Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Berglaubsänger (Phylloscopus bonelli)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Das relativ kleine Brutareal erstreckt sich von Nordafrika über Spanien, Frankreich und Italien bis an den Alpennordrand und östlich bis zum Wiener Becken. -- In Bayern brütet Phylloscopus bonelli (Vieillot 1819).

Der Berglaubsänger ist im bayerischen Alpenraum flächig, im Voralpinen Hügel- und Moorland regional bis lokal verbreitet. Das Brutareal hat sich im Vergleich zur Erfassung von 1996-99 insgesamt verkleinert und es kam zu einer Ausdünnung der Bestände im Voralpinen Hügel- und Moorland. Das derzeit nördlichste Vorkommen liegt bei Landsberg am Lech. Aus Nordbayern liegen keine Brutnachweise vor. Das geschlossene Brutgebiet reicht bis 1.600 m ü.NN. Außerhalb Bayerns brütet in Deutschland die Art nur noch in Baden-Württemberg.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt weit unter jener aus dem Zeitraum 1996-99. Methodisch bedingt sind Vergleiche der Zahlen beider Zeiträume problematisch.

Brutbestand BY: 1100-2100 Brutpaare.

Fundortkarte

Berglaubsänger (Phylloscopus bonelli)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5734 Wallenfels
6031 Bamberg Nord
6233 Ebermannstadt
6837 Kallmünz
7031 Treuchtlingen
7129 Deiningen
7130 Wemding
7132 Dollnstein
7735 Oberschleißheim
7931 Landsberg am Lech
8032 Dießen a.Ammersee
8042 Waging a.See
8128 Obergünzburg
8129 Kaufbeuren
8130 Bidingen
8131 Schongau
8136 Holzkirchen
8138 Rosenheim
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8228 Wildpoldsried
8229 Marktoberdorf
8230 Lechbruck
8231 Peiting
8232 Uffing a.Staffelsee
8235 Bad Tölz
8236 Tegernsee
8237 Miesbach
8238 Neubeuern
8239 Aschau i.Chiemgau
8240 Marquartstein
8241 Ruhpolding
8242 Inzell
8243 Bad Reichenhall
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8330 Roßhaupten
8331 Bad Bayersoien
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8335 Lenggries
8337 Josefsthal
8338 Bayrischzell
8339 Oberaudorf
8340 Reit im Winkl
8341 Seegatterl
8342 Schneizlreuth
8343 Berchtesgaden West
8344 Berchtesgaden Ost
8424 Lindau (Bodensee)
8425 Weiler-Simmerberg
8426 Oberstaufen
8427 Immenstadt i.Allgäu
8428 Hindelang
8429 Pfronten
8430 Füssen
8431 Linderhof
8432 Oberammergau
8433 Eschenlohe
8434 Vorderriß
8435 Fall
8442 Hirschbichl
8443 Königssee
8444 Hoher Göll
8526 Balderschwang
8527 Oberstdorf
8528 Hinterstein
8531 Zugspitze
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8534 Östl. Karwendelspitze
8543 Funtensee
8626 Hoher Ifen
8627 Einödsbach
8628 Hochvogel
8727 Biberkopf
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Brutgebiete sind sonnenexponierte, lichte und trockene Hänge, die locker mit Fichten, Kiefern und Buschwerk durchsetzt sind, aber auch Rinnsale und Felsblöcke aufweisen können, sowie Flach- und besonders Hochmoore mit Spirkenbeständen (Moorkiefer). Günstige Bruthabitate weisen bei Sonneneinstrahlung hohe Oberflächentemperaturen auf. In Nordbayern wurden Berglaubsänger in Eichen-Buchen-Mischwäldern, Kiefern-Buchen-Fichtenmischwäldern und Kiefer-Wacholdersteppenheiden festgestellt.

Phänologie

Spärlicher Brutvogel, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug Ende APR bis Mitte MAI, Wegzug JUL/AUG.

Brut: Bodenbrüter; Nest unter Gras, Ästen, Wurzeln, Legebeginn MAI. -- Brutzeit: MAI bis JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Berglaubsänger ist in Bayern derzeit noch nicht gefährdet. Als Heimat eines Vorpostens des kleinen Artareals kommt Bayern aber eine besondere Verantwortung für die Art zu.

Verlust lichter Mischwälder mit nur lückiger Strauch-, aber mehr oder weniger geschlossener (Kraut-) Grasschicht. Da die Nahrungssuche fast ausschließlich im Kronenraum der Bäume erfolgt, werden lückige Bestände mit großen Kronentotholz-/ Dürrastreichtum bevorzugt. Zu hohe Strauchdeckung, zu viel Unterwuchs verhindert die erfolgreiche Bodenbrut. Sollten die letzten Moore am Alpenrand, die teilweise noch eine hohe Siedlungsdichte aufweisen, weiterem Schwund ausgesetzt sein, würde sich das Areal in Bayern verkleinern und der Bestand wohl beträchtlich abnehmen.

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