Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Finger-Küchenschelle (Pulsatilla patens)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Günstig
Erhaltungszustand Alpin:
364292
Foto: Daniela Röder

Verbreitung und Bestandssituation

Die Finger-Kuhschelle existiert in Deutschland nur noch im Bereich der Garchinger Heide nördlich von München. In der Roten Liste Bayerns wird sie als "vom Aussterben bedroht" geführt. Dieses letzte Vorkommen mit ca. 30.000 Individuen erscheint mittelfristig gesichert.

Fundortkarte

Finger-Küchenschelle (Pulsatilla patens)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
7637 Erding
7735 Oberschleißheim
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Art kommt in Mittel- und Osteuropa in Halbtrockenrasen, Steppenrasen und lichten Kiefernwäldern vor. Sie ist ein Relikt nacheiszeitlicher Wärmeperioden, das durch nachfolgende Klimaverschlechterung auf Sonderstandort zurückgedrängt wurde. Mit der anthropogenen Ausdehnung der Halbtrockenrasen erfuhr sie eine Förderung und Ausbreitung bis ins 20. Jahrhundert hinein. Dann erfolgten durch die Änderung der Landnutzung (Nutzungsintensivierung, Düngung etc.) massive Bestandsverluste. Gegen Tritt, Mahd und Beweidung (Bitterstoffe!) ist die Art mit ihren starken Rhizomen vergleichsweise wenig empfindlich.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Habitatverlust durch Aufgabe oder Änderung der Nutzung (Umwandlung in Wald, Acker, Bauland etc.)
  • Konkurrenzbedingte Verdrängung durch Düngung.
  • Ausbleibende Reproduktion in brachgefallenen, dichtwüchsigen Vegetationsbeständen.
  • Verlust von offenen Bodenstellen als Keimbetten
  • Direkte Nachstellung durch Pflücke, Ausgraben.
  • Wildverbiss zur nahrungsknappen Austriebszeit im Frühjahr

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Streifenweise Mahd (jährlich einen von vier Streifen stehen lassen), um eine Verfilzung zu unterbinden.
  • Gezielte spätsommerliche Ansaat auf Renaturierungsflächen mit Rohboden.
  • (Herbst-)Pflanzung in bestehenden Magerrasen.

Sonstige Hinweise

Ergänzende Informationen

Literatur

Bayerisches Landesamt für Umwelt: Merkblatt Artenschutz 10 - Finger-Kuhschelle Pulsatilla patens

Themen

Service

Wir

Presse