Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Moor-Steinbrech (Saxifraga hirculus)

Rote Liste Bayern: Ausgestorben oder verschollen
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Der Moor-Steinbrech ist hauptsächlich in der arktischen und borealen Zone zu finden. Vorkommen finden sich in Großbritannien, Irland, Dänemark, Polen und Weißrussland. In Deutschland kam der Steinbrech vor 1950 sowohl im norddeutschen Tiefland und vereinzelt im nördlichen Alpenvorland vor. Mittlerweile ist der Moor-Steinbrech in allen Roten Listen Deutschlands als ausgestorben aufgeführt. In Bayern ist die Pflanze am letzten bekannten Wuchsort nach 1995 nicht mehr gefunden worden, so dass sie als verschollen einzustufen ist.

Fundortkarte

Moor-Steinbrech (Saxifraga hirculus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
8229 Marktoberdorf
8330 Roßhaupten
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Wie der Name bereits vermuten lässt, wächst der Moor-Steinbrech in feuchten Lebensräumen. Die lichtliebende Pflanze wuchs auf mäßig sauren bis leicht alkalischen, nährstoffarmen Torfböden. Zu finden war sie in Moorwiesen, Flach- und Zwischenmooren, auf Schwingrasen sowie in Quellfluren. Oft fand sie sich in Torfmoos-Polstern oder an leicht gestörten Standorten in insgesamt intakten Moorkomplexen. Eine mäßige Beweidung und Tritt scheint die Art gut zu ertragen.

Phänologie

Saxifraga hirculus blüht im Sommer, von Juli bis Ende September.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Trockenlegung der Moore vor und während dem 2. Weltkrieg, Anlegen von Drainagen
  • Sammeln durch Liebhaber
  • Zu starke Beweidung
  • Eutrophierung durch Düngung und aus der Luft und damit verbundener Lebensraumverlust
  • Kleinflächige, isolierte Restpopulation
  • eventuell spielten auch klimatische Veränderungen eine Rolle.

Ergänzende Informationen

Literatur

Dörr, E. (2001): Flora des Allgäu und seiner Umgebung. Band 1.

Hegi, G. (1961): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band IV. Teil 2A. 2. völlig neubearb. Aufl. Berlin

Heß, H. (1977): Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Bd. 2. Nymphaeacaeae bis Primulaceae. 2. Auflage

Käsermann C., & Moser D. (1999): Merkblätter Artenschutz - Blütenpflanzen und Farne. Saxifraga hirculus. Herausgegeben vom Schweizer Bundesamt für Umwelt: 252 - 253.

Sebald O. [Hrsg.] (1992): Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3. Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae.

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