Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Sturmmöwe (Larus canus)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend, in Bezug auf Status Wintervorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Sturmmöwe erstreckt sich über die Küstenregionen von Nord- und Ostsee sowie die gewässerreichen Binnenlandbereiche von Nordeuropa und Russland. Brutvorkommen im mitteleuropäischen Binnenland konzentrieren sich auf Stillgewässer entlang der großen Flussläufe. -- In Bayern brütet Larus [canus] canus (Linnaeus 1758).

Der einzige, seit 2004 jährlich besetzte Brutplatz der Sturmmöwe in Bayern befindet sich an der Mittleren Isar. 2009 kam es unweit dieses Vorkommens zu einer weiteren Brutansiedlung.

1996-1999 bestand Brutverdacht im Ismaninger Teichgebiet und am Unteren Inn. Am Ammersee brütete 1996 und 1997 je ein Paar ohne Erfolg.

Der aktuelle Bestand hat aufgrund regelmäßiger und offenbar zunehmender Vorkommen an der Mittleren Isar gegenüber dem Kartierzeitraum von 1996-99 deutlich zugenommen. Ungewiss ist jedoch, ob sich diese Ansiedlungen auch auf lange Sicht etablieren werden.

Brutbestand BY: 9-11 Brutpaare.

Maximum BY: 350-500 Ind. im JAN/DEZ.

Die wichtigsten Überwinterungsgewässer in Bayern sind Altmühlseegebiet, Mittlere Isar, Ammersee, Starnberger See und Chiemsee

Fundortkarte

Sturmmöwe (Larus canus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5928 Obertheres
5929 Haßfurt
5931 Ebensfeld
6029 Knetzgau
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6431 Herzogenaurach
6528 Marktbergel
6534 Happurg
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
7129 Deiningen
7340 Dingolfing West
7341 Dingolfing Ost
7428 Dillingen a.d.Donau West
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7645 Rotthalmünster
7736 Ismaning
7745 Rotthalmünster Süd
7834 München-Pasing
7835 München
8034 Starnberg Süd
8043 Laufen
8127 Bad Grönenbach
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8143 Freilassing
8233 Iffeldorf
8238 Neubeuern
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8334 Kochel a.See
8424 Lindau (Bodensee)
8426 Oberstaufen
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Brütet auf trockenem Untergrund, meist auf Inseln, Landzungen oder in Sümpfen an Standorten mit kurzer Vegetation und Schutz vor Bodenfeinden. Oft in der Nähe von Kulturland. In Mittel- und Westeuropa vorzugsweise an Küsten, doch weniger küstengebunden als Silbermöwe. Gebietsweise auch Binnenlandbrüter, doch immer nahe am Wasser. An ihren Brutplätzen sind Sturmmöwen sehr störungsempfindlich. Als Nahrungsgebiete werden Grünlandflächen, Äcker und Müllplätze aufgesucht.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, regelmäßiger, gelegentlich zahlreicher Wintergast.

Wanderungen: Wintergäste in größerer Zahl erscheinen in Bayern (z.B. am Chiemsee) erst im DEZ, bereits im MRZ werden die Winterquartiere großenteils wieder geräumt. Einzelne Vögel können aber in allen Monaten beobachtet werden.

Brut: Bodenbrüter, brütet gern mit anderen Wasservögeln in Brutkolonien, Nester auf vegetationsarmen Böden mit freier Rundumsicht, Eiablage von Ende APR/Anfang MAI bis JUN, spätestens im JUL sind die Jungen flügge. -- Brutzeit: Ende APR bis JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Rastzeit-Diagramm
Relative Häufigkeit der Art in Bayern während der Wintermonate.

Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Die Sturmmöwe ist in der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Bayerns als stark gefährdet eingestuft.

Sonstige Hinweise

Meldungen von Bruthinweisen und -nachweisen an die Vogelschutzwarte am LfU sind besonders erwünscht.

Ergänzende Informationen

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck 2007: Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke 2013: Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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