Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig, in Bezug auf Status Wintervorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Mittelmeermöwe erstreckt sich über den mediterranen Raum mit Ausläufern an die spanische und afrikanische Atlantikküste; Ausbreitungstendenzen im Binnenland des südlichen Mitteleuropa. -- In Bayern brütet Larus [m.] michahellis (J.F. Naumann 1840).

Die Mittelmeermöwe ist in Bayern lokal, gebietsweise lückig verbreitet. Das Brutareal hat sich gegenüber der Kartierung 1996-1999 deutlich vergrößert.

Die Schwerpunkte liegen an Donau, Isar und Inn. In Nordbayern existieren bislang nur einzelne Vorkommen am Main und am Altmühlsee. Bemerkenswerte kleinere Brutkolonien befinden sich am Walchensee auf 800 m Höhe und in 782 m am Forggensee.

Seit dem ersten Brutnachweis im Jahr 1987 kam es in der Folgezeit zu zahlreichen Neuansiedlungen, zuletzt am Walchensee (2000), Altmühlsee (2003) und an der Donau bei Aholfing (2005).

Im Vergleich zum Erfassungszeitraum 1996-99 hat sich der Bestand etwa verdreifacht. Mit weiteren Zunahmen und Ausbreitungen ist zu rechnen.

Brutbestand BY: 60-70 Paare.

Fundortkarte

Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
6027 Grettstadt
6031 Bamberg Nord
6639 Wackersdorf
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6939 Donaustauf
7040 Pfatter
7041 Münster
7129 Deiningen
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7331 Rain
7335 Geisenfeld
7340 Dingolfing West
7341 Dingolfing Ost
7428 Dillingen a.d.Donau West
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7438 Landshut West
7439 Landshut Ost
7527 Günzburg
7537 Moosburg a.d.Isar
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7627 Ichenhausen
7645 Rotthalmünster
7736 Ismaning
7743 Marktl
7744 Simbach a.Inn
7745 Rotthalmünster Süd
7831 Egling a.d.Paar
7939 Wasserburg a.Inn
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8038 Rott a.Inn
8040 Eggstätt
8042 Waging a.See
8129 Kaufbeuren
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8137 Bruckmühl
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8238 Neubeuern
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8424 Lindau (Bodensee)
8426 Oberstaufen
8430 Füssen
8434 Vorderriß
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

In Bayern liegen alle Nistplätze, soweit bekannt, auf festem Untergrund. Zum Großteil werden Nistflöße für Fluss-Seeschwalben oder Steinschüttungen in Form von Buhnen für die Anlage der Nester genutzt. Es sind jedoch auch Bruten auf natürlichen Sedimentinseln, aber auch auf Wurzelstöcken und Stegen gefunden worden. Die bayerischen Brutplätze sind in der Regel offen und gut einsehbar. Zu Koloniebildungen kam es bisher nirgends.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, teilweise zahlreicher Sommer- und Wintergast.

Wanderungen: Ab JUN erhöht sich die Zahl der in Bayern zu beobachtenden Mittelmeermöwen durch Zuzügler aus den Brutgebieten am Mittelmeer und der Schweiz, ab OKT nehmen die Zahlen wieder ab.

Brut: Bodenbrüter, Nest auf Kiesbänken, Brutflößen, Stegen, Wurzelstücken etc. -- Brutzeit: APR bis JUL, bei Nachgelegen bis AUG.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Die Mittelmeermöwe hat als Brutvogel in Bayern noch keinen stabilen Bestand erreicht. Der kleine Bestand kann durch einzelne Störungen an den wenigen Lokalvorkommen bereits stark dezimiert werden.

Im Jagdjahr 2001/2002 wurden 79 "Silbermöwen" als erlegt gemeldet. Eine Gefährdung des bayerischen Brutbestandes der Mittelmeermöwe durch die Jagd ist auf Grund der Verwechslungsgefahr mit anderen Großmöwen nicht auszuschließen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Bei Windenergienanlagen: Prüfbereich von 1.000 m um bekannte Neststandorte; Prüfbereich von 4.000 m für regelmäßig aufgesuchte Nahrungshabitate um geplante Windenergienanlagen, innerhalb derer zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatschG erfüllt sind.

Sonstige Hinweise

Bedeutende Gewässer für die Mittelmmermöwe:

Nach aktuellen Daten von Wetlands International 2006, die Gebiete können sich bei neuer Datengrundlage ändern.

Brut:

Internationale Bedeutung:> 5 Ind.-

Nationale Bedeutung:> 5 Ind.-

Landesweite Bedeutung:> 5 Ind. Chiemsee.

Ergänzende Informationen

Moning, C. (2007): Ansiedlungs- und Ausbreitungsgeschichte der Mittelmeermöwe Larus [m.] michahellis in Bayern; Avifaunistik in Bayern 4: 23-34

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck 2007: Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke 2013: Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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