Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Zwergohreule (Otus scops)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischen Restriktion
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: unbekannt
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Art erstreckt sich von Südeuropa und Nordwestafrika bis Zentralasien. Die nächstgelegenen Populationen in Frankreich und Norditalien zählen zu Otus s. scops (Linnaeus 1758).

Die Zwergohreule wurde im Kartierungszeitraum nur an zwei Orten festgestellt. Gegenüber 1996-99 ist dennoch eine Zunahme der Meldungen zu erkennen. Zur einzigen erfolgreichen Brut kam es 2007 im Ammersee-Gebiet. Brutzeitbeobachtungen, ohne Hinweise auf eine Brut, existieren aus Mittelfranken und aus dem Unter-allgäu.

Von 1960 gibt es einen Brutnachweis für Bayern; Brutverdacht in der Umgebung des Brutplatzes in Unterfranken kann für 1959 bis 1962 gelten. 1998 wurden im bayerisch-thüringischen Grenzgebiet 3 balzende Männchen und ein Weibchen festgestellt; obwohl die Vögel Nistkästen aufsuchten, kam es nicht zur Brut. Vom Chiemsee liegen Beobachtungen und Tonaufnahmen vor, so vom JUN 1996, vom MAI 2000 und 2001, dann Duettgesang und Kopulation im MAI/JUN 2002 und wieder Duettgesang im MAI/JUN 2003 und 2004. Längste Aufenthaltsdauer: 7.5.-11.6. (2004), Extremdaten: 7.5. und 21.6.; kein Brutnachweis.

Feststellung rufender Männchen oder Paare treten immer wieder und offenbar mit zunehmender Häufigkeit auf, was u. a. im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen diskutiert wird. Diesem Trend stehen die teils deutlichen Abnahmen der Zwergohreulen-Bestände in weiten Teilen Europas entgegen.

Brutbestand BY: 0-3 Paare.

Fundortkarte

Zwergohreule (Otus scops)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
7342 Landau a.d.Isar
7434 Hohenwart
8032 Dießen a.Ammersee
8141 Traunstein
8234 Penzberg
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Zwergohreulen bewohnen extensiv genutzte oder aride Landschaften mit reichem Angebot an Großinsekten, in nördlicheren Bereichen ihres Verbreitungsgebietes besonders an Südhängen, in Obstbaugebieten, Parkanlagen, Gärten, Alleen, Feldgehölzen und Randzonen lichter Laubwälder.

Phänologie

Sehr seltener, unregelmäßiger Brutvogel, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Ankunft im potenziellen Brutgebiet ab Ende APR, Wegzug ab JUL/AUG.

Brut: Höhlen- und Halbhöhlenbrüter (Spechthöhlen, Nistkästen, Mauerlöcher), selten in Krähen- oder Greifvogelnestern, Eiablage ab Mitte Mai. -- Brutzeit: MAI bis JUL/AUG.

Tagesperiodik: Nachtaktiv, nur zur Aufzuchtzeit dämmerungsaktiv.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Zunehmender Biozideinsatz in der Landwirtschaft. Dadurch erhöhte Mortalität, Gelegeverluste und Verlust der Nahrungsgrundlage.

Lebensraumverlust durch Intensivierung der Landwirtschaft (Maisanbau, Melioration, Wiesenumbruch, Ausdehnung Weinbaugebiete, Verlust von Höhlenbäumen, Streuobstflächen, Hecken sowie insektenreiche kleinstrukturierte Nahrungsgebiete.

Hohe Jungenverluste im Straßenverkehr.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Extensivierung der Landwirtschaft, Flächenstilllegungen und Verzicht auf Biozide in brutverdächtigen Gebieten

Einsatz von Nisthilfen

Sonstige Hinweise

Meldungen von Bruthinweisen und -nachweisen an die Vogelschutzwarte am LfU sind besonders erwünscht.

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