Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Rotmilan (Milvus milvus)

Rote Liste Bayern: Arten der Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland: Arten der Vorwarnliste
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend, in Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das ungewöhnlich kleine Areal des Rotmilans erstreckt sich etwas lückenhaft von Spanien und Süditalien bis Armenien mit Verbreitungsschwerpunkt in Ost- und Mitteleuropa sowie im westlichen Mittelmeerraum. Deutschland beherbergt ca. 65 % des weltweiten Rotmilanbestandes. -- In Bayern brütet Milvus m. milvus (Linnaeus 1758).

Der Rotmilan ist regional verbreitet. Das Brutareal hat sich im Vergleich zum Kartierzeitraum 1996-99 deutlich vergrößert. Schwerpunkte mit fast flächigen Vorkommen liegen in der Rhön, im westlichen und nördlichen Keuper-Lias-Land, in der Fränkischen Alb, den Donau-Iller-Lech-Platten bis in den Pfaffenwinkel.

Eine deutliche Arealerweiterung im Südwesten Bayerns bis an den Alpenrand und im Voralpinen Hügel- und Moorland nach Osten bis in den Lkr. TÖL ist zu erkennen. Dagegen steht der Rückzug aus dem Donauraum unterhalb Ingolstadts und eine Ausdünnung im südlichen Unterfranken.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt knapp die Hälfte über der aus dem Zeitraum 1996-99. Auch wenn der reale Brutbestand möglicherweise durch die Anwesenheit von Nichtbrütern überschätzt wurde, scheint sich eine Konsolidierung des Bestands seit 2000 und vielleicht sogar eine Umkehr der rückläu¿gen Entwicklung während des Zeitraums 1975-1999 (20-50 % Rückgang) abzuzeichnen. Lokale Ausdünnungen in Nordbayern dürften von Zunahmen in Südbayern kompensiert werden.

Brutbestand BY: 750-900 Brutpaare.

Fundortkarte

Rotmilan (Milvus milvus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5426 Hilders
5427 Helmershausen
5524 Weyhers
5525 Gersfeld (Rhön)
5526 Bischofsheim a.d.Rhön
5527 Mellrichstadt
5528 Rentwertshausen
5624 Bad Brückenau
5625 Wildflecken
5626 Sandberg
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5629 Römhild
5630 Bad Rodach
5631 Meeder
5632 Neustadt b.Coburg
5633 Sonneberg
5637 Hof
5638 Triebel (Vogtland)
5724 Zeitlofs
5725 Stangenroth
5726 Bad Kissingen Nord
5727 Münnerstadt
5728 Oberlauringen
5729 Alsleben
5730 Heldburg
5731 Coburg
5732 Sonnefeld
5733 Kronach
5821 Bieber
5824 Gräfendorf
5825 Hammelburg
5826 Bad Kissingen Süd
5827 Maßbach
5828 Stadtlauringen
5829 Hofheim i.UFr.
5830 Pfarrweisach
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5834 Kulmbach
5920 Alzenau i.UFr.
5921 Schöllkrippen
5923 Rieneck
5924 Gemünden a.Main
5925 Gauaschach
5926 Geldersheim
5927 Schweinfurt
5928 Obertheres
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5932 Uetzing
5933 Weismain
5934 Thurnau
5935 Marktschorgast
5939 Waldsassen
6020 Aschaffenburg
6021 Haibach
6023 Lohr a.Main
6024 Karlstadt
6025 Arnstein
6026 Werneck
6027 Grettstadt
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6031 Bamberg Nord
6034 Mistelgau
6037 Ebnath
6038 Waldershof
6039 Mitterteich
6120 Obernburg a.Main
6121 Heimbuchenthal
6123 Marktheidenfeld
6124 Remlingen
6125 Würzburg Nord
6126 Dettelbach
6128 Ebrach
6129 Burgwindheim
6134 Waischenfeld
6135 Creußen
6138 Erbendorf
6139 Falkenberg
6140 Tirschenreuth
6220 Wörth am Main
6221 Miltenberg
6222 Stadtprozelten
6223 Wertheim
6224 Helmstadt
6225 Würzburg Süd
6227 Iphofen
6228 Wiesentheid
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6234 Pottenstein
6235 Pegnitz
6236 Eschenbach i.d.OPf.
6237 Grafenwöhr
6239 Neustadt a.d.Waldnaab
6320 Michelstadt
6321 Amorbach
6322 Hardheim
6325 Giebelstadt
6326 Ochsenfurt
6327 Markt Einersheim
6328 Scheinfeld
6329 Baudenbach
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6332 Erlangen Nord
6335 Auerbach i.d.OPf.
6338 Weiden i.d.OPf.
6339 Waldthurn
6421 Buchen (Odenwald)
6425 Röttingen
6426 Aub
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6429 Neustadt a.d.Aisch
6430 Emskirchen
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6437 Hirschau
6439 Tännesberg
6440 Moosbach
6525 Weikersheim
6526 Creglingen
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6529 Markt Erlbach
6530 Langenzenn
6531 Fürth
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6534 Happurg
6535 Alfeld
6537 Amberg
6538 Schmidgaden
6626 Schrozberg-Ost
6627 Rothenburg ob der Tauber
6628 Leutershausen
6629 Ansbach Nord
6634 Altdorf b.Nürnberg
6635 Lauterhofen
6636 Kastl
6638 Schwandorf
6640 Neunburg vorm Wald
6641 Rötz
6726 Rot am See
6727 Schillingsfürst
6728 Herrieden
6729 Ansbach Süd
6730 Windsbach
6732 Roth
6733 Allersberg
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6735 Deining
6736 Velburg
6737 Schmidmühlen
6742 Cham Ost
6827 Feuchtwangen West
6828 Feuchtwangen Ost
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6833 Hilpoltstein
6834 Berching
6835 Wissing
6836 Parsberg
6837 Kallmünz
6838 Regenstauf
6839 Nittenau
6841 Roding
6927 Dinkelsbühl
6928 Weiltingen
6929 Wassertrüdingen
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6932 Nennslingen
6933 Thalmässing
6934 Beilngries
6935 Dietfurt a.d.Altmühl
6936 Hemau
6937 Laaber
6941 Stallwang
7028 Unterschneidheim
7029 Oettingen i.Bay.
7030 Wolferstadt
7031 Treuchtlingen
7032 Bieswang
7033 Titting
7034 Kipfenberg
7035 Schamhaupten
7036 Riedenburg
7037 Kelheim
7038 Bad Abbach
7039 Mintraching
7040 Pfatter
7041 Münster
7129 Deiningen
7130 Wemding
7131 Monheim
7132 Dollnstein
7133 Eichstätt
7134 Gaimersheim
7135 Kösching
7136 Neustadt a.d.Donau
7137 Abensberg
7138 Langquaid
7139 Aufhausen
7140 Geiselhöring
7143 Deggendorf
7228 Neresheim-Ost
7229 Bissingen
7230 Donauwörth
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7233 Neuburg a.d.Donau
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7238 Rottenburg a.d.Laaber
7243 Plattling
7244 Osterhofen
7248 Jandelsbrunn
7327 Giengen an der Brenz
7328 Wittislingen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7331 Rain
7332 Burgheim Süd
7333 Karlshuld
7338 Hohenthann
7341 Dingolfing Ost
7427 Sontheim a.d.Brenz
7428 Dillingen a.d.Donau West
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7430 Wertingen
7431 Thierhaupten
7432 Pöttmes
7433 Schrobenhausen
7434 Hohenwart
7435 Pfaffenhofen a.d.Ilm
7526 Ulm Nordost
7527 Günzburg
7528 Burgau
7529 Zusmarshausen
7530 Gablingen
7531 Gersthofen
7532 Aichach
7537 Moosburg a.d.Isar
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7627 Ichenhausen
7628 Jettingen
7629 Dinkelscherben
7630 Westheim b.Augsburg
7631 Augsburg
7632 Dasing
7645 Rotthalmünster
7726 Illertissen
7727 Buch
7728 Krumbach (Schwaben)
7729 Ziemetshausen
7730 Großaitingen
7731 Mering
7732 Mammendorf
7733 Maisach
7736 Ismaning
7740 Ampfing
7745 Rotthalmünster Süd
7826 Kirchberg an der Iller
7827 Babenhausen
7828 Kirchheim i.Schw.
7829 Ettringen
7830 Schwabmünchen
7831 Egling a.d.Paar
7832 Türkenfeld
7833 Fürstenfeldbruck
7926 Rot a.d.Rot
7927 Amendingen
7928 Mindelheim
7929 Bad Wörishofen
7930 Buchloe
7931 Landsberg am Lech
7932 Utting am Ammersee
7933 Weßling
7934 Starnberg Nord
7937 Grafing b.München
7938 Steinhöring
8026 Aitrach
8027 Memmingen
8028 Markt Rettenbach
8029 Kaufbeuren-Neugablonz
8030 Waal
8031 Denklingen
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8035 Sauerlach
8036 Otterfing
8042 Waging a.See
8043 Laufen
8126 Leutkirch im Allgäu-Ost
8127 Bad Grönenbach
8128 Obergünzburg
8129 Kaufbeuren
8130 Bidingen
8131 Schongau
8132 Weilheim i.OB
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8135 Sachsenkam
8136 Holzkirchen
8137 Bruckmühl
8138 Rosenheim
8141 Traunstein
8143 Freilassing
8226 Isny im Allgäu-Nord
8227 Kempten (Allgäu)
8228 Wildpoldsried
8229 Marktoberdorf
8230 Lechbruck
8231 Peiting
8232 Uffing a.Staffelsee
8233 Iffeldorf
8234 Penzberg
8236 Tegernsee
8238 Neubeuern
8325 Wangen im Allgäu Ost
8326 Isny im Allgäu Süd
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8330 Roßhaupten
8331 Bad Bayersoien
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8423 Kressbronn am Bodensee
8424 Lindau (Bodensee)
8426 Oberstaufen
8427 Immenstadt i.Allgäu
8428 Hindelang
8429 Pfronten
8430 Füssen
8527 Oberstdorf
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Nistplätze und Jagdgebiete sollten möglichst in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Daher sind reich strukturierte Landschaften wie die Rhön oder die Iller-Lech-Schotterplatten in Bayern Schwerpunkte der Ansiedlung. Neststandorte sind vor allem Laubwälder und Mischwälder, vielfach auch Auwälder. Als Nahrungsrevier kommt offenes Land in Betracht, vor allem verschiedene Formen von Grünland, besonders Feuchtgrünland, aber auch Ackerflächen sowie Brachflächen (oft Stilllegungsflächen), Hecken- und Streuobstgebiete. Rotmilane jagen nicht selten auch entlang von Bach- und Flussläufen sowie an natürlichen und künstlichen Seen, Teichen und Weihern. Jagdreviere können eine Fläche von 15 km² beanspruchen.

Phänologie

Seltener Brutvogel, Durchzügler, Kurzstreckenzieher.

Wanderungen: Ankunft im Brutgebiet (FEB) MRZ, Wegzug OKT oder Winterflucht. In milderen Gebieten wird regelmäßig auch überwintert.

Brut: Freibrüter, Nest in hohen Bäumen, auch auf Strommasten, oft Ausbau von Krähennestern oder Übernahme von Bussardhorsten. Legeperiode ab Ende MRZ bis Anfang MAI, Hauptlegezeit Anfang/Mitte APR. -- Brutzeit: MRZ bis JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Rotmilan ist in Bayern stark gefährdet, im Alpenvorland ist der Bestand vom Aussterben bedroht.

Ursachen sind:

Mangel an geeigneten Brutplätzen (störungsarme Altholzbestände in Waldrandnähe).

Störungen an Brutplätzen in sensiblen Phasen (Nestfindungsphase, Eiablage).

Bindegarn aus Plastik, Müllsäcke oder Folienstücke werden von Rotmilanen nicht selten in das Nest getragen und können zur tödlichen Gefahr für Jungvögel werden.

Nahrungshabitate und Nahrungsangebot werden durch eine große Zahl unterschiedlicher Eingriffe in offene Landschaften verschlechtert, wie Intensivierung und neue Nutzungsformen der Landwirtschaft, Zersiedlung und Überbauung durch Verkehr, Siedlungen und Gewerbeflächen.

Verluste durch Leitungstrassen (Erdschluss oder Anflug), Verkehr und Windkraftanlagen. Der Rotmilan hat deutschlandweit die höchsten Todfunde bei Windenergieanlagen.

Verluste während des Zuges und im Winterquartier durch Verfolgung und Vergiftung.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Sichern eines hohen Grünland- und Weideanteils und überwiegend niedrig bzw. locker wachsender Feldfrüchte sowie Säume. Belassen von Stoppelbrachen.

Weitgehender Verzicht auf Pestizideinsatz in den Nahrungshabitaten. Reduzierung der Verluste durch Vergiftungen (Giftköder).

Erhalt und Entwicklung von Feldgehölzen und Altholzbeständen (Altholzinseln) als Brut- und Schlafplätze.

Nestschutzzonen im Umkreis von 300 m (01.03.-31.07.). Erhaltung der potenziellen und tatsächlichen Horst- und Wach- bzw. Ruhebäume in Horstnähe (meist im Umkreis von 50 m um den Horstbaum, i.d.R. höher als Horstbaum, an Kot und Gewöllen zu erkennen).

Bei Windenergienanlagen: Prüfbereich von 1.000 m um bekannte Neststandorte; Prüfbereich von 6.000 m für regelmäßig aufgesuchte Nahrungshabitate um geplante Windenergienanlagen, innerhalb derer zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatschG erfüllt sind.

Sicherung gefährlicher Strommasten und Freileitungen.

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