Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Rohrschwirl (Locustella luscinioides)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Rohrschwirls erstreckt sich sehr lückenhaft von Nordafrika über Spanien, England und Kleinasien bis Zentralasien. -- In Bayern brütet Locustella l. luscinioides (Savi 1824).

Der Rohrschwirl ist in Bayern auf sehr zerstreute bis lokale Vorkommen in allen Großlandschaften außerhalb der Alpen und Mittelgebirge beschränkt. Das Brutareal hat sich seit dem Erfassungszeitraum von 1996-99 nur geringfügig verändert. Die Vorkommen sind über ganz Bayern verteilt, konzentrieren sich aber vor allem entlang von Flussniederungen (insbesondere Donau, Inn und Main) und in größeren Feucht- und Seengebieten (z. B. Ammer-Loisach-Hügelland oder Chiemseegebiet). Zu einer Abnahme besetzter Quadranten kam es vor allem im Ammerseegebiet, zu Zunahmen hingegen im Bereich des Unteren Inns und im schwäbischen Donautal.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich unter jener aus den Jahren 1996-99. Methodisch bedingt sind Vergleiche der Zahlen beider Zeiträume kaum möglich.

Brutbestand BY: 150-210 Brutpaare.

Fundortkarte

Rohrschwirl (Locustella luscinioides)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5629 Römhild
5630 Bad Rodach
5730 Heldburg
5827 Maßbach
5829 Hofheim i.UFr.
5832 Lichtenfels
5927 Schweinfurt
5928 Obertheres
5929 Haßfurt
5931 Ebensfeld
6027 Grettstadt
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6031 Bamberg Nord
6137 Kemnath
6231 Adelsdorf
6233 Ebermannstadt
6236 Eschenbach i.d.OPf.
6237 Grafenwöhr
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6338 Weiden i.d.OPf.
6434 Hersbruck
6527 Burgbernheim
6627 Rothenburg ob der Tauber
6629 Ansbach Nord
6639 Wackersdorf
6641 Rötz
6643 Furth i.Wald
6735 Deining
6738 Burglengenfeld
6739 Bruck i.d.OPf.
6741 Cham West
6742 Cham Ost
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6841 Roding
6927 Dinkelsbühl
6929 Wassertrüdingen
6930 Heidenheim
6932 Nennslingen
7031 Treuchtlingen
7040 Pfatter
7041 Münster
7129 Deiningen
7130 Wemding
7136 Neustadt a.d.Donau
7142 Straßkirchen
7143 Deggendorf
7230 Donauwörth
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7238 Rottenburg a.d.Laaber
7243 Plattling
7244 Osterhofen
7328 Wittislingen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7341 Dingolfing Ost
7428 Dillingen a.d.Donau West
7431 Thierhaupten
7438 Landshut West
7527 Günzburg
7528 Burgau
7546 Neuhaus a.Inn
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7636 Freising Süd
7637 Erding
7645 Rotthalmünster
7646 Würding
7736 Ismaning
7741 Mühldorf a.Inn
7742 Altötting
7743 Marktl
7744 Simbach a.Inn
7745 Rotthalmünster Süd
7832 Türkenfeld
7833 Fürstenfeldbruck
7928 Mindelheim
7932 Utting am Ammersee
7933 Weßling
7934 Starnberg Nord
7939 Wasserburg a.Inn
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8038 Rott a.Inn
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8042 Waging a.See
8132 Weilheim i.OB
8133 Seeshaupt
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8230 Lechbruck
8233 Iffeldorf
8238 Neubeuern
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8430 Füssen
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Art besiedelt vorwiegend schilfbestandene Ufer von Seen, Stau- und Speicherseen oder Teichgebieten, daneben aber auch Niedermoore oder Flussufer. Letztlich ist aber das Vorkommen von ausgedehnten Altschilfbeständen abhängig mit einem Unterbau von Knickschilf. Der Rohrschwirl teilt die wasserseitigen, überfluteten Schilfbereiche mit Wasserralle, Teichrohrsänger, Rohrammer und gebietsweise Drosselrohrsänger und Blaukehlchen, während der Feldschwirl mehr die trockeneren, landseitigen Bereiche besiedelt. Beide Arten kommen aber auch nebeneinander vor.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug APR/MAI, Wegzug AUG/SEP.

Brut: Röhrichtbrüter, Nest meist versteckt in Knickschicht der Röhrichtvegetation, Legebeginn meist ab Anfang MAI, bis 2(3) Jahresbruten. -- Brutzeit: MAI bis JUL (AUG bei Mehrfachbruten).

Tagesperiodik: Tagaktiv, singt auch mittags.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Rohrschwirl ist in Bayern gefährdet; im Schichtstufenland und Ostbayerischen Grundgebirge in Nordbayern und Tertiären Hügelland/Schotterplatten in Südbayern wird er als vom Erlöschen bedroht angesehen.

Er ist zwar weit verbreitet, doch sehr selten, und die enge ökologische Bindung an einen speziellen und gefährdeten Lebensraum stellt einen hohen Risikofaktor dar.

Trockenlegungen, regelmäßiges Ausbaggern von Uferzonen an Fischteichen und Erschließungen von Feuchtgebieten zur Naherholung, Überbauungen sowie Schilfsterben und -ausdünnung gefährden die Art.

Die Aufsplitterung des Brutgebiets in kleine isolierte Teilpopulationen ist eine potenzielle Gefahr, wenn ein Austausch nicht mehr stattfinden kann. Häufig entstehen Brutverluste auch durch Überschwemmungen und ungünstige Witterungsverhältnisse sowie Störungen an den Brutplätzen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung schilfbestandener Feuchtgebiete. Förd Neuschaffung von Feuchtgebieten oder Flachwasserbereichen, wenn dort neue Schilfflächen entstehen können (Beispiel: Altmühlsee). Schilfschnitt sollte unterlassen werden, da die Art auf alte Stadien des Röhrichts angewiesen ist.

Vermeidung von Trockenlegungen.

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