Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Steinrötel (Monticola saxatilis)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental:
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Steinrötels erstreckt sich von Nordwestafrika über Südeuropa bis Westchina. -- In Bayern brütet Monticola saxatilis (Linnaeus 1766).

In den bayerischen Alpen gelang 1953 und 1983 je ein Brutnach-weis. Brutzeitbeobachtungen liegen aus den Jahren 1971, 1977, 1979, 1982 und 1990 vor. Durch gezielte Suche konnte der Steinrötel seit 2000 wieder als Brutvogel in den Allgäuer Hochalpen nachgewiesen werden; 2003 sogar mit zwei Paaren. Ein weiterer Brutnachweis aus dem Kartierzeitraum von 1996-99 stammt aus dem Wettersteingebirge. 2008 wurden vier singende Männchen im Allgäu festgestellt.

Aufgrund der unauffälligen Lebensweise, der sehr geringen Dichten und der schweren Zugänglichkeit der Brutgebiete ist mit weiteren unentdeckten Vorkommen in den Bayerischen Alpen zu rechnen. Als potenzielle Vorkommensgebiete sind an erster Stelle die ehemaligen, über die gesamten bayerischen Alpen verstreute Brutgebiete aus dem 20. Jahrhundert in Erwägung zu ziehen.

Brutbestand BY: 2-5 Brutpaare.

Fundortkarte

Steinrötel (Monticola saxatilis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
8427 Immenstadt i.Allgäu
8532 Garmisch-Partenkirchen
8727 Biberkopf
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Der Steinrötel ist ein Bewohner südlicher Gebirge. Bevorzugt werden sonnige Felsen oder Geröllhalden mit schattigen Plätzen und einem hohen Anteil an kurzrasiger Vegetation. Auch in Steinbrüchen, Ruinen und verwilderten Weinbergen in tieferen Lagen.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel (Brutgast) der Alpen, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Ankunft im Brutgebiet je nach Schneelage Ende APR bis Mitte MAI, in Hochlagen oft erst JUN. Wegzug witterungsabhängig.

Brut: Boden- und Halbhöhlenbrüter, Nest am Boden in Steilhängen, versteckt in Klüften, Halbhöhlen oder unter Grasbülten oder Wurzeln, Legebeginn ab Anfang MAI, in Hochlagen bis Anfang JUL. -- Brutzeit: MAI bis AUG.

Tagesperiodik: Tagaktiv.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Störungen an Brutplätzen sowie Zerstörung der Lebensräume durch Erschließung der alpinen Regionen für Freizeitnutzung.

Aufforstung und Aufgabe traditioneller Almnutzung. Frühe und freie Schafbeweidung, wodurch Blütenflora und Insektenfauna stark reduziert werden.

Verlust geeigneter Überwinterungsgebiete in der Savanne. Direkte Verfolgung durch Jagd und Vogelfang.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhalt und Entwicklung traditioneller Almennutzung.

Besucherlenkung und Rückbau touristischer Erschließung in Gebieten mit Brutvorkommen.

Sonstige Hinweise

Beobachtungen sollten der staatlichen Vogelschutzwarte am LfU gemeldet werden.

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