Bestandstrend: Zunahme > 20 %

Rastmaximum: 81 Ind. (LfU)

Fundortkarte

Waldwasserläufer (Tringa ochropus)

relevante Nachweise ab 1990

Liste Vogelarten in Bayern mit saP-relevanten Nachweistyp bzw. Status- XLSX



Letzter Daten-Import erfolgte am 26.5.2021.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

relevante Nachweise ab 1990

Liste Vogelarten in Bayern mit saP-relevanten Nachweistyp bzw. Status- XLSX

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5527 Mellrichstadt
5626 Sandberg
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5630 Bad Rodach
5632 Neustadt b.Coburg
5638 Triebel (Vogtland)
5725 Stangenroth
5726 Bad Kissingen Nord
5727 Münnerstadt
5731 Coburg
5732 Sonnefeld
5733 Kronach
5823 Burgsinn
5825 Hammelburg
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5935 Marktschorgast
5936 Bad Berneck i.Fichtelgeb.
5937 Fichtelberg
5938 Marktredwitz
5939 Waldsassen
6020 Aschaffenburg
6027 Grettstadt
6031 Bamberg Nord
6035 Bayreuth
6036 Weidenberg
6037 Ebnath
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6120 Obernburg a.Main
6124 Remlingen
6130 Burgebrach
6131 Bamberg Süd
6137 Kemnath
6139 Falkenberg
6140 Tirschenreuth
6221 Miltenberg
6227 Iphofen
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6238 Parkstein
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6332 Erlangen Nord
6335 Auerbach i.d.OPf.
6336 Vilseck
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6341 Frankenreuth
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6433 Lauf a.d.Pegnitz
6434 Hersbruck
6528 Marktbergel
6530 Langenzenn
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6539 Nabburg
6631 Roßtal
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6641 Rötz
6730 Windsbach
6733 Allersberg
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6735 Deining
6738 Burglengenfeld
6739 Bruck i.d.OPf.
6828 Feuchtwangen Ost
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6833 Hilpoltstein
6835 Wissing
6929 Wassertrüdingen
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6934 Beilngries
6938 Regensburg
7030 Wolferstadt
7031 Treuchtlingen
7037 Kelheim
7040 Pfatter
7139 Aufhausen
7140 Geiselhöring
7141 Straubing
7143 Deggendorf
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7242 Wallersdorf
7243 Plattling
7244 Osterhofen
7333 Karlshuld
7334 Reichertshofen
7335 Geisenfeld
7336 Mainburg
7339 Ergoldsbach
7342 Landau a.d.Isar
7343 Eichendorf
7428 Dillingen a.d.Donau West
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7434 Hohenwart
7438 Landshut West
7441 Frontenhausen
7527 Günzburg
7528 Burgau
7531 Gersthofen
7535 Allershausen
7536 Freising Nord
7537 Moosburg a.d.Isar
7544 Bad Birnbach
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7629 Dinkelscherben
7630 Westheim b.Augsburg
7634 Markt Indersdorf
7635 Haimhausen
7636 Freising Süd
7637 Erding
7726 Illertissen
7727 Buch
7730 Großaitingen
7731 Mering
7732 Mammendorf
7734 Dachau
7735 Oberschleißheim
7736 Ismaning
7737 Altenerding
7739 Schwindegg
7740 Ampfing
7741 Mühldorf a.Inn
7827 Babenhausen
7828 Kirchheim i.Schw.
7829 Ettringen
7830 Schwabmünchen
7833 Fürstenfeldbruck
7834 München-Pasing
7835 München
7836 München-Trudering
7928 Mindelheim
7930 Buchloe
7931 Landsberg am Lech
7934 Starnberg Nord
7937 Grafing b.München
7939 Wasserburg a.Inn
7942 Tittmoning
8026 Aitrach
8029 Kaufbeuren-Neugablonz
8031 Denklingen
8032 Dießen a.Ammersee
8034 Starnberg Süd
8035 Sauerlach
8038 Rott a.Inn
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8043 Laufen
8129 Kaufbeuren
8132 Weilheim i.OB
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8143 Freilassing
8227 Kempten (Allgäu)
8228 Wildpoldsried
8230 Lechbruck
8232 Uffing a.Staffelsee
8233 Iffeldorf
8234 Penzberg
8238 Neubeuern
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8335 Lenggries
8424 Lindau (Bodensee)
8427 Immenstadt i.Allgäu
8430 Füssen
8543 Funtensee
8627 Einödsbach
Letzter Daten-Import erfolgte am 26.5.2021.

Lebensraum und Lebensweise

In der nördlichen Oberpfalz bestehen durch ausgedehnte Kiefern- und Fichtenwälder auf teilweise (an-)moorigen Böden besonders günstige Brutbedingungen. Offene Gewässer, wie extensiv bewirtschaftete Teiche, kleine Gräben und Bäche sowie Altwässer mit vegetationsfreien Schlammflächen sind weitere wichtige Bestandteile seines Brut- und Nahrungshabitats. Verlandungszonen mit unterschiedlichen Sukzessionsstufen bilden oft den Übergangsbereich zwischen (Bruch-)Wald und Schlammfläche. Eine ausschließliche Bindung an Hochmoore wie in Norddeutschland wurde in Bayern nicht festgestellt.

Geeignete Nahrungsflächen für Durchzügler sind Flachwasserzonen und Schlammflächen. So kann die Art an Flüssen, Seen, Kläranlagen, aber auch Wiesengräben, Bächen, kleineren Teichen und Kleinstwasserflächen auftreten.

Phänologie

Sehr seltener Brut- und teilweise Jahresvogel

Wanderungen: regelmäßiger Durchzügler, Kurz- und Langstreckenzieher; Heimzug je nach Witterung schon ab Mitte März, Wegzug ab Anfang Juli meist Ende August

Brut: Freibrüter, benutzt alte Drossel- oder Taubennester in Bäumen am Rand schlammig-vegetationsarmer Bereiche

Brutzeit: Ende März bis Mitte Juli; Legebeginn ab Anfang Mai

Tagesperiodik: tag- und nachtaktiv

Zug: tags und nachts


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Waldwasserläufer ist in Bayern als extrem seltene Art eingestuft. Auf der Roten Liste wandernder Vogelarten wird er als ungefährdet eingestuft.

Die Gefährdungen geeigneter Lebensräume als Rast- und Nahrungsgebiete sind der Verlust mooriger Waldlandschaften, von nahrungsreichen Flachwasserzonen und Uferbereichen an Flüssen, Überschwemmungsflächen, Seen und Teichen (z. B. Uferverbau, Gewässerausbau, Bebauung, Pestizideinsatz).

Hinzu kommen Störungen an Rast- und Nahrungsplätzen (durch z. B. Freizeitbetrieb).

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Einschränkung von Bewirtschaftungsmaßnahmen während der Brutzeit und Lenkung der Freizeitnutzungen

  • Erhalt und Entwicklung von Feuchtbiotopen im Wald

  • Erhaltung und Entwicklung von geeigneten Nahrungsflächen (v. a. Flachwasserzonen, Schlammufer, Feucht- und Nassgrünland, Überschwemmungsflächen)

  • Erhaltung und Entwicklung von dynamischen Auenbereichen und großflächigen Feuchtgebieten mit einer naturnahen Überflutungsdynamik (v. a. Rückbau von Uferbefestigungen, Schaffung von Retentionsflächen)

  • Verbesserung des Wasserhaushaltes zur Stabilisierung eines hohen Grundwasserstandes in Feuchtgebieten; ggf. Renaturierung und Wiedervernässung

  • Anlage von Kleingewässern und Flachwassermulden

  • Vermeidung von Störungen an Rast- und Nahrungsflächen (u. a. Lenkung der Freizeitnutzung im Uferbereich von Gewässern)

Sonstige Hinweise

  • In weiten Teilen Bayerns werden Waldwasserläufer das ganze Jahr über beobachtet, ohne dass bisher Brutnachweise erbracht werden konnten. Weil Heim- und Wegzug nahe zusammen liegen, sind Sommerbeobachtungen kein sicherer Hinweis auf Brutvorkommen.

Ergänzende Informationen

Bayerisches Landesamt für Umwelt (verschiedene Jahre): Ergebnisse der Wasservogelzählung in Bayern. - Schriftenreihe des LfU, Augsburg. -https://www.lfu.bayern.de/natur/monitoring_vogelbestand/rastende_wasservoegel/index.htm (Abruf am 19.03.2018)

Weixler, K., H.-J. Fünfstück & S. Biele (2016): Seltene Brutvögel in Bayern 2014-2015. 5. Bericht der Arbeitsgemeinschaft Seltene Brutvögel in Bayern. - OTUS 8: 60-116.

Weiterführende Literatur:

Möhrlein, E. (2016): Vögel im Landkreis TIR von 1997 bis 2016. - Unveröffentlicht.

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck (2007): Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. - Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke (2013): Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. - Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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