Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Fischadler (Pandion haliaetus)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/schlecht, in Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Fischadlers erstreckt sich von Schottland, Skandinavien und Ostdeutschland nahezu kosmopolitisch ostwärts. -- In Bayern brütet Pandion haliaetus (Linnaeus 1758).

Der Fischadler ist in Bayern sehr lokal an wenigen Brutplätzen verbreitet. Das Brutareal hat sich seit den Jahren 1996-99 vergrößert. Alle bekannten Vorkommen befinden sich in der Oberpfalz. Nach dem Erlöschen der bayerischen Brutvorkommen gegen Mitte des letzten Jahrhunderts kam es erstmals wieder 1992 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr zu einem gesicherten Brutnachweis. Seither ist der Fischadler in Bayern wieder als Brutvogel etabliert, wenngleich Bruten bislang nur auf künstlichen Nisthilfen stattgefunden haben. Für eine weitere Besiedlung geeigneter Gebiete sollten Überhälter und wipfelgeschädigte Bäume, vor allem Kiefern, für die Nestanlage erhalten werden.

Durch Schutzmaßnahmen und weitere Nisthilfen kann der Brutbestand maßgeblich unterstützt werden.

Brutbestand BY: 5 Brutpaare.

Fundortkarte

Fischadler (Pandion haliaetus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5632 Neustadt b.Coburg
5731 Coburg
5733 Kronach
5738 Rehau
5830 Pfarrweisach
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5839 Schönberg
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5932 Uetzing
5935 Marktschorgast
5939 Waldsassen
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6031 Bamberg Nord
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6139 Falkenberg
6231 Adelsdorf
6236 Eschenbach i.d.OPf.
6238 Parkstein
6327 Markt Einersheim
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6427 Uffenheim
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6438 Schnaittenbach
6529 Markt Erlbach
6530 Langenzenn
6538 Schmidgaden
6539 Nabburg
6629 Ansbach Nord
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6732 Roth
6733 Allersberg
6739 Bruck i.d.OPf.
6743 Neukirchen b.Hl.Blut
6828 Feuchtwangen Ost
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6932 Nennslingen
6945 Zwiesel
7037 Kelheim
7038 Bad Abbach
7040 Pfatter
7046 Spiegelau
7130 Wemding
7235 Vohburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7341 Dingolfing Ost
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7441 Frontenhausen
7543 Pfarrkirchen
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7645 Rotthalmünster
7731 Mering
7732 Mammendorf
7735 Oberschleißheim
7736 Ismaning
7742 Altötting
7745 Rotthalmünster Süd
7836 München-Trudering
8033 Tutzing
8132 Weilheim i.OB
8134 Königsdorf
8135 Sachsenkam
8138 Rosenheim
8228 Wildpoldsried
8233 Iffeldorf
8238 Neubeuern
8328 Nesselwang West
8330 Roßhaupten
8332 Unterammergau
8430 Füssen
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Bewohnt gewässerreiche Landschaften mit hohem Fischreichtum (Sichttiefe der Gewässer dabei nicht entscheidend) und hochstämmigen Bäumen in Gewässernähe. Z.T. lokal hohe Siedlungsdichte, fast kolonieartiges Brüten.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, regelmäßiger Durchzügler, Mittel- und Langstreckenzieher.

Wanderungen: Ankunft am Brutplatz meist APR, ab AUG Abzug vom Brutplatz; Durchzug Mitte MRZ bis Mitte MAI und JUL bis SEP (OKT).

Brut: Freibrüter, Horst immer im Kronenbereich mit ungehindertem Anflug, auch auf Leitungsmasten, Legebeginn Anfang/Mitte APR, flügge Junge meist im JUL. -- Brutzeit: APR bis JUL/AUG.

Tagesperiodik: Tagaktiv.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Fischadler ist in der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Bayerns als stark gefährdet eingestuft.

V.a. die massive Verfolgung des "Fischräubers" führte zum starken Rückgang und Verschwinden als Brutvogel.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhalt von markanten Altbäumen (Solitärbaume, Überhälter, wipfeldürre Eichen und Kiefern) in Gewässernähe.

Förderung von Totholz am und im Wasser als Sitzwarten.

Anbringen von Nisthilfen an Überhältern und (Strom-) Masten.

Entschärfung gefährlicher Strommasten bzw. Sicherung von Freileitungen.

Schutzzone des Horstbereichs zur Brut- und Aufzuchtszeit (15.03.-30. 08.) 300 m; ganzjährig 100 m.

Bei Windenergienanlagen: Prüfbereich von 1.000 m um bekannte Neststandorte; Prüfbereich von 4.000 m für regelmäßig aufgesuchte Nahrungshabitate um geplante Windenergienanlagen, innerhalb derer zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatschG erfüllt sind.

Sonstige Hinweise

Meldungen von Bruthinweisen und -nachweisen an die Vogelschutzwarte am LfU sind besonders erwünscht.

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