Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Habichtskauz (Strix uralensis)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischen Restriktion
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Art erstreckt sich über Arealinseln im südlichen und östlichen Mitteleuropa, ansonsten von Süd-Skandinavien durch die Taigazone bis Japan. -- Die bayerischen Brutvögel dürften Strix uralensis macorura (Wolf 1810) zuzuordnen sein.

Der Habichtskauz ist in Folge eines Wiederansiedlungsprojekts im Nationalpark Bayerischer Wald wieder lokaler Brutvogel. Die Anzahl besetzter Quadranten hat gegenüber dem Zeitraum von 1996-99 abgenommen, wobei auch Erfassungslücken das Verbreitungsbild beeinflusst haben können.

In Bayern ist die Kleinpopulation des Habichtskauzes im Bayerischen- und Böhmerwald um etwa 1925 ausgestorben. Dank der Wiederansiedlungsversuche im Nationalpark Bayerischer Wald seit 1975 sind wieder mehrere Brutpaare am Grenzkamm zu Tschechien heimisch. 1989 kam es zur ersten erfolgreichen Freilandbrut. Der Bestand hat seither zugenommen, im Nationalpark Bayerischer Wald werden 2012 zehn besetzte Reviere geschätzt.

Brutbestand BY: 5-6 Paare

Fundortkarte

Habichtskauz (Strix uralensis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
6845 Bayerisch Eisenstein
6945 Zwiesel
7046 Spiegelau
7047 Finsterau
7146 Grafenau
7147 Freyung
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Nach telemetrischen Kontrollen, Ringfundmeldungen und Sichtbeobachtungen lässt sich der heutige Verbreitungs-Schwerpunkt im Bayerischen Wald im buchenreichen Altbestand der Montanstufe lokalisieren, dabei werden klimatisch begünstigte Sonnenhänge und die Nähe von offenen Gebieten für die Jagd nach Nahrungstieren (z.B. Sturmwurfflächen, Wildwiesen) bevorzugt.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel.

Wanderungen: Streuungswanderungen der Jungvögel; Reviermarkierung durch Herbstgesang Ende SEP / Anfang OKT, Frühjahrsbalz ab Ende JAN / Mitte FEB.

Brut: Höhlen- und Baumbrüter; Legebeginn je nach Höhenlage Anfang oder Ende MRZ. -- Brutzeit: MRZ bis Anfang JUL.

Tagesperiodik: Dämmerungs- und nachtaktiv; zur Zeit der Jungenaufzucht auch tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der wieder angesiedelte Kleinbestand ist stark gefährdet.

Ursachen für das Aussterben der ehemaligen Reliktpopulation sind nicht hinreichend bekannt; Der Verlust natürlicher Brutmöglichkeiten und die menschliche Nachstellung gelten als Hauptursachen für das Verschwinden der Art im Böhmerwald. Als Brutplatz werden offenbar ausgefaulte, stark dimensionierte Totholzstümpfe in Bergmischwäldern bevorzugt. Diese sind nur noch kleinflächig in sehr alten Baumbeständen anzutreffen.

Neben der Einbürgerung nachgezüchteter Habichtskäuze werden im Nationalpark Bayerischer Wald auch große Nistkästen als Starthilfe für die Ansiedlung ausgebracht.

Sonstige Hinweise

Die Art ist - trotz ihrer Körpergröße - schwierig nachzuweisen, zumal Fehlmeldungen infolge Verwechslung mit Waldkauz (Gefiederfärbung) oder bellenden Hunden (Stimme) vorkommen. Durch den geringen Bekanntheitsgrad dieser Großeule sind Beobachtungen nicht immer richtig zuzuordnen oder werden nicht gemeldet.

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